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Roman Neustädter (r.) scheiterte mit Schalke im Champions-League-Achtelfinale © getty

Fast die halbe Bundesliga hat noch Chancen auf die Teilnahme an der Champions League. Platz vier und elf trennen nur fünf Punkte.

München - Eintracht Frankfurt wittert eine "historische Chance", Schalke 04 schielt sogar auf Rang drei - aber eigentlich darf fast noch die halbe Bundesliga vom Sprung in die Champions League träumen.

Im Schneckenrennen um den Qualifikationsplatz vier ist acht Spieltage vor dem Saisonende nichts entschieden, den Anwärtern fehlt die Konstanz.

Beispiel Eintracht Frankfurt:

Der Aufsteiger hat seit sechs Spielen nicht gewonnen, zwischenzeitlich 520 Minuten kein Tor erzielt und steht vor dem Duell beim Schlusslicht SpVgg Greuther Fürth am Sonntag (ab 17.15 Uhr im LIVE-TICKER) trotzdem auf Rang vier.

Historische Chance

Vorstandsboss Heribert Bruchhagen sprach von einer "historischen Chance", international dabei zu sein. Die Vertragsverlängerung mit Trainer Armin Veh bis 2014 könnte dem Überraschungsteam zusätzlichen Schub geben.

Doch die Verfolger stehen Schlange. Bis zum Tabellenelften Nürnberg beträgt der Abstand gerade fünf Punkte.

Eine Siegesserie im Endspurt würde wohl schon zum möglichen Sprung in die Königsklasse reichen, zumindest aber die Teilnahme an der Europa League sichern (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Schalke träumt noch

"Wir kommen jetzt in die Saisonphase, in der jede Mannschaft um etwas kämpft. Es gibt eigentlich kaum ein Team, das sich jetzt irgendwo im Niemandsland befindet", sagte Christoph Metzelder von Schalke 04, der am liebsten noch Bayer Leverkusen abfangen will:

"Vielleicht geht ja noch was in Richtung dritter Platz. Wir erinnern uns alle an die tollen Spiele in der Champions League, dafür lohnt es sich zu kämpfen." Dafür ist ein Sieg am Samstag (ab 15 Uhr im LIVE-TICKER) gegen den Abstiegskandidaten 1899 Hoffenheim Pflicht.

Zurückhaltung bei Formulierung der Ziele

Allerdings gehen nicht alle Klubs so offen mit den Zielen um.

"Wunschziele auszugeben, das kann auch belasten. Wir verfolgen Handlungs- und Leistungsziele im Training und im Spiel. Damit sind wir erfolgreich", sagte Trainer Thomas Tuchel vom FSV Mainz 05, der vor der Begegnung mit Werder Bremen am Samstag (ab 15 Uhr im LIVE-TICKER) nicht offen vom Erreichen des internationalen Wettbewerbs sprach.

Dabei haben die Rheinhessen (6.) genauso nur einen Punkt Rückstand auf die Eintracht wie die Remiskönige von Borussia Mönchengladbach (7.) und der Hamburger SV (8.).

"Wir sind noch lange keine Spitzenmannschaft. Da muss noch einiges passieren", sagte HSV-Regisseur Rafael van der Vaart nach zuletzt wechselhaften Leistungen.

Konstanz fehlt

Doch an Spitzenteams mangelt es hinter dem Topduo Bayern München/Borussia Dortmund ohnehin. Keine Mannschaft konnte bislang die Fehler der Konkurrenz nutzen.

Die Eintracht hat 39 Punkte auf dem Konto, im Vorjahr hatte Schalke 04 als Vierter nach 26 Spieltagen schon 50 Zähler gesammelt.

Schlechter als die Frankfurter war zu diesem Zeitpunkt der Saison als Tabellenvierter zuletzt Stuttgart in der Spielzeit 1995/96 mit 38 Punkten.

Große Lücke hinter Top-Duo

Hinter den Bayern und dem BVB klafft eine große Lücke, auch Bayer Leverkusen auf Platz drei kann kaum Schritt halten. Doch obwohl der Werksklub in den vergangenen vier Begegnungen nur einen Sieg eingefahren hat, beträgt der Vorsprung auf Frankfurt immer noch beruhigende sechs Punkte.

Für Spannung ist an den letzten acht Spieltagen gesorgt.

Auch der SC Freiburg, der zuletzt zweimal gehörig unter die Räder kam (2:5 gegen Wolfsburg, 1:5 in Dortmund), Hannover 96 als schlechtestes Auswärtsteam der Liga und selbst der lange Zeit im Tabellenkeller feststeckende 1. FC Nürnberg dürfen sich noch berechtigte Hoffnungen auf einen internationalen Startplatz machen.

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