Die Münchner bleiben auch nach der Niederlage in Berlin Titelfavorit, geben sich aber größte Mühe, das Rennen offen zu halten.

Bis Samstag war das Berliner Olympiastadion ein gutes Pflaster für Jürgen Klinsmann.

Hier feierte der damalige Bundestrainer im Sommer 2006 seinen wohl größten Erfolg mit dem Viertelfinalsieg im Elfmeterschießen gegen Argentinien.

Bei seiner ersten Rückkehr in offizieller Funktion musste Klinsmann dagegen eine bittere Niederlage hinnehmen.

Ebenso wie der damalige Sieg gegen den Favoriten Argentinien nicht unbedingt erwartet worden war, hatte diesmal kaum einer mit einer Pleite des FC Bayern gerechnet.

Schließlich hatte der deutsche Rekordmeister zuvor 14 Bundesligaspiele in Folge nicht mehr gegen Hertha BSC verloren.

Und mit einem weiteren Sieg wären die Münchner zum ersten Mal in dieser Saison dort gewesen, wo sie nach eigenem Ermessen auch hingehören: An der Tabellenspitze.

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Daher sprach Klinsmann vorher auch von einem "Schlüsselspiel", in dem man zeigen müsse, dass man aus der Auftaktpleite beim Hamburger SV gelernt habe.

Stattdessen aber wiederholten sich beim FC Bayern erneut die Fehler der vergangenen Monate: Löchrige Abwehr, kaum Kreativität mit Ausnahme von Franck Ribery und zu wenig zwingend im Abschluss.

So konnten die Berliner ihr Glück selber kaum fassen und stehen nun erstmals überhaupt in ihrer Vereinsgeschichte nach dem 20. Spieltag auf Platz eins.

Dennoch glauben selbst die Herthaner nicht daran, dass es am Ende zur Meisterschaft reichen könnte. Und Überraschungs-Herbstmeister Hoffenheim scheint tatsächlich in die seit langem erwartete Krise zu rutschen.

Die beim 4:1 beim bisherigen Spitzenreiter überzeugenden Leverkusener oder auch die Hamburger allerdings nun zu Top-Kandidaten auf den Titel zu machen, verbietet der Blick eine Woche zurück, als beide Teams zum wiederholten Mal unnötige Niederlagen kassierten.

Und die nominell am besten besetzten "Bayern-Jäger" Schalke (1:2 beim Vorletzten Bochum) und Bremen (1:1 gegen Schlusslicht Gladbach) bewiesen am 20. Spieltag einmal mehr, dass sie ganz oben nichts zu suchen haben.

So bleibt der FCB trotz der Pleite in Berlin weiter der Favorit auf die Meisterschale.

Allerdings gibt sich die Klinsmann-Elf, die schon zum zweiten Mal die auf dem Silbertablett angebotene Tabellenführung ablehnte, größte Mühe, das Rennen möglichst spannend zu halten.

Den meisten Fans dürfte das nur recht sein.

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