Der Rückstand der Kraichgauer zum Relegationsplatz ist weiter gewachsen. Spieler und Trainer machen sich aber trotzdem Mut.

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Hoffenheim/München - Es war ein Mini-Mutmacher, mehr auch nicht.

Nach dem 0:1 von 1899 Hoffenheim gegen Bayern München (Bericht) hagelte es plötzlich lautstarken, aufmunternden Applaus.

Die Profis der Kraichgauer schlichen nach dem Schlusspfiff - eigentlich wie zuletzt in schöner Regelmäßigkeit - mit hängenden Köpfen in Richtung der eigenen Fankurve, um sich artig für die Unterstützung zu bedanken. Doch dieses Mal erklangen keine Pfiffe.

Im Kraichgau, das machte der Auftritt gegen den Rekordmeister deutlich, keimt Hoffnung auf. Wenn auch ganz, ganz zart. (682199DIASHOW: Der 24. Spieltag).

Es fehlt ein wenig Glück

"Mit ein wenig Glück, hätten wir gegen die Bayern punkten können. Aber unter dem Strich haben wir verloren. Fußball ist nun mal ein Ergebnissport. Die gesamte Mannschaft hat dennoch alles gut umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten", sagte Hoffenheims Mittelfeldspieler Daniel Williams zu SPORT1:

"Die wichtigen Tugenden wie Leidenschaft, Wille und Bereitschaft haben gestimmt. Damit konnten wir auch die Zuschauer mitnehmen, die uns sehr gut unterstützt haben. Dieser Maßstab muss jetzt auch für die nächsten Herausforderungen zählen und nicht nur, wenn der Gegner Bayern München heißt."

Sein Kollege Tobias Weis meinte nur: "Wir hängen hier jetzt nicht ein Schild hin und sagen: Hier ist geschlossen, wir haben zwar einiges aufzuholen und es wird immer düsterer, aber wir ergeben uns nicht." (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Aufmunterung von Heynckes

Dabei wird es immer düsterer. "Die Mannschaft hat einen leidenschaftlichen Auftritt hingelegt", sagte Manager Andreas Müller: "Leider ohne zählbares Ergebnis."

Vom Gegner gab es auch aufmunternde Worte. Bayern-Trainer Jupp Heynckes befand: "Diese Hoffenheimer Mannschaft lebt."

Worte, für die sie sich im Kraichgau am Ende des Tages aber nichts kaufen können.

Denn durch den Augsburger Sieg in Bremen (1:0) ist der Abstand zum Relegationsplatz 16 auf fünf Punkte angewachsen, die Nichtabstiegsplätze sind mit elf Punkten ohnehin schon außer Reichweite.

"Das ist natürlich eine ungünstige Ausgangsposition, aber es hilft nicht, sich davor zu verstecken", sagte Kurz: "Wir werden noch Spiele haben, wo wir Punkte holen können."

Starke macht Mut

Fast schon zwingend ist nun ein Sieg am Samstag im nächsten Endspiel beim Tabellenletzten SpVgg Greuther Fürth. Ausgerechnet der Ex-Torwart macht Mut: "Wenn sie so in Fürth auftreten, ist dort was drin", sagte Bayerns Keeper Tom Starke.

Williams weiß, was die Stunde geschlagen hat: "Wer unsere sportliche Situation jetzt noch nicht begriffen hat, dem ist nicht mehr zu helfen. Es gibt nur ein Ziel ? den Klassenerhalt. Ich bin aber überzeugt, dass wir es aus eigener Kraft schaffen können. Es sind noch zehn Spieltage, da ist noch Einiges möglich", sagte er SPORT1.

Sollte aber auch in Fürth verloren werden, würde Hoffenheim auf den letzten Tabellenplatz abfallen und die Bundesligalichter immer schwächer flackern.

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Die Hoffnung stirbt aber zuletzt, Worte an die man sich in diesen Tagen klammert wie ein Überlebender der Titanic an eines der Rettungsboote.

Die Bilanz des neuen Chefcoaches mit vier Punkten aus sieben Spielen und zuletzt vier Niederlagen in Serie ist niederschmetternd, ebenso die Tatsache, dass Kurz von seinen letzten 23 Bundesliga-Spielen mit dem 1. FC Kaiserslautern und 1899 Hoffenheim nur eines gewonnen hat.

Das verlorene "Sechs-Punkte-Spiel" in Augsburg am 23. Spieltag (1:2) glich einem Offenbarungseid.

Durchhalteparolen von Kurz und Weis

"Die Jungs, die glauben daran, und die Jungs werden alles dafür tun", sagte Kurz fast trotzig. Was bleibt ihm auch anderes übrig. "Wir werden einen Teufel tun, in der jetzigen Situation aufzugeben."

Weis blickte voraus: "Lassen Sie uns mal in Fürth drei Punkte holen. Dann haben wir wieder ein Heimspiel und dann schaut es wieder ganz anders aus."

Und weiter: "Zu Hause gegen Bayern, gegen so eine Übermannschaft, haben wir es ganz ordentlich gemacht, und das lässt hoffen für die nächsten Wochen."

Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

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