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Julian Draxler (r., mit Jones) erzielte seinen ersten Doppelpack in der Bundesliga © getty

Dank Draxler ist Schalke wieder oben dran. Vor seinem Doppelpack in Wolfsburg schaut der Jungstar die Tore seines Idols auf Video.

Wolfsburg - Raul war nicht in Wolfsburg.

Und doch war die Real-Legende und Schalker Fanliebling der letzten beiden Jahre nach dem 4:1 (1:0)-Auswärtssieg der Schalker (Bericht) ein Thema.

Denn S04-Matchwinner Julian Draxler hatte sich auf der Zugfahrt nach Wolfsburg von den Treffern des spanischen Torjägers inspirieren lassen.( 682199 DIASHOW: Der 24. Spieltag )

"Ich bewundere Raul sehr und habe mir mit seinen Videos die Zeit vertrieben", sagte Draxler.

Dank des 19-Jährigen rückte Schalke wieder bis auf zwei Punkte an die Champions-League-Plätze heran.(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Erstes Doppelpack für Draxler

"Ich glaube nicht, dass ich deswegen zwei Tore geschossen habe", meinte Draxler zwar mit Blick auf das Videostudium.

Aber viel besser als Draxler hätte auch Weltstar Raul die Treffer nicht erzielen können.

Zweimal zog der Nationalspieler blitzsauber und unhaltbar für Wolfsburgs Torhüter Diego Benaglio zum ersten Doppelpack (33. und 63.) seiner Karriere ab.

"Ich wehre mich nicht gegen Tore, aber viel wichtiger war, dass wir als Mannschaft wieder in Ausrufezeichen gesetzt haben", sagte der Jung-Nationalspieler erfrischend bescheiden.

Stark auf der "Zehn"

Da passt es ins Bild, dass er in der 79. Minute seinen dritten Treffer quasi "verschenkte", als er uneigennützig auf den mitgelaufenen Jefferson Farfan passte.

Viel wichtiger war es Draxler, dass er auf seiner Lieblingsposition des "Zehners" Pluspunkte sammelte.

"Ich habe meinen Kritikern bewiesen, dass ich das Potenzial für diese Position habe", sagte das Top-Talent, das der ein oder andere europäische Spitzenklub auf dem Einkaufszettel haben soll.

Hildebrand: Ruhe bewahren!

Draxler warnte aber davor, den verdienten Sieg gegen zahnlose "Wölfe" mit Blick auf die zwei kommenden Hammer-Heimspiele gegen Borussia Dortmund in der Bundesliga und gegen Galatasaray Istanbul im Achtelfinal-Rückspiel der Champions League überzubewerten:

"Jetzt ist nicht die Zeit, um uns abfeiern zu lassen."

In die gleiche Kerbe schlug der starke Torhüter Timo Hildebrand, der die in der Abwehr erneut nicht ganz sattelfesten Schalker vor mehr als dem einen Gegentreffer durch Ivica Olic zum zwischenzeitlichen 1:1 (50.) bewahrt hatte:

"Bei allem Respekt vor Wolfsburg und Düsseldorf, aber jetzt kommen zwei Teams, die viel besser sind. Also heißt es für uns: Ruhe bewahren!"

"Hunter" beendet Ladehemmung

Dieses Motto nahm sich der zuletzt an Ladehemmung leidende Klaas-Jan Huntelaar schon in Wolfsburg zu Herzen.

Nachdem der Niederländer zweimal völlig freistehend kläglich an Benaglio gescheitert war, behielt er vier Minuten vor dem Schlusspfiff im Duell mit dem VfL-Torhüter endlich die Nerven und erzielte seinen ersten Bundesligatreffer seit drei Monaten.

"Die Lücke war klein, aber der Ball war drin", sagte der "Hunter" mit einem breiten Grinsen im Gesicht.

Jones fehlt nächste Woche

Während Huntelaar pünktlich zum bevorstehenden Revier-Derby gegen Erzrivale Dortmund seine Torjägerqualitäten wiederfand, fällt ausgerechnet Jermaine Jones wegen seiner fünften Gelben Karte aus.

"Ein großer Verlust" sei das, betonte Draxler, "denn jede Mannschaft braucht solche Kampfschweine."

Hecking schlägt Alarm

Die hätte sich auch Wolfsburgs Trainer Dieter Hecking gegen Schalke gewünscht.

Vier Tage nach dem umjubelten Einzug ins DFB-Pokal-Halbfinale enttäuschte der ambitionierte Werksklub auf ganzer Linie, die Abstiegsplätze rücken wieder gefährlich nahe.

Hecking schlug daher höchstpersönlich Alarm: "Unser Blick muss jetzt nach unten geschärft sein. Wir brauchen erstmal Punkte, um den Klassenerhalt zu sichern."

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