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Andre Schürrle (l.) wechselte 2011 vom FSV Mainz 05 zu Bayer Leverkusen © getty

Gegen Wolfsburg lässt Leverkusen einen wichtigen Dreier liegen und muss weiter um Platz drei bangen. Kjaer rettet Wolfsburg.

Leverkusen - Bayer Leverkusen hat im Kampf um die direkte Champions-League-Qualifikation zwei wichtige Punkte verschenkt.

Die Rheinländer kamen im schwachen Duell der Werksteams gegen den VfL Wolfsburg nur zu einem 1:1 (1:0) und ließen den Tabellenvierten Schalke 04 bis auf vier Punkte herankommen.

Die "Wölfe", die auch im 16. Versuch in Leverkusen ohne Sieg blieben, kommen dagegen auch mit dem neuen Trainer Dieter Hecking nicht vom Fleck.

Ausgerechnet Simon Kjaer (70.) glich die von ihm selbst verschuldete Leverkusener Führung durch Nationalspieler Andre Schürrle (12.) aus, die Europa-League-Qualifikation über die Bundesliga müssen die Niedersachen aber wohl endgültig abschreiben.

Gerüchte um Hyypiä und Schürrle

Bayer hatte eine bewegte Woche hinter sich:

Dass Trainer Sascha Lewandowski in den Jugendbereich zurückkehren wird, dass Schürrle zum FC Chelsea wechseln und der Chelsea gehörende Bremer Kevin de Bruyne nach Leverkusen kommen wird - all das scheint beschlossen, wurde aber noch nicht bestätigt.

Hecking baut um

Hecking war derweil mit Blick auf den Platz im Tabellen-Mittelfeld und das bevorstehende Pokal-Halbfinale bei Bayern München in Experimentier-Laune.

Er bot den 18 Jahre alten Maximilian Arnold im offensiven Mittelfeld zum ersten Mal von Beginn an auf.

Den 22 Jahre alten Slobodan Medojevic auf der "Doppel-Sechs" brachte er zum zweiten Mal in Folge, nahm dafür die Ex-Nationalspieler Marcel Schäfer und Patrick Helmes gegenüber dem 2:2 gegen den 1. FC Nürnberg aus dem Team und kehrte vom 4-4-2 zum 4-2-3-1 zurück.

Kjaer mit dem Bock

Und diese neuformierte Elf schien zunächst etwas besser im Spiel, verlor aber direkt nach dem ersten Rückschlag wieder den Faden. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Verursacht hatte diesen der einst elf Millionen teure Innenverteidiger Kjaer mit einem groben Schnitzer. (697885DIASHOW: Der 28. Spieltag)

Lars Bender reagierte nach einer schlechten Ballabnahme des Dänen gut, eroberte den Ball und bediente mustergültig Schürrle, der den Ball volley mit dem rechten Fuß versenkte.

Benaglio pariert stark

Die Partie blieb danach weiter auf mäßigem Niveau, doch die Vorzeichen wechselten. Bayer gewann zumindest etwas an Sicherheit, der VfL musste bis zur 52. Minute (Kopfball durch Naldo) auf die erste nennenswerte Torchance warten.

Auf der Gegenseite verhinderte Diego Bengalio gegen Stefan Kießling (18.), Gonzalo Castro (39.) oder Sidney Sam (48.) das 0:2.

Doch auch der VfL-Keeper ließ sich von der Unsicherheit anstecken: In der 43. Minute verursachte der Schweizer mit einer missglückten Faustabwehr eine Großchance von Kießling, die Naldo kurz vor der Linie entschärfte, auch nach der folgenden Ecke irrte Benaglio durch den Strafraum.

In der 80. Minute rettete er allerdings mit einer Glanzparade gegen Kießling.

VfL-Stars enttäuschen

Überhaupt war die Schwäche des VfL die Schwäche seiner Stars. Kjaer war bis zu seinem Tor völlig von der Rolle, Diego tauchte nach anständigem Beginn völlig ab, Ivica Olic war nach Treffern in den letzten fünf Pflichtspielen diesmal überhaupt nicht zu sehen.

Zu seiner Unterstützung brachte Hecking nach einer Stunde den von den Bayer-Fans mit Pfiffen begrüßten Ex-Leverkusener Helmes.

Wenig später pfiffen die Leverkusener Anhänger in der immer schwächer werdenden Partie auch ihr Team aus.

Und bewiesen dabei ein gutes Gespür: Dass ausgerechnet Kjaer einen Diego-Freistoß mit dem Hinterkopf ins Tor verlängerte, entbehrte jedoch nicht einer gewissen Ironie.

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