vergrößernverkleinern
Sami Hyypiä (l.) und Sascha Lewandowski bilden seit April 2012 Bayers Trainergespann © getty

Leverkusen widerspricht Berichten über Zwist im Trainerduo entschieden. Hyypiäs angebliche Denkspiele sorgen für Wirbel.

Leverkusen - Rückendeckung für die Doppelspitze.

Bayer Leverkusen hat sich in ungewöhnlich heftiger Form gegen Berichte über Dissonanzen zwischen den beiden Trainern Sami Hyypiä und Sascha Lewandowski zur Wehr gesetzt.

Eine Zerschlagung des in der Liga einmaligen Konstrukts mit zwei mehr oder weniger gleichberechtigten Trainern ziehen die Bayer-Bosse nicht in Bertracht - zumindest nicht kurzfristig.

"Das ist kein Thema bei uns, die Zusammenarbeit ist genauso wie am ersten Tag", sagte Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser (63): "Rudi Völler und ich können mit Abstand am besten beurteilen, wie die Situation ist. Es gibt nicht den geringsten Handlungsbedarf."

Deutliches Dementi aus Leverkusen

Allerdings fühlten sich Holzhäuser und Sportdirektor Völler auch "genötigt", schriftlich gegen einen Bericht der "Bild" vorzugehen. (685650DIASHOW: Der 25. Spieltag)

Die dort "transportierte vermeintliche Absicht, Hyypiä strebe eine Trennung von Cheftrainer Sascha Lewandowski an, entbehrt jeglicher Grundlage. Deutlicher noch, sie entspricht nicht der Wahrheit!", schrieben Holzhäuser und Sportdirektor Völler in einer gemeinsamen Erklärung.

Hyypiä: "Nicht die Wahrheit"

Die "Bild" hatte Hyypiä mit Blick auf dessen Absprachen mit Lewandowski zitiert: "Wenn ich das dann nicht mehr müsste, würde das natürlich einiges leichter machen."

Vielleicht werde er "es hier irgendwann alleine machen". Auch Hyypiä dementierte in einer Erklärung: "Das ist nicht die Wahrheit, das habe ich definitiv nicht gesagt."

Holzhäuser und Völler schrieben von einer "Kampagne gegen Sascha Lewandowski, die in dieser Form nicht mehr hinnehmbar ist".

Lewandowski räumt Probleme ein

Lewandowski, der im Gegensatz zum Finnen Hyypiä die Trainerlizenz besitzt, räumte am Mittwoch ein, dass es in der Doppelspitze auch Probleme gebe, vor allem strategischer Natur.

"Wenn es um kurzfristige Lösungen geht, hat das Modell sehr viele Vorteile. Wenn es um langfristige Lösungen geht, ist es schwer zu leben. Daraus machen wir auch gar keinen Hehl", sagte Lewandowski "Sky".

Keine Jobgarantie

Eine langfristige Jobgarantie wollte Holzhäuser den beiden Trainern auch deshalb nicht geben. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Ich bin nicht bereit, über die Zukunft zu diskutieren. Der Fußball ist konservativ, nach hinten gerichtet in seiner Denkweise. Führungsstile ergeben sich aus der Situation. So ist das auch im Trainerteam. Die Arbeit eines Trainers ist - leider - auch immer kurzfristig zu sehen", sagte Holzhäuser.

Holzhäuser sieht Vor- und Nachteile

Äußerungen wie auch die von Hyypiä im "Sportstudio" am Samstag ("Die Konstellation ist nicht einfach. Es ist schon schwierig, das Tag für Tag zu leben") wollte Holzhäuser nicht überbewerten.

Grundsätzlich habe Hyypiä recht, sagte der Geschäftsführer, ein Kompromiss zu finden zwischen zwei, drei, vier oder fünf Personen sei immer schwieriger, als wenn eine Person alleine entscheide.

Das Konstrukt habe aber auch den großen Vorteil, dass man nicht auf die Meinung eines Einzelnen angewiesen sei. "Uns war klar, dass diese Konstellation auch Angriffsfläche bietet", sagte Holzhäuser.

Erfolg spricht für Duo

Er betonte jedoch, dass der grundsätzliche sportliche Erfolg der Werkself, die derzeit Tabellendritter ist, deutlich für die Doppelspitze spreche:

"Wir stehen auf einem Tabellenplatz, von dem wir alle vor ein paar Monaten nur hätten träumen können."

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel