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Aufsichtsratsboss Tönnies (r.) entscheidet über Müllers Zukunft © getty

Aufsichtsrats-Boss Tönnies schließt personelle Konsequenzen nicht aus. Muss Manager Müller nach dem Dortmund-Derby gehen?

Gelsenkirchen - Der Druck wird alles andere als kleiner, ein echtes Treue-Bekenntnis seitens des Klubs ist nach wie vor nicht zu vernehmen - und möglicherweise steht ein Nachfolger schon Gewehr bei Fuß:

So oder so muss Andreas Müller beim FC Schalke 04 weiter um seinen Job fürchten.

Immerhin: Bis zum Derby am Freitag (20 Uhr LIVE) gegen Borussia Dortmund soll der umstrittener Manager im Amt bleiben

"Müller hat eine klare Vorstellung und ein Konzept", sagte Aufsichtsratschef Clemens Tönnies vielsagend dem "kicker".

"Aber wenn die Erfolge ausbleiben und die Umsetzung sich als zunehmend schwierig erweist, gerät man irgendwann unter Zugzwang."

"Schon gar nicht alternativlos"

Und weiter: "Wir treffen keine Entscheidungen aus der Hüfte heraus, schon gar nicht alternativlos."

Was natürlich auch bedeuten könnte: Erst wenn ein Nachfolger für Müller parat steht, wird die Trennung beschlossen. Dass das zur neuen Saison der Fall sein wird, wird immer wahrscheinlicher.

Müllers Ende auf Schalke könnte aber auch schon früher kommen, etwa bei einer Niederlage gegen Dortmund.

Lob für die Kritik an der Mannschaft

Punkten konnte der Manager bei Tönnies zumindest mit seiner Kritik an den Spielern nach der 1:2-Niederlage beim Revier-Rivalen VfL Bochum (zum Nachbericht).

Tönnies bezeichnete Müllers markige Wortwahl, auch auf der Vereinshomepage ("Die Spieler haben den Klub hängen gelassen"), als "richtig und geboten".

Der Aufsichtsratschef meinte aber auch: "Er hat wohl erkannt, dass allein gutes Zureden wie bisher die schlechte Verfassung nicht verändern konnte."

Müller selber sagte dem "kicker", er sei "richtig sauer" über die Niederlage in Bochum: "Ich habe die Spieler lange genug verteidigt und geschützt. Irgendwann müssen sie auch mal etwas zurückgeben. Nicht mir, sondern dem Verein."

Fan-Wut angeblich ohne Einfluss

Keine Sorgen muss sich Müller im Übrigen wegen der anhaltenden Fankritik machen. Tönnies hob hervor, dass sich der Aufsichtsrat sich davon nicht beeinflussen lassen werde.

"Wir werden hier nicht jemanden, der als Spieler viele Jahre lang die Knochen hingehalten hat und seit einigen Jahren an verantwortlicher Stelle für den Verein tätig ist, nur der guten Stimmung wegen opfern", sagte der Fleischfabrikant.

Allerdings zähle auch bei Schalke wie in jedem Unternehmen, dass "Positionen und Ämter dann stabil sind, wenn sie durch Erfolge getragen werden". (zur Vereinsseite).

Keine Ermittlungen gegen Farfan

Unterdessen gehen die Königsblauen davon aus, dass der Deutsche Fußball-Bund davon absieht, wegen einer möglichen Tätlichkeit nachträglich gegen Jefferson Farfan (Porträt) vorzugehen.

Eine entsprechende Auskunft erhielt Schalkes Vorstandsmitglied Peter Peters von der DFB-Rechtsabteilung. Verwertbare Beweise für die Aufnahme von Ermittlungen liegen demnach nicht vor, hieß es.

Farfan hatte im Bochum-Spiel Daniel Imhof (Porträt) ins Gesicht gegriffen. Schiedsrichter Knut Kircher (Rottenburg) war die Aktion jedoch verborgen geblieben.

Anton Nachreiner, Vorsitzender des DFB-Kontrollausschusses, erklärte nun, das vorliegende Foto zu dem Vorfall reiche nicht aus für ein Verfahren gegen Farfan.

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