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Patrick Helmes erzielte gegen Hoffenheim seine Saisontreffer 14 und 15 © imago

Leverkusen erteilt Hoffenheim eine Lehrstunde, die es in sich hat. Nach der Klatsche bläst Trainer Rangnick trotzdem kein Trübsal.

Sinsheim - Als 1899 Hoffenheim entzaubert worden war, wollte Trainer Ralf Rangnick von einem Ende des Fußball-Märchens nichts wissen.

"Wir haben auch das Hinspiel mit 2:5 hoch verloren - und wie wir danach die Hinrunde bestritten haben, ist ja bekannt", sagte Rangnick nach dem 1:4 (1:3) gegen Bayer Leverkusen.

Die erste Bundesliga-Heimpleite im zweiten Spiel in der neuen Rhein-Neckar-Arena hat in Hoffenheim zumindest äußerlich keine Spuren hinterlassen.

"Ich bin fest davon überzeugt, dass die Mannschaft schon am kommenden Wochenende in Stuttgart die richtige Reaktion zeigen wird", sagte Rangnick vor dem Duell bei seinem Ex-Klub VfB Stuttgart.

Auch Manager Jan Schindelmeiser blieb gelassen. "Solche Momente muss man schlucken und dann mit voller Kraft weitermachen", meinte Schindelmeiser, und Ex-Nationaltorhüter Timo Hildebrand hatte nach den ersten Gegentoren nach seiner Rückkehr nach Deutschland ein einfaches Rezept: "Abhaken."

Alarmierende Anzeichen?

Dabei gibt es alarmierende Anzeichen, dass 1899 den Höhenflug der Hinrunde nicht fortsetzen wird. Neuzugang Boubacar Sanogo konnte den am Kreuzband operierten Toptorjäger Vedad Ibisevic nicht gleichwertig ersetzen.

Zudem fehlt in Nationalverteidiger Marvin Compper eine weitere Stütze. Ob Compper, der im Abschlusstraining einen Muskelfaserriss in der Wade erlitten hatte, in Stuttgart wieder ins Team zurückkehrt, ist fraglich.

Sticheleien mussten sich die Hoffenheimer nach der Lehrstunde von Leverkusens Doppeltorschütze und Nationalstürmer Patrick Helmes gefallen lassen.

Selbstbewusster Helmes

"Mit etwas Glück hätten wir die richtig abgeschossen", sagte Helmes und meldete nach der Rückkehr der Rheinländer zu alter Stärke selbst Titelansprüche an: "Wir haben ein Riesenpotenzial. Wenn wir diese Form bestätigen, ist noch mit uns ganz vorne noch zu rechnen."

Helmes hatte den Torreigen mit einem platzierten Schuss unter die Latte eröffnet (3.) und in der Nachspielzeit der ersten Hälfte Saisontor Nummer 15 nachgelegt (45.+1).

Damit hievte sich der 24-Jährige nicht nur in eine gute Ausgangsposition im Kampf um die Torjägerkanone und sammelte Pluspunkte für die Nationalmannschaft, sondern erntete auch Lob von Sportdirektor Rudi Völler.

Lob von Völler

"Dass Patrick eine tolle Schusstechnik hat, ist bekannt, aber diesmal hat er sich mehr bewegt und ist dafür belohnt worden", sagte Völler.

Ein Kompliment an die gesamte Mannschaft gab es von Bruno Labbadia: "Ich habe immer gesagt, dass die Spieler gut arbeiten und der Erfolg zurückkommt." Der Bayer-Trainer warnte nach der Gala aber vor zu großer Euphorie: "Jetzt empfangen wir den Hamburger SV und damit einen weiteren direkten Konkurrenten. Da müssen wir die Leistung erneut abrufen."

Neben Helmes hatten Nationalspieler Simon Rolfes (12.) und Gonzalo Castro (48.) Bayer zum ersten Rückrunden-Sieg geführt.

Schutz für Adler

Hoffenheim blieb nur der Ehrentreffer durch Sejad Salihovic per Foulelfmeter (31.), nachdem Demba Ba von Nationaltorhüter Rene Adler im Strafraum zu Fall gebracht worden war.

Labbadia nahm Adler in Schutz. "Ich verlange ja sogar von ihm, dass er rauskommt und mitspielt, dann passiert sowas."

Auch Völler sieht Adler trotz einiger Unsicherheiten in den vergangenen Wochen nicht in der Krise: "Rene ist nicht angeschlagen."

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