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Eintracht-Trainer Armin Veh (l., mit Bruchhagen) wurde 2007 mit Stuttgart Meister © getty

Boss Bruchhagen hatte es bei SPORT1 angedeutet: Der von Schalke umworbene Trainer entscheidet sich für die Eintracht.

Von Reinhard Franke

München - Der Poker ist beendet, der umworbene Trainer Armin Veh bleibt bei Eintracht Frankfurt.

Veh verlängerte am Montag seinen im Sommer auslaufenden Vertrag um ein Jahr bis zum 30. Juni 2014.

"Ich bin sehr erfreut, dass wir es geschafft haben, im sportlichen Bereich Kontinuität zu schaffen", erklärte der Frankfurter Vorstandsvorsitzende Heribert Bruchhagen.

Schalke 04 hatte sich heftig um eine Verpflichtung des Frankfurter Trainers bemüht, Veh hatte sich wochenlang nicht klar zu seiner Zukunft geäußert.

Der Wechsel nach Gelsenkirchen war in den Medien sogar schon als perfekt gemeldet worden, doch Bruchhagen hatte sich schon zuvor bei SPORT1 optimistisch gezeigt, den Trainer halten zu können.

(alle Informationen zu Vehs Verbleib heute ab 18.30 Uhr LIVE im TV bei Bundesliga Aktuell. Zu Gast ist der frühere Eintracht-Trainer Friedhelm Funkel)

Bruchhagen sehr erfreut

"Ich habe zuletzt geglaubt, dass Armin uns verlässt und jetzt glaube ich das nicht mehr. Ich habe mit Clemens Tönnies gesprochen und habe gespürt, dass er sich in der Sache unsicher ist", sagte der Eintracht-Boss am Wochenende.

Der Schalker Boss soll Bruchhagen gegenüber Bedenken geäußert haben, dass die Fans offenbar lieber weiter Jens Keller anstatt Veh auf der Trainer-Bank sehen würden.

"Ich hatte bis vor zwei Tagen geglaubt, dass er zu Schalke geht, aber jetzt bin ich mir nicht mehr so sicher", erklärte Bruchhagen und fügte an, dass er sich "natürlich sehr darüber" freue.

Die Länderspielpause nutzte Veh für einige Tage Heimaturlaub, dabei fiel offenbar die Entscheidung zu Gunsten der Eintracht.

Eintracht punktet mit neuem Sponsor

Veh hatte seine Vertragsverlängerung in Frankfurt an Bedingungen geknüpft.

Unter anderem hatte er von den Eintracht-Verantwortlichen für die nächste Saison die Anhebung des Investitionsvolumens gefordert, um umworbene Leistungsträger wie Sebstian Jung halten und neue Spieler verpflichten zu können.

Die Eintracht kam Veh hierbei offenbar entgegen, der neue Trikotsponsor Fiat soll in den nächsten drei Jahren rund 20 Millionen Euro an die Eintracht überweisen.

Mit Jan Rosenthal wurde außerdem bereits ein Wunschspieler für die kommende Saison verpflichtet.

Die Freiburger Daniel Caligiuri und Johannes Flum sollen ebenso geholt werden wie der Leverkusener Karim Bellarabi. Auch der Hoffenheimer Kevin Volland gilt als Kandidat.

Zudem sollen junge Leistunsgträger wie Sebastian Jung und Sebastian Rode gehalten werden.

Lob für Veh

Und auch das ruhigere Umfeld dürfte ein Pluspunkt der Eintracht gewesen sein. Obwohl die Mannschaft zuletzt schwächelte, setzt Bruchhagen den Trainer nicht unter Druck.

"Wir können in dieser Saison gar nichts mehr verlieren, sondern haben uns - wie es scheint - in der Bundesliga etabliert und alles, wofür wir Geld in die Hand genommen haben, ist eingetreten. Alles andere ist 'nice to have'", erklärte Bruchhagen.

Angesichts des aktuell belegten Tabellenplatz vier darf sich der Aufsteiger sogar noch berechtigte Hoffnungen auf die Qualifikation zur Champions League machen. Doch selbst wenn es mit dem internationalen Geschäft nicht klappen sollte, wäre dies für Bruchhagen kein Beinbruch.

"Wenn wir nicht nach Europa kommen würden, wäre das gar nicht enttäuschend", sagte der Eintracht-Boss: "Wir belegen auf jeden Fall einen Tabellenplatz zwischen Platz 1 und 10 und das ist ein toller Erfolg. Es ist und bleibt eine erfolgreiche Saison."

"Toll für die Eintracht"

Dass mit Veh eine Schlüsselfigur des jüngsten Frankfurter Aufschwungs erhalten bleibt, dürfte einen nicht gerade unerheblichen Teil dazu beitragen.

"Es ist toll für die Eintracht und toll für Armin Veh", sagte SPORT1-Experte Peter Neururer: "Es freut mich auch für Heribert Bruchhagen, weil er jetzt nicht komplett umdenken muss und vielleicht kann jetzt etwas Großes dort entstehen."

Veh hätte durchaus nach Schalke gepasst, vermutete Neururer: "Aber vielleicht bekommt Keller jetzt auch über die Saison hinaus eine Chance."

Löw: "Armin ein klasse Trainer"

Lob erntete Veh von Bundestrainer Joachim Löw, der sich über den Verbleib des Kollegen in Frankfurt freute.

"Ich halte Armin für einen klasse Trainer, der ein unglaubliches Gespür hat für eine Mannschaft, für junge Spieler und Situationen. Ich tausche mich mit ihm wahnsinnig gerne aus", sagte Löw zu sportschau.de.