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Ivan Klasnic (2.v.r.) feierte gegen Düsseldorf seinen ersten Treffer für Mainz © imago

Trotz des Remis in Düsseldorf sieht der Mainzer Trainer positive Aspekte. Torschütze Ivan Klasnic ist hin und her gerissen.

Düsseldorf - Ivan Klasnic stand mit Winterjacke und Wollmütze am Spielfeldrand und genoss sein Überraschungscomeback in vollen Zügen.

"Ich bin einfach nur glücklich, dass ich wieder gesund bin und Fußball spielen kann", sagte der kroatische Stürmer nach dem 1:1 (1:1) mit dem FSV Mainz 05 beim Aufsteiger Fortuna Düsseldorf (Bericht).

Der Kroate, der 2007 eine Spenderniere seines Vaters erhielt, war im September 2012 nach Zwischenstationen beim FC Nantes und den Bolton Wanderers nach Mainz gekommen. Doch dort lief es nicht wie gewünscht.

Eine Fischvergiftung und eine Fußverletzung warfen ihn zurück. Erst in Düsseldorf brachte ihn 05-Trainer Thomas Tuchel überraschend von Beginn an.

"Überrascht über meine Nominierung"

"Ich war sehr überrascht über meine Nominierung", gestand Klasnic bei LIGA total!, "ich fühle mich in Mainz wohl, habe aber heute zum ersten Mal meine Chance bekommen. Ich bin aber nicht glücklich darüber, dass wir nicht gewonnen haben." (682199DIASHOW: Der 24. Spieltag)

Mit seinem ersten Bundesliga-Treffer nach fünf Jahren hatte der 33-Jährige die Mainzer vor einer Frühjahrsdepression bewahrt. Das Tor in der 40. Minute krönte sein Startelf-Comeback in der Eliteklasse nach 1765 Tagen - und beendete eine lange Leidenszeit. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Letztes Bundesliga-Tor im Mai 2008

In der Bundesliga hatte Klasnic, der als weltweit einziger Fußballprofi mit einer Spenderniere gilt, zuletzt am 10. Mai 2008 getroffen - für Werder Bremen beim 6:1 gegen Hannover 96.

In Düsseldorf war er zur Stelle, als Fortuna-Torhüter Fabian Giefer den Ball nach einer Flanke des kurz zuvor eingewechselten Marco Caligiuri durch die Finger gleiten ließ. Klasnic köpfte locker aus kürzester Distanz zu seinem 50. Bundesligator ein.

"Heute war das erste Mal, dass ich der Mannschaft helfen konnte. Ich hoffe jetzt kommt der nächste Schritt", sagte Klasnic, der wegen Oberschenkelproblemen zur Halbzeit ausgewechselt wurde und die zweite Hälfte dick eingepackt auf der Bank verfolgte.

"Robustheit auf Tiefschläge entwickelt"

"Wir haben eine gewisse Robustheit auf Tiefschläge entwickelt", sagte Mainz-Trainer Thomas Tuchel bei "LIGA total!" nach dem Rückstand durch das Eigentor von Bo Svensson (6.), "dafür haben wir beim Ausgleich eben auch etwas Hilfestellung bekommen."

Zum Thema Europa League sagte er: "Wir tun gut daran, die Füße still zu halten. Uns fehlen aktuell Form und Frische, wir kommen aber dennoch regelmäßig zu Punkten. Nach dem Ende dieser anstrengenden Woche ist das Glas für mich halbvoll."

"Das hat unsere Strategie komplett über den Haufen geworfen", sagte Julian Baumgartlinger bei LIGA total! zu dem unglücklichen Eigentor, "aber wir haben uns im Laufe des Spiels wieder gefangen."

Meier freut sich nicht

Düsseldorf holte einen wichtigen Punkt im Kampf gegen den Abstieg, freuen konnte sich aber Fortuna-Trainer Norbert Meier darüber nicht wirklich.

"Ganz zufrieden bin ich heute nicht, weil wir insgesamt die besseren Torchancen hatten", sagte Meier bei LIGA total! und konstatierte: "Wir haben es probiert, aber es hat nicht gelangt. Wir haben aber auch wenig zugelassen."

"Mit sieben Punkten vor dem Abstiegsplatz sind wir in einer sehr guten Situation", sagte dagegen Giefer, der seinen Patzer ziemlich genervt abhakte.

Der Auftritt des Aufsteigers machte dem eigenen Team Mut. Aggressiv, präsent und gedankenschnell drehte die Mannschaft von Trainer Norbert Meier den Gästen zunächst den Strom ab, beim 1:0 half Svensson:

Mainzer Offensive lahmt

Von der Mainzer Offensive war fast nichts zu sehen, bis sich Klasnic mit einem Weitschuss im Spiel anmeldete (17.). Generell fehlten exakte Zuspiele, die Gastgeber eroberten den Ball häufig schon an der Mittellinie. Dabei zeichnete sich vor allem der sehr agile Robbie Kruse aus.

In der zweiten Halbzeit wurden beide Teams selten gefährlich, ein Schlenzer Caligiuris (57.) war eine der wenigen Ausnahmen.

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