vergrößern verkleinern
Robert Lewandowski (r.) wechselte 2010 von Lech Posen zu Borussia Dortmund © imago

Dortmunds Manager empfiehlt dem BVB-Torjäger die Bundesliga zu verlassen. Ex-Bayern-Stürmer Elber will Lewandowski nicht.

Von Jakob Gajdzik und Oliver Müller

München - Madrid statt München?

Geht es nach Dortmunds Manager Michael Zorc, sollte Robert Lewandowski nicht den Weg zum FC Bayern antreten, sondern die Bundesliga verlassen.

"Er kennt die deutsche Sprache bereits, jetzt kann er gerne eine andere lernen", sagt Zorc im SPORT1-Interview.

Ob Real Madrid, Manchester City oder Juventus Turin. Interessenten für den besten Bundesliga-Torjäger der Saison (19 Treffer) gäbe es mit Sicherheit genug, zudem würde man nicht den größten Rivalen mit einer dem Topspieler der Liga verstärken.

Zorc: "Gibt keinen neuen Stand"

Dabei sind die Würfel doch bereits gefallen.

Nach SPORT1-Informationen ist sich Lewandowski mit dem FC Bayern München über einen Wechsel einig - nur der Zeitpunkt des bis 2014 gebundenen Polen ist noch offen.

"Es gibt keinen neuen Stand", sagt Zorc: "Unser Standpunkt ist eindeutig, den kennt Robert und den kennen seine Berater."

Elber hält Wechsel für unnötig

In München stehen für kommende Saison Mario Gomez und Mario Mandzukic unter Vertrag. Das Arbeitspapier von Oldie Claudio Pizarro endet nach der aktuellen Spielzeit.

Geht es nach dem ehemaligen Bayern Stürmer Giovane Elber, ist ein Transfer des Dortmunders überhaupt nicht nötig.

"Bayern braucht Lewandowski nicht. Ich würde weiter auf Mandzukic und Gomez setzen", macht der Brasilianer in der "Abendzeitung" seinen Standpunkt deutlich.

"Gomez hatte mit seiner Verletzung großes Pech. Und Mandzukic hat was. Er gefällt mir schon sehr gut", beurteilt Elber die beiden FCB-Angreifer und sieht auf dieser Position keinen Handlungsbedarf beim Rekordmeister.

[kaltura id="0_j643o4pe" class="full_size" title="Zorc k ndigt Transfers a la Reus an"]

Auf Ablösesumme nicht angewiesen

Sollte Lewandowski bereits nach dem Ende dieser Saison wechseln, wollen die BVB-Bosse bis zu 30 Millionen Euro für den Polen bekommen. Ansonsten hätten sie auch nichts dagegen, ihn noch in der nächsten Saison im schwarz-gelben Trikot zu sehen.

"Selbst wenn er uns 2014 ablösefrei verlässt, hätten wir die Gewissheit, dass wir eine weitere Saison einen Topstürmer in der Mannschaft haben, mit dem wir sportlich erfolgreich sein können. Wir sind in diesem Sommer nicht auf die Ablöse angewiesen", sagte Zorc der "Sport Bild".

Das Viertelfinale in der Champions League als bisheriger Höhepunkt und die 7,5 Millionen Euro in der Winterpause für den Transfer von Ivan Perisic zum VfL Wolfsburg brachten genug Geld in die BVB-Kasse, um nicht zwingend auf eine hohe Ablösesumme pochen zu müssen.

Transfer-Offensive angekündigt

Selbst ohne mögliche Lewandowski-Millionen wäre also Geld für eine Transferoffensive im Sommer da.

"Wir werden im Sommer deutlich investieren. Sowohl in die Breite als auch in die Tiefe", hatte BVB-Boss Hans-Joachim Watzke im Volkswagen Doppelpass auf SPORT1 bereits angekündigt.

Zorc bestätigt diese Aussage bei SPORT1 und betont "unbhängig von Transfereinnahmen Transfers tätigen" zu wollen.

Kandidaten kursieren genug: Edin Dzeko, Mame Diouf, Adam Szalai oder Patrick Herrmann wurden bereits als mögliche Nacholger gehandelt. Selbst über einen Stürmertausch mit Bayerns Gomez wurde schon spekuliert, sollte sich Lewandowski bereits ab der kommenden Spielzeit dem Rekordmeister anschließen.

Namen, die von Dortmunder Seite nicht kommentiert werden.

BVB macht seine Hausaufgaben

Untätig ist der Deutsche Meister aber keinesfalls. Zorc betont, dass "wir unsere Hausaufgaben machen".

"Wir haben deutlich mehr Spieler beobachtet, als die, die bisher in den Medien genannt wurden", ergänzte der 50-Jährige, ohne konkret zu werden.

Es soll aber nicht nur auf der Stürmerposition nachgebessert werden.

"Kader breiter aufstellen"

"Wir wollen unseren Kader breiter aufstellen, um auch im nächsten Jahr wieder in drei Wettbewerben unterwegs zu sein", kündigt Zorc an.

Wer es denn am Ende wird? "Lasst euch doch einfach mal überraschen", meint der Sportchef.

In Dortmund scheint man für die Zukunft gerüstet. Egal, ob Lewandowski eine neue Sprache lernt oder nur einen neuen Dialekt.