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Oscar Wendt (r.) trägt seit 2011 das Trikot von Borussia Mönchengladbach © getty

Trotz des Sieges gegen Fürth legen sich die Gladbacher mit den Fans an. Ter Stegen zeigt kein Verständnis. Favre akzeptiert es.

Mönchengladbach - Matchwinner Luuk de Jong erzählte mit ernster Miene von seinem Siegtreffer, Torvorbereiter Oscar Wendt trat eine Werbebande ein, und auch Torhüter Marc-Andre ter Stegen war mächtig sauer.

Lautstarke Pfiffe gegen die Mannschaft und besonders gegen Wendt hatten nicht nur den Hauptdarstellern beim 1:0 (0:0)-Arbeitssieg von Borussia Mönchengladbach gegen die SpVgg Greuther Fürth (Bericht) die Laune gründlich verhagelt.

"Ich finde es unverschämt, dafür habe ich kein Verständnis. Das macht mich ein bisschen traurig", sagte Torhüter ter Stegen, während de Jong nüchtern feststellte: "Fußball ist nicht immer schön."

Wendt entschuldigt sich

Ein kleiner Teil der 50.206 Zuschauer im Borussia-Park hatten den Gastgeber nach ganz schwacher Anfangsphase schon frühzeitig ausgepfiffen.

Außenverteidiger Wendt ließ sich daher zu einer abfälligen Geste Richtung der eigenen Fans hinreißen. (697885DIASHOW: Der 28. Spieltag)

"Das war ein Fehler von mir", räumte der Schwede ein.

Ter Stegen verständnislos

Die Anhänger verziehen ihm nicht und begleiteten seine Aktionen mit weiteren Pfiffen.

Selbst Wendts Vorlage zum Siegtreffer des niederländischen U-21-Nationalspielers de Jong (74.) versöhnte den Anhang des fünfmaligen Deutschen Meisters nicht mehr.

"Ich weiß nicht, was manche Leute erwarten, wenn man gegen Fürth spielt", sagte ter Stegen.

Er rechtfertigte sich mit dem Tabellenstand: "Wir stehen so weit oben. Das hätte vor zwei Jahren niemand gedacht." (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Wichtige Punkte im Kampf um Europa

Trainer Lucien Favre betonte, es sei nicht das erste Mal, dass ein "kleiner Teil pfeift". Als Trainer müsse er dies akzeptieren.

Viel wichtiger waren dem Schweizer die drei Punkte, auch wenn seine Mannschaft über weite Strecken eine schwache Leistung geboten hatte.

Im Kampf um die internationalen Plätze war der Sieg enorm wichtig.

"Es ist alles eng. Es wird spannend. Wir werden um jeden Punkt kämpfen", sagte Favre, der sich zuvor in einigen Situationen bei ter Stegen hatte bedanken müssen, dass sein Team nicht in Rückstand geraten war.

Fürth zum achten Mal in Folge sieglos

Die Fürther boten eine engagierte Leistung, doch nach dem achten Spiel in Folge ohne Sieg ist der der Abstieg für den Aufsteiger wohl nicht mehr zu verhindern.

Neun Punkte beträgt weiterhin der Rückstand bei noch sechs ausstehenden Spielen auf den FC Augsburg auf dem Relegationsrang.

Trainer Frank Kramer war mit seinem Team dennoch zufrieden.

Kein Vorwurf an Zimmermann

"Wir haben ein ordentliches Spiel gemacht. Wir waren bissig und aggressiv", sagte Kramer, dessen Team nach Gelb-Rot gegen die Gladbacher Leihgabe Matthias Zimmermann wegen wiederholten Foulspiels in der 66. Minute in Unterzahl gespielt hatte.

"Beim Gegentor haben wir es in Unterzahl nicht geschafft, das Loch zu stopfen", sagte Kramer, der Zimmermann aber keinen Vorwurf machen wollte: "Es war eine tolle Geschichte für ihn, hier zu spielen. Er war sehr motiviert. Über den Abgang ist er natürlich sehr unglücklich."

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