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Lukas Podolski absolvierte sein letztes Spiel für die Bayern am 5. November 2008 © imago

Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß fordern endlich wieder einen Einsatz des Ex-Kölners. Jürgen Klinsmann aber bevorzugt wohl Donovan.

Über den FC Bayern berichtetDaniel Rathjen

München - Lukas Podolski (Porträt) ist fit und gesund.

Das war er auch schon in der vergangenen Woche. Trotzdem nahm ihn Jürgen Klinsmann nicht mit zum Spiel nach Berlin.

Es war ein deutliches Zeichen, dass der Trainer des FC Bayern nicht mehr auf den Nationalstürmer setzt.

Klinsmann bevorzugte stattdessen Landon Donovan (Porträt). Doch die kalifornische US-Leihgabe blieb beim 1:2 gegen den neuen Tabellenführer Hertha BSC erneut blass. (Festtagsstimmung und Katzenjammer)

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Luca Toni angeschlagen

Am Samstag (15 Uhr LIVE ), wenn die Münchner den 1. FC Köln empfangen, kann Klinsmann nun wohl kaum auf Podolski verzichten.

Zumal sich Luca Toni noch immer mit Sprunggelenk-Problemen herumplagt und womöglich auch für das Champions-League-Achtelfinale gegen Sporting Lissabon am 25. Februar geschont wird.

Das weiß auch Klinsmann und sagt deshalb in einem Interview auf der Vereinshomepage: "Wenn er weiter so gut trainiert wie letzte Woche, hat er die große Chance, gegen Köln wieder dabei zu sein."

Und sollte Toni tatsächlich passen müssen, könnte "Poldi" sogar von Beginn an spielen. Damit würde sich der 23-Jährige direkt vom Sofa in die Startelf katapultieren.

FCB-Bosse wollen Podolski

Was aber mindestens ein genauso großes Plus des "Prinzen" scheint, der nach der Saison zurück nach Köln wechselt: Er hat einflussreiche Fürsprecher.

"Poldi ist gesund, da wird er wieder im Kader sein", wagt Bayern-Manager Uli Hoeneß zu prognostizieren. Auch Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge ist dieser Meinung und legt nach:

"Lukas ist leider einige Zeit verletzungs- und krankheitsbedingt ausgefallen, doch jetzt ist er zum Glück wieder fit. Es wäre unser aller Wunsch beim FC Bayern, wenn er wieder in den Kader zurückkommt."

Klinsmann unter Druck

Das heißt: Klinsmann steckt mächtig in der Klemme, wenn er wider Erwarten doch auf Donovan setzt. Ausgerechnet gegen seinen Ex-Klub wäre es für Podolski der erste Einsatz seit dem 5. November (in der Champions League beim AC Florenz).

Was passiert, wenn der Trainer den Youngster erneut nicht nominiert? Zoff scheint programmiert.

Es ist kein Geheimnis, dass Klinsmann wegen Podolskis tendenziell negativer Einstellung zum FC Bayern immer noch nicht gut auf den Linksfuß zu sprechen ist.

Zu Saisonbeginn war Podolskis Entwicklung für ihn noch eine "Herzensangelegenheit" gewesen. Ein halbes Jahr später ist das Verhältnis zwischen den beiden mehr als angekratzt.

Stürmer im Team voll integriert

Den Coach (Porträt), der von sich behauptet, sich in jeden Stürmer hineindenken zu können, wurmt mächtig, dass er genau das ausgerechnet beim Riesentalent Podolski nicht entscheidend geschafft hat.

Podolski selbst hält sich inzwischen weitgehend zurück. "Natürlich bin ich enttäuscht, dass ich in Berlin nicht dabei war. Aber die Entscheidung des Trainers kam für mich nicht überraschend. Ich kann nur sagen: Ich bin seit längerem wieder fit und war einsatzbereit." (Podolski: Enttäuscht, nicht überrascht).

Gegenüber dem "Express" sagte er vor dem Duell mit seinem alten und neuen Arbeitsgeber nun noch: "Keine Frage: Das wird kein normales Spiel für mich. Es ist aber nicht geplant, dass meine Familie extra aus Bergheim anreist."

Lell zollt ein Lob

Und weiter: "Wenn ich auf dem Platz stehe, gebe ich alles für den Verein, für den ich unter Vertrag stehe. Und der heißt FC Bayern."

In der Mannschaft ist "Poldi" nach wie vor beliebt. Durch seine offene Art versteht er es, sich einzubringen. "Er trainiert voll mit, ist lautstark wie immer und voll integriert", beschreibt Rechtsverteidiger Christian Lell die Situation.

Offiziell immerhin hört sich auch Klinsmann von den Stärken Podolskis (noch) überzeugt an: "Er hat in jedem Fall Qualitäten, die uns weiterbringen können", hatte der Coach zwischenzeitlich immer wieder angemerkt.

Donovans Plus: die Schnelligkeit

Andererseits jedoch will er Donovan, der auf Empfehlung von Klinsmann nach München gekommen ist und um einen Vertrag bei Bayern spielt, weiter die Möglichkeit geben, sich zu präsentieren.

"Er verleiht uns mit seiner Schnelligkeit eine Komponente, die wir so nicht haben", hatte Klinsmann bei der Präsentation der US-Leihgabe geschwärmt.

Donovan oder Podolski - allein Klinsmann entscheidet, wer das Rennen macht. Seinen Entschluss wird er sich gut überlegen.

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