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Herthas Fabian Lustenberger (l.) lässt im Hinspiel Ze Roberto ins Leere laufen © getty

Zweiter gegen Dritter, Dieter gegen Uli Hoeneß: Das Duell zwischen Hertha BSC und dem FC Bayern verspricht viel Brisanz.

Über den FC Bayern berichtet Daniel Rathjen

München - Seine Espresso-Tasse vor ihm auf dem Tisch war halbvoll. Nicht etwa halbleer. Jürgen Klinsmann (Porträt) ist von Natur aus Optimist.

Das Topspiel bei Hertha BSC (Sa., ab 15 Uhr LIVE) bezeichnet der Trainer des FC Bayern als ein "weiteres Schlüsselspiel" auf dem Weg Richtung Meisterschaft.

In Berlin erwartet sein aktuelles Team ein ausverkauftes Olympiastadion. Es ist das Duell des Zweiten gegen den Tabellen-Dritten, Dieter gegen Uli Hoeneß.

Die Begegnung verspricht am 20. Spieltag nicht nur auf dem Papier viel Brisanz.

Momentan hat der Hauptstadtklub lediglich einen Punkt Rückstand auf den Rekordmeister auf Rang zwei.

Patzt Tabellenführer 1899 Hoffenheim gegen Bayer Leverkusen (ab 20 Uhr LIVE), geht es sogar um nichts anderes als die Spitze. (Datencenter: Der 20. Spieltag) ad

HSV-Schlappe drückt noch immer

"Und da wollen wir endlich hin", betont Klinsmann, dem die 0:1-Auswärtspleite gegen den Hamburger SV zum Rückrundenauftakt offenbar immer noch etwas schwer im Magen liegt. "Wir haben daraus gelernt, müssen jetzt nachlegen und unsere Hausaufgaben machen", stellt der Trainer klar.

Klinsmann hat großen Respekt vor dem Gegner: "Hertha steht verdient da oben. Sie haben bislang einen guten Job gemacht."

Das sehen auch die Berliner Fans so: Das Olympiastadion ist mit 74.220 Zuschauern endlich wieder bis unter das Dach gefüllt. "Für uns und die Fans ist das fast so wichtig wie ein WM-Finale", meint Herthas Top-Torjäger Marko Pantelic, dessen Einsatz aber fraglich ist.

Knie setzt Pantelic matt

Der 31-jährige Serbe brach am Freitag das Abschlusstraining wegen Knieschmerzen ab.

"Es ist eine grenzwertige Geschichte, bei der die Entscheidung beim Spieler liegt. Marko meinte, dass er unter diesen Umständen nicht auflaufen könne", sagt Mannschaftsarzt Ulrich Schleicher.

Fällt der Stürmer aus, würden sich die Personalsorgen von Hertha-Coach Lucien Favre (Porträt) noch einmal vergrößern. Auch die Stammspieler Cicero (Gelbsperre) und Gojko Kacar (Achillessehnenprobleme) stehen nicht zur Verfügung.

Simunic warnt

"Wir müssen zusammenhalten und kompakt als Team verteidigen", hebt Berlins Abwehrchef Josip Simunic (Porträt) im Sport1.de-Interview hervor.

Klinsmann rechnet unterdessen trotzdem mit Pantelic und wird auch seine taktische Vorbereitung bei der abschließenden Videoanalyse im Leistungszentrum an der Säbener Straße darauf ausrichten.

Personell kann der Coach aus dem Vollen schöpfen. Somit scheint klar, dass Lukas Podolski, der im Sommer zurück zum 1. FC Köln wechseln wird, einmal mehr nicht im 18-köpfigen Kader ist.

Letztes "Poldi"-Spiel im November

Zur Erinnerung: Sein letztes Spiel für die Münchner absolvierte "Poldi" (Porträt) im November. Seitdem fiel er wegen diverser Verletzungen und Erkrankungen aus. Seit knapp zwei Wochen steht der Angreifer wieder im Mannschaftstraining.

Festlegen will sich Klinsmann aber nicht wirklich. "Man muss abwarten. Wenn alle fit sind, ist er nicht im Kader", sagt er. Dabei kehrte Landon Donovan (USA) wie auch Hamit Altintop (Türkei) erst am Freitag von seiner Länderspielreise zurück.

Dass den Bayern erneut die mangelnde Chancenverwertung zum Verhängnis wird, glaubt der Trainer nicht: "Das ist eine Kopfsache. Wir kreieren diese Chancen, das ist absolut positiv."

Tonis Frust verflogen

Auch Luca Toni, der nach seiner Auswechslung beim Stand von 1:1 gegen den BVB (3:1) die Woche über Frust vor sich herschob, hat sich offensichtlich wieder abgeregt (Klose feiert - Toni schmollt).

"Ich wäre beunruhigt gewesen, wenn er nicht unzufrieden gewesen wäre", urteilt der Bayern-Coach, der sich laut eigener Aussage in jeden Stürmer "hineindenken" könne.

"Wir haben aus den vergangenen Spielern gelernt. Der Respekt vor Berlin ist da, aber nicht übermäßig. Gegen Dortmund haben wir nach dem frühen Rückstand die richtige Reaktion gezeigt, das wollen wir fortsetzen", fügt Rechtsverteidiger Christian Lell (Porträt) an.

In Berlin zeigt sich Favre derweil angriffslustig: "Ich hatte keine schlaflosen Nächte. Die Bayern können kommen."

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