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Andrej Voronin ist als Leihgabe des FC Liverpool 2008 in die Hauptstadt gekommen © getty

Herthas Matchwinner Andrej Voronin spricht über den Sieg gegen Bayern, die Tabellenführung und die Arroganz von Mark van Bommel.

Aus Berlin berichtet Dustin Werk

Berlin - Nach dem Sieg gegen den FC Bayern herrscht riesige Euphorie in Berlin.

Herthas Matchwinner beim 2:1 gegen den Rekordmeister war Andrej Voronin.

Der vom FC Liverpool ausgeliehene Stürmer ist der Mann für wichtige Tore in der Hauptstadt.

Schon gegen Hoffenheim und Leverkusen war Voronin mit seinen Treffern maßgeblich für die Erfolge verantwortlich.

Gegen die Münchner feierte der Ukrainer nun seinen ersten Doppelpack für den neuen Tabellenführer. (zum Spielbericht)

Im Interview spricht Voronin über seine beiden Treffer, den bevorstehenden Druck als Spitzenreiter und die Arroganz von Bayern-Kapitän Mark van Bommel.

Frage: Herr Voronin, wie ist es gegen Bayern München zu gewinnen?

Andrej Voronin: Wenn man als Stürmer zweimal aufs Tor schießt und der Ball zwei Mal drin ist, kann man es nicht besser machen. Ich bin natürlich überglücklich, dass wir gewonnen haben. Großes Kompliment an die ganze Mannschaft und unsere Fans. Ohne die Jungs hätte ich auch die zwei Tore nicht gemacht. Die haben weltklasse gekämpft. Angefangen bei Jaroslav Drobny bis zu den Auswechselspielern - und das verdient Respekt.

Frage: Wann haben Sie gemerkt, dass gegen die Bayern etwas geht?

Voronin: In der ersten Halbzeit. Die hatten gar keine Torchancen. Die Führung war vielleicht nicht unbedingt verdient, aber taktisch standen wir einfach besser als Bayern und haben viele Möglichkeiten durch Konter gehabt.

Frage: Wie war es in der Halbzeit?

Voronin: In der Pause habe ich in der Kabine gesagt: Jungs, so eine Chance gegen Bayern zu gewinnen, kriegen wir nicht so schnell wieder. Zwar sind sie zurück ins Spiel gekommen, waren aggressiv und hatten auch ihre Torchancen, aber, wenn wir unsere Konterchancen besser ausgenutzt hätten, hätten wir auch 2:0 oder 3:0 gewinnen können.

Frage: Haben Sie nach dem Ausgleich noch an den Sieg geglaubt?

Voronin: Ja, auf jeden Fall. Für Bayern ist ein 1:1 zu wenig und da war mir klar, dass sie das entscheidende Tor bis zum Ende suchen werden und wir deshalb unsere Chancen bekommen. Und so ist es ja dann auch gekommen.

Frage: Wie waren die Bayern auf dem Platz?

Voronin: Ich kann nur eines sagen. So einen arroganten Spieler wie Mark van Bommel habe ich in meinem ganzen Leben noch nicht gesehen. Er ist Kapitän der Mannschaft, kommt aber als Letzter auf den Platz. Mit so einem Kapitän werden die nie Meister.

Frage: Das Stadion war erstmals in dieser Saison ausverkauft. Gibt das nochmal den besonderen Kick?

Voronin: Gegen Bayern braucht man nichts, um noch mal extra motiviert zu sein. Aber es ist natürlich geil, bei so einer Stimmung zu spielen und vor diesen Fans Tore zu machen, zu gewinnen und zusammen zu feiern. Wir haben auch für unsere Fans gewonnen. Ich hoffe jetzt, dass auch gegen andere Mannschaften das Stadion voll sein wird.

Frage: Widmen Sie jemandem Ihre Treffer?

Voronin: Sagen wir so: Ein Tor für die geile Stadt Berlin, den Verein und unsere Fans und das andere Tor für meine Frau.

Frage: Wird das jetzt mehr Druck oder mehr Motivation für die nächsten Wochen? (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Voronin: Ich glaube, wir haben keinen Druck. Wir sind eine junge Mannschaft, gucken von Spiel zu Spiel und haben eine Menge Spaß Fußball zu spielen und zu gewinnen. Aber nach so einem Spiel gegen die Bayern wird das nächste Spiel noch schwieriger. Ich hasse es, gegen Wolfsburg zu spielen.

Frage: Stuttgart ist Meister geworden mit viel Spaß am Fußball...

Voronin: Ja, warum nicht? Aber darüber will ich noch nicht sprechen. Wenn mir jetzt der eine oder andere sagt, dass wir um die Meisterschaft spielen, dann haben wir Druck. Jetzt haben wir noch keinen Druck.

Frage: Was sagen Sie zur Leistung von Jaroslaw Drobny?

Voronin:In den sechs Monaten, die ich in Berlin bin, spielt er überragend. Mindestens 70 Prozent unserer Erfolge verdanken ihm.

Frage: Wie feiern Sie jetzt?

Voronin: Ich habe meine Frau seit Tagen nicht mehr gesehen. Wir werden mit den Kindern, Freunden und meinem Berater schön was essen gehen.

Frage: Und dann bringen Sie die Kinder ins Bett und ziehen alleine weiter?

Voronin: Nee, nee, ich werde meine Kinder nicht alleine lassen.

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