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Der BVB spielte in Malaga mit Großkreutz (l.) und Gündogan 0:0 © getty

Nach Malaga ist vor Malaga, doch Noch-Meister Dortmund nimmt den FC Augsburg ernst. Trotzdem könnte Coach klopp durchrotieren.

Von Maximilian Kettenbach und Matthias Becker

München/Malaga - Borussia Dortmund ließ erst gar keine Zweifel aufkommen.

Nach der aufregenden Reise ins spanische Malaga machte sich der BVB-Tross am Donnerstag ohne Umwege und Zwischenstopps auf den Weg zum Trainingselände - und hielt gleich mal die Pressekonferenz zum Bundesligaspiel gegen den FC Augsburg (ab 15 Uhr im LIVE-TICKER) ab.

Die Botschaft ist klar: Der Schalter soll sofort auf das Tagesgeschäft umgelegt werden, auch wenn nach dem 0:0 im Hinspiel des Champions-League-Viertelfinals schon am Dienstag das Wiedersehen mit dem FC Malaga ansteht.

Zum einen kann das Team von Jürgen Klopp mit einem Sieg gegen Augsburg Selbstvertrauen sammeln für Malaga sammeln, zum anderen alles in seiner Macht stehende tun, um die Ablösung seiner Noch-Meister durch den FC Bayern so lange wie möglich hinauszögern. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Zwischenspiel" gegen Augsburg

"Nur weil man nicht mehr Meister werden kann, heißt das ja nicht, dass man keine Ziele mehr hat", sagte Klopp.

Gegen den FCA müssen Klopp und seine Spieler den Spagat schaffen zwischen Liga-Alltag und Königsklasse, zwischen Malaga, Augsburg - und wieder Malaga.

Von Schonung aber will Dortmunds Coach in diesem "Zwischenspiel" nichts wissen. Um angemessen vor den abstiegsbedrohten bayrischen Schwaben zu warnen, lieferte der 45-Jährige daher ein Lehrstück Kloppscher Fußballrhetorik.

Torfestival "natürlich Quatsch"

Augsburg, so der Meistertrainer, habe sich durch die Aufholjagd in der Rückrunde "maximalen Respekt" verdient.

Das gelte auch und vor allem für FCA-Trainer Markus Weinzierl. "Der Kollege hat einen ganz großartigen Job gemacht. Er ist der Trainer des Halbjahres", adelte Klopp seinen heutigen Rivalen.

Damit aber nicht genug. Der Drittletzte der Tabelle sei ein "ganz dickes Brett" und "bestimmt nicht der Wunschgegner" für das Wochenende. Falls jemand ins Stadion komme und denke, er werde ein Torfestival sehen, sagte Klopp mit besonders ernster Miene, "dann ist das natürlich Quatsch."

Hummels-Comeback möglich

Dafür aber können die Fans darauf hoffen, Mats Hummels auf dem Rasen zu sehen.

Der Innenverteidiger trainierte nach überstandenem Außenbandriss im Sprunggelenk wie auch Patrick Owomoyela (Knochenödem) wieder mit der Mannschaft. Klopp betonte, dass man Hummels im Saisonendspurt brauche, aber nicht zu einem verfrühten Comeback drängen werde.

"Wir werden den frühest möglichen Zeitpunkt nehmen", sagte Klopp und schob nach: "Aber ob das schon am Samstag ist, weiß ich nicht."

Sollte sich Hummels für Dienstag einspielen, wenn Dortmund die seltene Chance auf den Einzug ins Champions-League-Halbfinale ergreifen will, müsste Felipe Santana wohl auf die Bank.

Wohl einige Wechsel

Zudem könnten einige Stammspieler im Hinblick auf die Champions League ein Päuschen erhalten. Er habe "keine Ahnung", ob er geschont werde, sagte Ilkay Gündogan noch in Malaga zu SPORT1.

Es sieht allerdings danach aus. Auf seiner eigenen Homepage zeigt der BVB eine mögliche Startelf mit Nuri Sahin und Sven Bender im defensiven Mittelfeld. Zudem steht dort Moritz Leitner anstelle von Mario Götze auf der Zehn, Julian Schieber im Sturm und Kevin Großkreutz für den Dauer-Angeschlagenen Lukasz Piszczek auf dem Posten als rechter Verteidiger.

Jakub Blaszczykowski, der in Malaga noch wegen Leistenproblemen absagen musste, könnte dagegen Spielpraxis sammeln.

Kehl ist optimistisch

Freiwillig, so scheint es zumindest, will sich niemand auf die Bank setzen. Die Doppelbelastung, zu diesem späten Zeitpunkt der Saison Neuland für den Doublesieger, soll jedenfalls keine Rolle spielen.

"Das haben wir in der Vergangenheit auch immer wieder gut gemacht", meinte Kapitän Sebastian Kehl: "Wir brauchen die drei Punkte gegen Augsburg, um in der Liga auf Platz zwei zu bleiben und wollen Selbstvertrauen für das Spiel am Dienstag sammeln."

Auch Gündogan stimmt zu. Es sei doch "das Schöne am Fußball, wenn man in verschiedenen Wettbewerben vertreten ist und so viele Spiele hat, dass man relativ wenig trainiert und umso mehr spielt."

Klingt nicht unbedingt danach, dass es der BVB gegen Augsburg ruhiger angehen lassen wird.

Klopp und Co. würden die Meisterfeier des FC Bayern gern um mindestens eine weitere Woche verschieben.

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