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Ivan Klasnic (r.) feierte gegen Düsseldorf seinen ersten Treffer für Mainz © imago

Der FSV kommt wegen eines Eigentors nur zu einem Punkt bei starken Düsseldorfern. Klasnic trifft bei seinem Startelf-Debüt.

Düsseldorf - Überraschungsmann Ivan Klasnic hat den FSV Mainz 05 mit seinem ersten Bundesliga-Tor seit fünf Jahren vor einer Frühjahrsdepression bewahrt.

Der kroatische Stürmer krönte sein Startelf-Comeback in der Eliteklasse nach 1765 Tagen am Sonntag beim Aufsteiger Fortuna Düsseldorf mit dem Treffer zum 1:1 (1:1). (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

In der Bundesliga hatte Klasnic, der als weltweit einziger Fußballprofi mit einer Spenderniere gilt, zuletzt am 10. Mai 2008 getroffen - für Werder Bremen beim 6:1 gegen Hannover 96.

Giefer rutscht der Ball durch

In Düsseldorf war er zur Stelle, als Fortuna-Torhüter Fabian Giefer den Ball nach einer Flanke des kurz zuvor eingewechselten Marco Caligiuri (40.) durch die Finger gleiten ließ. Klasnic köpfte locker aus kürzester Distanz ein. ( 682199 DIASHOW: Der 24. Spieltag )

Trotz seines Tores ist Mainz aber seit sechs Pflichtspielen sieglos, denn Bo Svensson (6.) hatte zuvor ins eigene Netz getroffen. Düsseldorf holte einen wichtigen Punkt im Kampf gegen den Abstieg.

Klasnic "nicht zufrieden"

"Ich hätte mich mehr gefreut, wenn wir gewonnen hätten", sagte Klasnic: "Wir haben in der ersten Halbzeit nicht so gut gespielt. Mit dem Punkt sind wir bestimmt nicht zufrieden. Wir wollten drei Punkte, um wieder oben ranzukommen."

Es sei "natürlich eine Genugtuung, dass ich mal wieder gepielt und ein Tor gemacht habe. Ich bin einfach nur glücklich, dass ich wieder gesund bin und Fußball spielen kann."

40.226 Zuschauer waren in die Arena gekommen, vornehmlich, um einen "Sendeschluss für die Mainzelmännchen" zu sehen - mit diesem Spruch hatte die Fortuna das Spiel beworben.

Aggressiv und gedankenschnell

Aggressiv, präsent und gedankenschnell drehte die Mannschaft von Trainer Norbert Meier den Gästen tatsächlich zunächst den Strom ab, beim 1:0 half Svensson:

Der Däne köpfte nach einer Flanke von Andreas Lambertz den Ball ins eigene Tor.

Von der Mainzer Offensive war fast nichts zu sehen, bis sich Klasnic mit einem Weitschuss im Spiel anmeldete (17.). Generell fehlten exakte Zuspiele, die Gastgeber eroberten den Ball häufig schon an der Mittellinie. Dabei zeichnete sich vor allem der sehr agile Robbie Kruse aus.

Klasnic zur Pause raus

Doch die erste Schwäche nutzte Mainz aus, Klasnic konnte sich feiern lassen. Flankengeber Caligiuri war ins Spiel gekommen, weil Außenverteidiger Radoslav Zabavnik nach einem Kopfball-Duell kurz das Bewusstsein verloren hatte und ausgewechselt werden musste. Zur Halbzeit war Klasnics Auftritt bereits beendet.

Der Mainzer Trainer Thomas Tuchel überraschte mit seiner Aufstellung: Fünf Tage nach der Niederlage im Pokal-Viertelfinale gegen den SC Freiburg verordnete er Top-Angreifer Adam Szalai (zwölf Saisontore) zunächst eine Pause.

Für den Ungarn, der erst in der 80. Minute eingewechselt wurde, kam Klasnic, der zuvor nur zwei Kurzeinsätze für die Mainzer absolviert hatte - es lohnte sich allerdings lange nur wegen des Ausgleichs.

Caligiuri schlenzt gefährlich

Ansonsten war Mainz auch in der zweiten Halbzeit selten gefährlich, ein Schlenzer Caligiuris (57.) war die Ausnahme.

Die Düsseldorfer dagegen spielten engagiert nach vorne, im Wissen, das nun schwierige Wochen kommen werden: Unter anderem geht es am Samstag zu Bayern München. Nach einer Stunde gab Winterzugang Mathis Bolly sein Bundesliga-Debüt.