Nach zwei titellosen Jahren mit dem traumatischen Vize-Triple in der Vorsaison hat der FCB den Weg zurück in die Erfolgsspur gefunden.

Gratulation, FC Bayern! Die Start-Ziel-Meisterschaft kam zwar für niemanden mehr überraschend, dennoch ist die Genugtuung in München groß.

Titel sind für den Millionen-Kader der wirtschaftlich - und vom Papier her auch sportlich unbestrittenen Nummer 1 im deutschen Fußball Pflicht.

Aber sie sind deshalb noch lange kein Selbstläufer, das haben die titellosen letzten zwei Jahre mit dem traumatischen Vize-Triple in der Vorsaison eindrucksvoll bewiesen.

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Diese Spielzeit hat allerdings gezeigt, dass die Bayern daraus ihre Lehren gezogen haben. Die Bosse mit der Bereitstellung weiterer Millionen für die dringend benötigten Verstärkungen, die allesamt eingeschlagen haben:

Dante als neuer Chef der mit Abstand besten Defensive, Martinez als ideale Ergänzung zum im Gegensatz zur vergangenen Rückserie diesmal durchgehend topfitten "Meistermacher" Schweinsteiger und Mandzukic als extrem mannschaftsdienlicher Torjäger.

Hinzu kommt ebenfalls ganz anders als im Vorjahr eine Ersatzbank auf internationalem Spitzenniveau mit Akteuren, die vermutlich in jedem anderen Team einen Stammplatz hätten und die in entscheidenden Situationen den Unterschied ausmachen können wie Robben, Gomez, Pizarro, Shaqiri oder Boateng.

Der beste Neuzugang aber war zweifelsohne Matthias Sammer, der bislang alle Erwartungen an ihn erfüllt hat. Der Nachfolger des glücklosen Sportchefs Christian Nerlinger hat die so schmerzlich vermisste Erfolgsgier an die Säbener Straße zurückgebracht.

Von der ersten Minute an bis zum 1:0 am Samstag in Frankfurt strahlten die Münchner bis auf wenige Ausnahmen den Siegeswillen aus, der zur frühesten Meisterschaft in 50 Jahren Bundesliga und zu zahlreichen neuen Bestmarken geführt hat.

Hauptverantwortlich für die Wiederherstellung der Bayern-Hegemonie ist aber ausgerechnet der Mann, der bei den meisten anderen Vereinen nach der Dreifach-Pleite vor einem Jahr wohl entlassen worden wäre: Jupp Heynckes.

Der Routinier hat sich im Rentenalter praktisch neu erfunden, änderte seinen großväterlichen Konsens-Stil der ersten Saison und führte das Team mit strenger Hand zur ersehnten Schale.

Auch ohne die zwei noch möglichen Titel hinterlässt Heynckes seinem Nachfolger Pep Guardiola schon jetzt ein schweres Erbe. Und er kann nach seiner (erst) dritten Meisterschaft nach 23 Jahren Pause als einer der Größten seines Fachs getrost in den verdienten Ruhestand gehen.

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