Die Münchner können in Frankfurt Meister werden. Heynckes wird dennoch rotieren. Der Eintracht fehlen mehrere Schlüsselspieler.

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Von Christian Stüwe

München - In der vergangenen Woche musste der FC Bayern noch auf Borussia Dortmund schauen, bei Eintracht Frankfurt (ab 15 Uhr im LIVE-TICKER) können die Münchner nun aus eigener Kraft Meister werden.

Sollte der BVB im Parallelspiel gegen Augsburg nicht gewinnen, würden die Bayern sogar bei einer Niederlage den Titel mit nach Hause nehmen.

Es wäre die früheste Meisterschaftsentscheidung in der 50-jährigen Bundesliga-Geschichte.(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Wir können das Werk vollenden", verkündete Trainer Jupp Heynckes am Freitag feierlich. Dieser großen Chance zum Trotz wird er dennoch rotieren - was angesichts des starken und breiten Kaders auch kein Problem sein sollte.

Mandzukic schaut wohl zu

Beim 2:0 im Hinspiel des Champions-League-Viertelfinales gegen Juventus Turin zeigte Mario Mandzukic eine bärenstarke Leistung. Der Stürmer ackerte, rackerte und wirbelte die Juve-Abwehr durcheinandern.

In Frankfurt darf der Kroate sich wohl für das Rückspiel am Mittwoch in Italien schonen.

Mario Gomez oder Claudio Pizarro, der beim 9:2 gegen den Hamburger SV in der vergangenen Woche vier Tore erzielte und zwei weitere vorbereitete, heißen die Alternativen.

Die voraussichtlichen Aufstellungen zum 28. Spieltag:

Heynckes entscheidet kurzfristig

Was die Rotation angeht, ließ sich Trainer Jupp Heynckes nicht in die Karten schauen.

"Ich möchte die Spieler erst mal wieder sehen", sagte Heynckes bei der abschließenden Pressekonferenz am Freitag: "Das ist keine Ausrede. Ich werde dann entscheiden, wie die Formation aussieht."

Der Viertagesrhythmus sei kein Problem, führte Heynckes weiter aus, es sei durchaus vorstellbar, dass auch Spieler in Frankfurt zum Einsatz kommen, die für das Spiel in Turin eingeplant sind.

Wer ersetzt Kroos?

Im Fokus steht die Frage, wer Toni Kroos ersetzen wird. Der Nationalspieler fällt wegen eines Muskelbündelrisses wohl bis zum Saisonende aus, Arjen Robben oder Xherdan Shaqiri könnten für Kroos im offensiven Mittelfeld in die Startelf rutschen.

Einiges deutet darauf hin, dass Shaqiri in Frankfurt den Vorzug erhält. Heynckes kündigte jedenfalls an, dass der kleine Schweizer nun "mehr Einsatzmöglichkeiten" bekommen werde.

"Das ist gut für den Jungen, er ist ein außergewöhnlicher Spieler", lobte Heynckes.

Eventuell ein Glas Rotwein

Weniger Gedanken hat sich Heynckes über mögliche Feierlichkeiten nach dem möglichen Titelgewinn gemacht. Eine rauschende Party wird es jedoch auf keinen Fall geben.

"Ich weiß nicht, ob wir ein Glas Rotwein trinken", sagte Heynckes: "Das kann schon möglich sein."

Am Sonntagmorgen um zehn Uhr müssen jedenfalls alle wieder fit sein. Denn dann steht die Spielanalyse an der Säbener Straße an.

Frankfurt ohne Schlüsselspieler

Ganz andere Probleme hat Gegner Frankfurt. Die Eintracht muss gegen die Bayern wohl auf ihre Schlüsselspieler verzichten.

Der Schweizer Pirmin Schwegler (Steißbein-Entzündung) wird laut Trainer Armin Veh "zu einem hohen Prozentsatz" nicht rechtzeitig fit.

Torjäger Alexander Meier (Muskelprobleme) und Torwart Kevin Trapp (Handbruch) fallen sicher aus.

Gute Erinnerungen für Nikolov

Trapp wird erneut von Routinier Oka Nikolov vertreten. Das könnte immerhin ein gutes Omen sein.

Im November 2007 hielt Nikolov trotz 38 Torschüssen der Bayern in München seinen Kasten sauber. 0:0 hieß es damals am Ende.

Die Frankfurter hätten gegen dieses Ergebnis wohl auch diesmal nichts einzuwenden - und den Bayern wäre auch bei einem Remis der Titel nur noch rechnerisch zu nehmen.

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