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Hat nun 16 Saisontore auf dem Konto: BVB-Stürmer Robert Lewandowski © getty

Lewandowski in Top-Form, Hannover nur Spielball: Der BVB ist für das Champions-League-Duell mit Donezk gerüstet.

Von Tom Vaagt und Thorsten Langenbahn

München/Dortmund - Robert Lewandowski kannte keine Gnade.

Nach dem Motto "Unruhe ausblenden, Highlights setzen" zerlegte der BVB-Stürmer die bemitleidenswerte Abwehr von Hannover 96 fast im Alleingang.

3:1 (2:1) hieß es für Borussia Dortmund am Ende. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Lewandowski hatte zweimal getroffen (8. und 21.). "Unverzichtbar", nennt man so einen Stürmer dann. Und genau da fangen die Probleme an.

Der polnische Star wird den BVB verlassen und nach SPORT1-Informationen zum FC Bayern wechseln.

Krater statt Loch

Er hinterlässt kein Loch, er hinterlässt einen Krater. ( 682199 DIASHOW: Der 24. Spieltag )

In 33 Pflichtspielen verbuchte Lewandowski in der laufenden Saison 31 Torbeteiligungen.

In den vergangenen sechs Ligapartien traf der Pole immer - das gelang im BVB-Trikot zuletzt Manfred Burgsmüller. Vor 32 Jahren.

"Wenn es eines Beweises bedurft hat, dass Menschen trotz Schlagzeilen gut funktionieren können, dann hat Robert ihn geliefert", lobte Borussen-Trainer Jürgen Klopp seinen Stürmer nach der Gala gegen Hannover.

Keine Alternative zur Gegenwart

Der ganze Wechseltrubel? Das Pokal-Aus bei den Bayern? Seine erst am Freitag vom DFB verkürzte Sperre? Nichts scheint Lewandowski dieser Tage etwas anhaben zu können.

Er lebt in der Gegenwart, wie auch Klopp und der Rest des BVB.

Den Dortmundern bleibt aber auch nichts anderes übrig. So lange Lewandowski für die Borussia aufläuft, gilt es das Optimum aus der Situation herauszuholen.

Donezk kann kommen

Möglichst schon am kommenden Dienstag. Dann kommt Schachtjor Donezk zum Achtelfinal-Rückspiel der Champions League nach Dortmund und will das 2:2 aus dem ersten Duell wettmachen.

"Da packen wir noch etwas drauf und ziehen in die nächste Runde ein", versprach BVB-Flügelflitzer Jakub Blaszczykowski.

Will der Deutsche Meister in der laufenden Saison noch einen Titel holen, ist dies auch bitter nötig.

Die Champions League ist die letzte Chance. Manch ein Beobachter traut der Borussia den großen Coup tatsächlich zu.

"Heißestes Team Europas"

Manchesters Teammanager Sir Alex Ferguson adelte die Dortmunder zuletzt zum "Geheimfavoriten" auf den Titel. Und für das englische Fachmagazin "4-4-2" ist der BVB schlicht "das heißeste Team Europas".

Da gilt es Kräfte und Konzentration zu bündeln. Gerade hausgemachte Ablenkungen sollten vermieden werden.

Doch ausgerechnet Watzke blies zuletzt zur Attacke. Dem verbalen Angriff auf die Werksklubs folgten jetzt die "Plagiatsvorwürfe" gegen die Bayern.

"Versöhnliche Töne in Richtung FCB

Klopp, der die Diskussion selbst ausgelöst hatte, bemühte sich am Samstag wieder um Sachlichkeit und entschuldigte sich für die Misstöne bei FCB-Coach Jupp Heynckes.

"Ich gönne Jupp Heynckes jeden Titel, den er gewonnen hat und gewinnen wird", sagte Klopp bei LIGA total! und betonte, dass er "verdiente Siege" anerkenne.

Hannover mit Auswärtskomplex

Das musste am Samstag auch Hannover 96. Insgesamt wirkten die Niedersachsen beim BVB überfordert - wie so oft auf fremdem Platz.

Durch das 1:3 blieb man auswärts auch im zehnten Pflichtspiel nacheinander ohne Sieg.

"Wir sind ganz schlecht in die Partie gekommen und haben gerade zu Beginn zu viel Respekt gezeigt", sagte Abwehrspieler Christian Schulz zu SPORT1.

Folgerichtig reichte es nur zum einem eher kuriosen Tor von Mohammed Abdellaoue (41.).

Schieber mit erstem BVB-Tor

Für den BVB traf neben Lewandowski auch Julian Schieber (72.). Für den ehemaligen Stuttgarter war es das erste Bundesligator im Dortmunder Trikot.

"Das wurde ja auch Zeit", sagte der Angreifer und hatte dann nur noch lobende Worte für seinen Nebenmann.

"Die Diskussionen um Robert berühren uns nicht. Es hat doch jeder gesehen, wie er gespielt hat", sagte Schieber auf SPORT1-Nachfrage. Gnadenlos eben.

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