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Holte 2007 an der Seite von Horst Heldt den Titel nach Stuttgart: Trainer Armin Veh © getty

Schalke wirbt um Frankfurts Trainer Armin Veh. Eintracht-Boss Bruchhagen ist bei SPORT1 über die Vorgänge "verwundert".

Von Tom Vaagt und Christian Ortlepp

München - Horst Heldt hat die Zusammenarbeit mit Armin Veh einst mit einer Ehe verglichen.

Das war vor rund fünf Jahren und Sportdirektor Heldt hatte Trainer Veh gerade beim VfB Stuttgart vor die Tür gesetzt.

Man sei zwar nicht immer einer Meinung gewesen, habe sich aber immer wieder zusammengerauft - bis es eben nicht mehr ging, beschrieb der Manager damals sein Verhältnis zum geschassten Coach.

Versöhnt hat man sich seitdem schon lange. Die Freundschaft ist geblieben. Und ab der kommenden Saison soll es wohl auch mit der Zusammenarbeit wieder klappen: Bei Schalke 04.

Vor der Trennung beim VfB hatte sich das Duo jedenfalls bewährt. 2007 feierte man in Stuttgart gemeinsam die Meisterschaft.

Bruchhagen erreicht Heldt nicht

Vehs Vertrag bei Eintracht Frankfurt läuft zum Saisonende aus, die Verhandlungen mit den Hessen liegen auf Eis.

Nach Angabem des "kicker" liegt dem 52-Jährigen bereits ein "unterschriftsreifes Angebot" aus Gelsenkirchen vor. Das Magazin beruft sich dabei auf Gerüchte aus dem Umfeld der Frankfurter.

"Ich bin mit der Geschichte, die aus einer ganz anrüchigen Quelle kommt, schon gestern konfrontiert wurde", sagte Frankfurts Vorstandsvorsitzender Heribert Bruchhagen auf SPORT1-Nachfrage: "Mich wundert nur, dass ich seit gestern Horst Heldt, den ich ansonsten binnen einer Minute ans Telefon bekomme, nicht erreiche."

Veh hatte Vertragsgespräche mit der Eintracht zuletzt aufgeschoben - erst müsse die 40-Punkte-Marke geknackt werden, betonte der Coach immer wieder. So sieht es auch Bruchhagen: "Wir haben im August vereinbart, dass wir uns zusammensetzen, wenn wir 40 Punkte haben. Und dabei bleibt es."

Auch die Eintracht werde Veh ein gutes Angebot machen, sagte Bruchhagen am Montagabend bei Bundesliga aktuell.

Veh und Heldt mauern

Mit einem Sieg am kommenden Sonntag bei Hannover 96 könnte die angestrebte Punktzahl erreicht werden. Derzeit haben die überraschend auf dem vierten Tabellenplatz rangierenden Frankfurter 38 Zähler auf dem Konto. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Schalke steht nach einer bisher turbulenten Saison mit 36 Punkten auf dem sechsten Platz. Dennoch dürfte Veh beim Champions-League-Achtelfinalisten S04 die vermeintlich größeren Perspektiven vermuten. Am Montag war der Coach von SPORT1 nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Auch Heldt äußerte sich vorerst nicht. Dabei schien großer Gesprächsbedarf zu bestehen: Die Mailbox des Schalker Managers war am Nachmittag derart prall gefüllt, dass sie keine weiteren Anrufe aufzeichnen konnte.

"Neuorientierung" im Sommer

Veh würde in Gelsenkirchen die Nachfolge von Jens Keller antreten. Der 42-Jährige war nach der Entlassung von Huub Stevens im vergangenen Dezember vom U-17- zum Cheftrainer befördert worden.

Heldt hatte zuletzt allerdings bereits angedeutet, dass sich der Klub in der Trainerfrage "neu orientieren" werde.

Keller würde im Sommer dann wohl ins zweite Glied rücken oder den Verein verlassen. Ganz freundschaftlich.