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Trainer Thomas Schaaf (l. mit Eichin) holte 2004 mit Werder Bremen das Double © imago

Bremen ist vor dem Spiel gegen Schalke noch nicht aus dem Gröbsten raus, doch blickt schon voraus. Schaaf und Eichin denken um.

Von Denis de Haas und Martin Hoffmann

München - Thomas Schaaf und Thomas Eichin haben sich ihre ersten gemeinsamen Wochen vermutlich anders vorgestellt.

Auf den ersten Sieg, den sie zusammen auf der Werder-Bank feiern können, warten sie seit Eichins Dienstantritt am 15. Februar vergeblich.

Was sie stattdessen erleben, sind immer neue sportliche Rückschläge und immer neue Debatten, ob Coach Schaaf nach 14 Jahren noch immer der richtige Mann am richtigen Ort ist.

Diskussionen, die sich gut und gerne noch einmal verschärfen könnten: Noch immer ist die Abstiegsgefahr nicht gebannt, eine Niederlage gegen Schalke (Sa., ab 15 Uhr im LIVE-TICKER) könnte die Unruhe erneut schüren. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Schaaf will erfahrene Spieler

Nichtsdestotrotz haben Schaaf wie Eichin schon die Aufarbeitung der noch laufenden Saison begonnen. Sowohl der Trainer als auch der Sportchef kündigen vor dem Schalke-Spiel Veränderungen in der Transferpolitik an.

Die Devise lautet: weniger Jugendwahn, mehr gestandene Spieler für Werder.

In der "Sport Bild" erklärt Schaaf, dass sein wichtigster Schluss aus der Saison lautet, "dass wir künftig nicht weiter nur auf junge Spieler setzen können".

Sein Klub müsse "auch Spieler dazugewinnen, die eine gewisse Erfahrung haben und auch schon etwas nachgewiesen haben, um mehr Stabilität und Sicherheit reinzubekommen".

Eichin träumt von einem Star

Eichin nimmt sich in der "Welt" dasselbe vor: Werder brauche "erfahrene Spieler mit hoher Identifikation für Werder Bremen".

Der Sportchef will aber nicht mehr Routiniers, er will auch wieder einen Leuchtturm in der Mannschaft errichten. Einen Star, an dem sich die Jüngeren - auf die er trotz allem weiterhin setzen will - orientieren können, einen vom Typ Diego, Johan Micoud, Ailton.

Werder brauche "den sehr guten ausländischen Profi, zu dem die jungen Spieler aufblicken und sagen: 'Boah, so will ich auch werden'".

Werder denkt an Ivanschitz

Einer, der gerne versuchen würde, dieser Leuchtturm zu sein, wäre Andreas Ivanschitz.

Der 29 Jahre alte Mittelfeld-Regisseur aus Österreich muss am Saisonende Mainz 05 verlassen und flirtet öffentlich mit dem Weser-Klub.

"Bremen wäre eine tolle Herausforderung", lässt er im "Kurier" wissen. Der Zeitung zufolge hat er sich auch schon bei seinen Landsleuten Zlatko Junuzovic und Sebastian Prödl über Bremen informiert.

Hoffen auf Elia und Ekici

Geht es nach Eichin, kann es aber auch passieren, dass sich jemand aus der aktuellen Mannschaft zum Leuchtturm entwickelt:

"Ein Elia oder ein Ekici brauchen vielleicht einfach nur Zeit, vielleicht denken wir in einem Jahr ganz anders über diese Spieler."

Einer, den Schaaf auch gerne zum Werder-Frontmann geformt hätte, ist Marko Arnautovic, bei dem es mit der geforderten Identifikation aber hapert.

De Bruyne vor dem Abschied

Der streitbare Angreifer sieht Werder bekanntermaßen als Sprungbrett, es wuchern neue Gerüchte um einen Sommer-Wechsel zum VfL Wolfsburg.

Auch mit Chelsea-Leihgabe Kevin de Bruyne kann Bremen wohl nicht mehr rechnen, der belgische Offensivmann kündigte unter der Woche faktisch seinen Abschied an:

"Chelsea hat meinem Berater gesagt, dass ich zu einem größeren Klub wechseln soll, wenn ich im Sommer nicht in Chelsea bleibe, und dass ich auf einem höheren Level spielen soll."

Eichin will de Bruyne halten

Eichin will das nicht hinnehmen: Werder wolle schließlich "nicht nur ausleihen, ausbilden und dann die Spieler wieder abgeben".

Den Kampf um de Bryune gibt er trotz dessen klarer Worte nicht auf: "Wir müssen ihm zeigen, dass wir für ihn die beste Alternative sind, um sich weiterzuentwickeln."

Ein Ende der Sieglosserie gegen Schalke wäre ein guter Start für dieses Vorhaben.

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