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Alexander Frei (l.) bewahrte Jürgen Klopp und den BVB vor einer Pleite © getty

Gegen Cottbus sollte die Rückrunde für Dortmund richtig losgehen. Doch auch gegen die Lausitzer springt nur ein Remis heraus.

Von Kristof Reitemeyer

Dortmund - Sein Lächeln nach dem Schlusspfiff wirkte aufgesetzt. Jürgen Klopp (Trainerprofil) schien ratlos und konsterniert.

Das 1:1 gegen Energie Cottbus, das achte Heim-Remis der laufenden Saison, hatte dem Trainer von Borussia Dortmund sichtlich die Sprache verschlagen (SPIELBERICHT: Rückschlag für Dortmund).

Vor dem Spiel war das noch ganz anders gewesen: "Wir werden die Spiele gegen Leverkusen und Bayern nicht als Maßstab für unsere Qualität nehmen", hatte er gesagt und vollmundig angekündigt.

"Für uns beginnt die Rückrunde erst gegen Cottbus richtig."

Engagiert, aber planlos

Beim "Rückrundenauftakt" blieben seine Borussen allerdings weitgehend in den Startlöchern hängen. Der BVB wirkte zwar engagiert, stand den cleveren Ostdeutschen aber über weite Strecken ideen- und konzeptlos gegenüber..

Mit Ausnahme des mehrfach glänzend rettenden Torhüters Roman Weidenfeller offenbarten die Dortmunder Schwächen in allen Mannschaftsteilen. So wackelte die Innenverteidigung, längst als geschlossene Baustelle vermutet, besonders aufgrund des unsicheren Neven Subotic bedenklich.

Gerade zum Ende der ersten Halbzeit hätte Energie dem Führungstor von Cagdas Atan (31.) noch weitere Treffer hinzufügen können.

Hajnals vergebliche Mühen

In der Dortmunder Kreativzentrale mühte sich Tamas Hajnal redlich um Spielkultur. Doch auch der Ungar war nicht in der Lage, die dringend benötigten Überraschungsmomente zu schaffen.

So blieben die Borussen über 90 Minuten ausrechenbar. Die Cottbuser Defensive hatte leichtes Spiel und wurde nur durch den umstrittenen Foulelfmeter von Alexander Frei zum 1:1 (36.) überwunden.

Dass Young-Pyo Lee in der Nachspielzeit zwar ohne Absicht, aber dennoch rüde gegen Savo Pavicevic einstieg und die Rote Karte sah, passte zum für Dortmund unbefriedigenden Abend.

Kehl vom Resultat genervt

"Unentschieden zu Hause, das kann man hier nicht mehr hören", sagte ein genervter Sebastian Kehl, der nach überstandener Verletzung ein durchwachsenes Comeback in der Startelf gab. "Es ist bitter, dass wir nur einen Punkt geholt haben. Jetzt stehen wir etwas hinten dran." (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Seine Mannschaft habe es verpasst, mehr Chancen herauszuspielen. "Aber wir müssen hier trotzdem ein zweites und ein drittes Tor machen."

Die Cottbuser konnten mit dem Punkt wesentlich besser leben als der ambitionierte BVB. "Wir haben vor allem in der ersten Halbzeit sehr gut gespielt. Phasenweise auch danach ", meinte Spielmacher Ervin Skela (Spielerporträt). "Aber mit etwas Glück hätten wir auch drei Punkte holen können."

Hoffen auf das Derby

Selbiges wollen die Dortmunder in der kommenden Woche nachholen. "Wir wollen jetzt nach Schalke fahren und dort wieder richtig gut Fußball spielen", meinte Klopp, als er seine Sprache wiedergefunden hatte. "Wir werden kämpfen ohne Ende und wollen dann am Ende die Punkte mitnehmen."

Sollte das gelingen, wird über den mauen Auftritt gegen Cottbus kein Mensch mehr ein Wort verlieren.

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