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Heiß begehrt: Max Kruse traf in der laufenden Saison bereits neun Mal und © getty

Freiburgs Max Kruse spricht vor der Rückkehr in die Heimat mit SPORT1 über Trainer Streich und die Chance auf Europa.

Von Reinhard Franke

München - Er kam, sah und überzeugte. Max Kruse wechselte im letzten Sommer vom FC St. Pauli zum SC Freiburg und hat sich auf Anhieb in die Herzen der Fans gespielt - und in den Notizblock von Mönchengladbachs Sportdirektor Max Eberl.

Im Sommer wird Kruse die Breisgauer schon wieder verlassen und sich den Gladbachern anschließen.

"Das wird so kommen. Mit Sicherheit", bestätigte Freiburgs Sportdirektor Dirk Dufner im Audi Star Talk auf SPORT1: "Der Ehrgeiz geht dann dahin, wieder einen neuen Max Kruse zu finden."

Der alte kann sich aber noch gebührend aus dem Breisgau verabschieden. Bis jetzt traf Kruse in 27 Spielen neun Mal und bereitete weitere acht Treffer vor. Mit seinen Toren hat der 25-Jährige maßgeblichen Anteil an Freiburgs Sensations-Saison. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Vor dem Spiel beim Hamburger SV (ab 18.15 Uhr im LIVE-TICKER) spricht Kruse im SPORT1-Interview über den Sportclub, Trainer Christian Streich und die Chance auf das internationale Geschäft.

SPORT1: Herr Kruse, zuletzt trafen Sie gegen Gladbach doppelt. Wie erleben Sie gerade Ihren Höhenflug?

Max Kruse: Der Fokus lag gegen Mönchengladbach leider ein bisschen zu sehr auf meiner Person als auf dem Spiel, aber ich habe versucht, das so gut wie möglich auszublenden, mich nur auf die 90 Minuten zu konzentrieren und meine Leistung zu bringen. Das ist mir ganz gut gelungen. Zudem hat die Mannschaft alles sehr gut umgesetzt. Wir haben gezeigt, dass wir als Mannschaft kompakt auftreten und Gegner wie die Borussen besiegen können.

SPORT1: Ausgerechnet gegen Ihren neuen Klub waren Sie letzten Spieltag der Matchwinner.

Kruse: Ich sehe mich persönlich gar nicht so sehr als Matchwinner. Natürlich bin ich froh, dass ich meiner Mannschaft mit den zwei Toren helfen konnte, Wichtig war aber, dass wir nach den letzten zwei Spielen mit zehn Gegentoren eine Reaktion gezeigt und wieder mal zu Null gespielt haben. Und was derzeit hinter den Kulissen geschieht, kommentiere ich nicht.

SPORT1: Inwieweit können Sie sich noch voll und ganz auf den SC Freiburg konzentrieren?

Kruse: Das fällt mir nicht allzu schwer, wie die Partie am vergangenen Samstag gezeigt hat. Ich bin Spieler des SC Freiburg und möchte meine bisherigen Leistungen hier weiter bestätigen, das will denke ich jeder hier in diesem tollen Team.

SPORT1: Was ist mit dem Sportclub nach einer bisher grandiosen Saison noch möglich?

Kruse: Es ist klar, dass wir so viel wie möglich erreichen möchten. Es steht für uns jetzt schon fest, dass wir eine tolle Saison gespielt haben, deswegen darf auch keiner enttäuscht sein, wenn es nicht zu etwas ganz "Großem" reicht. Aber wir wären schlecht beraten, wenn wir uns jetzt mal zwischendurch ausruhen würden.

SPORT1: Wäre das internationale Geschäft ein Fluch oder ein Segen für den Sportclub?

Kruse: Leicht wäre es sicher nicht, darauf weisen alle Verantwortlichen zu Recht hin. Aber ein schöner Erfolg wäre es allemal. Und ich glaube auch, dass der SC Freiburg diese Herausforderung mit Ruhe und Gewissenhaftigkeit anpacken würde.

SPORT1: Christian Streich hat in anderthalb Jahren in Freiburg Großartiges geleistet. Wie wichtig ist er für den Klub und die ganze Region?

Kruse: Das, was er jeden Tag mit seinem Trainerteam leistet, ist enorm. Es macht Riesenspaß, mit ihm zu arbeiten und jeder lernt bei ihm enorm viel - als Spieler und als Persönlichkeit.

SPORT1: Schon jetzt ist vom Ausverkauf in Freiburg die Rede. Ihr Kollege Jan Rosenthal verlässt den Verein in Richtung Eintracht Frankfurt. Können Sie ihren Trainer Christian Streich da verstehen, der das als Kehrseite des Erfolgs beklagt?

Kruse: Ich finde nicht, dass das bereits als Ausverkauf zu bewerten ist, was gerade passiert. Trotzdem passt es zu unserem Trainer und seiner kämpferischen Einstellung, dass er gewisse Dinge kritisch bewertet und die Truppe zusammen halten möchte.

SPORT1: Jetzt geht es in Ihre alte Heimat Hamburg. Sie kamen von St. Pauli nach Freiburg, sind aber als Kind mit ihrem Vater zum HSV gegangen. Wie sehr ist das Spiel beim HSV nun ein besonderes Spiel?

Kruse: Klar ist das ein Highlight für mich, in Hamburg zu spielen. Und doch ist es ein Spiel, in dem wir wieder alles in die Waagschale werfen werden, um so erfolgreich wie möglich zu spielen - wie jede andere Woche in der Saison auch. Wir bestreiten jedes Spiel mit dem Ziel, es zu gewinnen. Ob das dann klappt, hängt von der Umsetzung ab. Und davon, wie der HSV spielt.

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