Der BVB-Boss kündigt im Volkswagen Doppelpass "deutliche" Investitionen in den Dortmunder Kader an - und verteidigt Klopp.

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München - BVB-Boss Hans-Joachim Watzke schickt nach der "Plagiatsaffäre" die nächste Kampfansage an den FC Bayern - und kündigt im Volkswagen Doppelpass auf SPORT1 eine Transfer-Offensive an.

"Wir werden im Sommer deutlich investieren. Sowohl in die Breite als auch in die Tiefe", erklärte der Dortmunder Geschäftsführer einen Tag nach dem 3:1-Sieg gegen Hannover 96 (Bericht): "Wir werden Geld in die Hand nehmen, da wird einiges passieren."

Man wolle jedoch "weiterhin nur ausgeben, was wir eingenommen haben" - und wenn möglich keinen Ersatz für Robert Stürmer Lewandowski holen, der sich nach SPORT1-Informationen mit dem FC Bayern einig ist.

Watzke will Lewandowski halten

"Meine Wunschvorstellung ist es, dass Robert auch in der nächsten Saison bei uns spielt", sagte Watzke über den Polen, dessen Vertrag 2014 ausläuft.

Allerdings: Sollte im Sommer ein anderer Klub kommen "und zahlt einen für unsere Vorstellungen sehr sehr hohen Preis, dann nehmen wir uns das Recht, darüber nachzudenken und es dann vielleicht zu machen".

Bislang habe sich aber "noch niemand" beim Klub gemeldet.

"Vergleich schief, aber sachlich nicht falsch"

Watzke bemühte sich beim Dopa außerdem, nach dem Trubel um Jürgen Klopps Raubkopier-Vorwurf gegen den FC Bayern, die Wogen zu glätten - ohne in der Sache klein bei zu geben.

"Man muss die fachliche von der emotionalen Ebene trennen", befand Watzke: "Der Vergleich war schief, aber sachlich nicht falsch." (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Klopp-Spruch "nicht so diplomatisch"

Nach dem verlorenen Viertelfinale gegen den FC Bayern hatte Klopp dem Rekordmeister vorgeworfen, die in den vergangenen zwei Jahren mit dem Gewinn von Meisterschaft und DFB-Pokal-Sieg erfolgreiche BVB-Taktik geklaut zu haben - "wie die Chinesen in der Industrie".

Watzke nannte das im Doppelpass "nicht so diplomatisch", aber im Kern richtig: "Es ist so, dass die Bayern heute viel früher angreifen und sich dort keiner mehr rühmt: 'Wir müssen am wenigsten laufen und gewinnen trotzdem.'"

Das sei allerdings in Ordnung und auch kein Plagiat: "Nur die Doofen versuchen nicht, das Gute von anderen zu übernehmen."

Klopp entschuldigt sich

Bayern-Trainer Jupp Heynckes hatte sich zuvor über Klopps Aussagen geärgert:

"Der FC Bayern besteht schon länger, als Jürgen Klopp Trainer ist und hatte immer seinen eigenen Spielstil. Es ist ganz wichtig, dass man in Sieg und Niederlage Größe zeigt, besonders wenn man verliert."

Klopp hatte seine Wortwahl daraufhin bedauert, Heynckes akzeptierte am Sonntag bei "Sky" die Entschuldigung und fügte den Wunsch an, man solle die Angelegenheit "jetzt mal abhaken".

Seitenhieb auf Müller

Aus der von ihm selbst angestoßenen Werksklubs-Debatte versuchte Watzke ebenfalls Schärfe zu nehmen - ohne von seiner Haltung abzuweichen.

"Ich habe mit den drei Werksklubs Leverkusen, Hoffenheim und Wolfsburg keine Probleme", führte er aus:

"Aber trotzdem: Wenn wir uns dafür feiern lassen, dass wir die vollsten Stadien haben, geht es eben irgendwann nicht mehr, wenn da sechs solche Klubs sind."

Einen Seitenhieb auf Hoffenheim-Manager Andreas Müller, der ihm in der Woche zuvor Respektlosigkeit vorgeworfen hatte, konnte sich Watzke nicht verkneifen: "Als er noch bei Schalke war, hat er ganz anders geredet."

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