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Nach zwei Titeln in Folge sind Jürgen Klopp und der BVB als Deutscher Meister entthront © getty

Dortmunds Trainer Klopp lobt Münchens "geile Saison". Lewandowski nennt neue Ziele. Die Gäste lassen ihrem Frust freien Lauf.

Vom BVB berichtet Thorsten Langenbahn

Dortmund - Während bei den Bayern-Fans nach der vorzeitigen Meisterschaft die Korken knallten, knallten in Dortmund die Türen.

Jürgen Klopp zuckte erschrocken zusammen und duckte sich kurz Weg, als er auf dem Weg in die Kabine von den Wutausbrüchen der Augsburger überrascht wurde.

Weniger überraschend war für den BVB-Trainer in den 90 Spielminuten zuvor die kampfstarke Vorstellung der Gäste.

Und auch die vorzeitige Meisterschaft des FC Bayern konnte nach dem verdienten 4:2-Erfolg des Tabellenzweiten (Bericht) keinen mehr überraschen. 20 Punkte auf den Spitzenreiter sind bei noch sechs verbliebenen Saisonspielen nun nicht mehr aufzuholen (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Klopp adelt Heynckes

"Herzlichen Glückwunsch! Das ist eine unglaubliche Saison. Möglichweise wird's die unglaublichste in der Geschichte des Fußballs", schickte Klopp seine Grüße bei LIGA total! an die Münchner.

"Uns sind die 81 Punkte letztes Jahr ziemlich schwer gefallen - den Bayern scheinen sie dieses Jahr ziemlich leicht zu fallen ...", meinte Klopp über den Spitzenreiter mit aktuell schon 75 Zählern.

Der 45-Jährige sandte auch persönliche Worte an seinen Trainerkollegen Heynckes: "Jupp, ganz besondere Glückwünsche an Dich. Du bist ein außergewöhnlicher Kollege, ein großartiger Trainer. Alles, alles Gute - geile Saison!"

Bittencourt: "Natürlich fehlen ein paar Abläufe"

Unterdessen bleibt der entthronte Deutsche Meister dank des 16. Saisonsiegs auf Champions-League-Kurs.

Sechs Punkte beträgt der Vorsprung nun auf den Dritten aus Leverkusen, der beim 1:1 gegen den VfL Wolfsburg zwei Punkte liegen ließ.

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Die junge Dortmunder Elf ohne zahlreiche Stammspieler und mit dem 23 Jahre alten Sven Bender als Kapitän lag allerdings zur Pause 1:2 zurück.

Mutig auch Klopps offensive Dreierreihe mit Jonas Hofmann (20), Moritz Leitner (20) und Leonardo Bittencourt (19).

"So haben wir noch nie zusammengespielt, da fehlen natürlich ein paar Abläufe", meinte Mittelfeldtalent Bittencourt.

Götze und Lewandowski bringen Wende

"Es war in der ersten Halbzeit trotz des Doppelpacks ein gutes Spiel", sagte der etatmäßige Spieführer Sebastian Kehl.

Die Wende brachten dann die Etablierten. Mit dem Doppelwechsel in der 52. Minute von Mario Götze für Leitner und Robert Lewandowski für Bittencourt drehte Klopp das Spiel (697885DIASHOW: Der 28. Spieltag).

Mit seinem 21. Saisontreffer zum 4:2-Endstand behauptet sich der Pole als erster Anwärter auf die Torjägerkanone. Zumindest ein Titel, der wohl nicht an die Bayern geht.

Lewandowski: "Wollen restliche Spiele gewinnen"

"Jetzt ist es vorbei", sagte Lewandowski zur entschiedenen Meisterschaft bei SPORT1. Der BVB-Torjäger weiter: "Das war eine tolle Saison für Bayern, aber mich interessiert nicht, was Bayern spielt, sondern unsere Spiele."

"Wir wollen die restlichen Spiele gewinnen und jetzt ist unser Ziel die nächste Runde der Champions League", so Lewandowski.

Als ehemaliger 1860-Akteur zollte zunächst auch Bender den Münchnern bei SPORT1 Anerkennung. "Natürlich gratuliere ich dem FC Bayern. Sie waren die konstanteste und beste Mannschaft in diesem Jahr und sind verdient deutscher Meister geworden."

Bender: "Haben es selber verbockt"

Die Fehler sieht der Sechser eher in den eigenen Reihen.

"Wir haben es uns ein bisschen selber zuzuschreiben und selber verbockt. Wir hatten in diesem Jahr nicht die Konstanz der letzten Jahre."

Der Blick der Dortmunder richtet sich bereits auf Dienstag.

Die Dortmunder ziehen aus dem Dreier weiteres Selbstvertrauen fürs Viertelfinal-Rückspiel in der Königsklasse gegen den FC Malaga.

"Wir müssen uns überhaupt nicht verstecken, wenn wir unser Spiel durchziehen", sagt Bender.

FCA-Manager Reuter: "Das ist bitter"

Bei den Türen knallenden Augsburger war der Frust nach der zwischenzeitlichen 2:1-Führung enorm.

"Das ist bitter für uns, ohne Punkte nach Hause zu fahren", sagte Augsburgs Manager Stefan Reuter. "Wir hatten vorher schon gesagt, dass wir in dieser Phase zwischen zwei Champions-League-Spielen die Möglichkeit haben, etwas mitzunehmen."

Die Gelegenheit war groß, doch letztlich war der vermutlich künftige Vizemeister zu stark. Gratulationen dafür durften die Dortmunder allerdings nicht erwarten.

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