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FCB-Präsident Uli Hoeneß wurde als Spieler 1972, 1973, 1974 deutscher Meister © imago

Im Interview spricht Uli Hoeneß über den historischen Titelgewinn, Meistermacher Schweini und seine Gefühle vor dem Turin-Spiel.

Von Frank Hellmann

Ein wenig haben sie dann doch gefeiert, nach dem historischen Coup (Nachbericht). Jupp Heynckes wagte ein kurzes Tänzchen, Franck Ribery schnappte sich ein Megafon, Dante rannte mit einer Meisterschale aus Pappe in die Kabine.

Und auch Uli Hoeneß, mit rot-weißem Schal über dem Sakko, hüpfte kurz vor Freude auf der Tribüne.

Doch spätestens auf dem Rückflug nach München galt die Konzentration des Präsidenten dem anstehenden Viertelfinal-Rückspiel der Champions League bei Juventus Turin am Mittwoch.

"Man spürt, die Mannschaft will mehr. Sie will jetzt noch die Champions League und den DFB-Pokal gewinnen", sagte Hoeneß und fügte an: "Irgendwann wird die Zeit zum Feiern kommen."

Im Interview spricht der Bayern-Präsident über den historischen Titelgewinn, Meistermacher Schweinsteiger und seine Gefühle vor dem Turin-Spiel (697885DIASHOW: Der 28. Spieltag).

Frage: Was bedeutet die 23. Meisterschaft für den FC Bayern München?

Uli Hoeneß: Es ist anders als sonst. Wir haben das sehr oft erlebt, dass es eng war; dass es erst am letzten Spieltag entschieden wurde. Jetzt haben wir sechs Spieltage vor Schluss 20 Punkte Vorsprung ? das ist überragend, das hat es noch nie gegeben. Man spürt auf der einen Seite die Freude, auf der anderen Seite die Konzentration auf den Mittwoch. Das ist einerseits schade, das ist andererseits toll, dass wir noch zwei Wettbewerbe haben (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

[kaltura id="0_savuq7t4" class="full_size" title="Meister Bayern feiert auf Sparflamme"]

Frage: Welches Gefühl haben Sie denn nun für das Turin-Spiel?

Hoeneß: Ehrlich gesagt: Ich bin nervös. Weil ich weiß, dass es noch ein ganz großes Ziel gibt.

Frage: Wie wichtig ist die Königsklasse?

Hoeneß: Nach dem Debakel gegen Chelsea im vergangenen Jahr ist das extrem wichtig. Man spürt, dass die Mannschaft danach strebt. Die wichtigste Voraussetzung ist mit der Meisterschaft geschaffen. Trainer und Mannschaft haben da super Arbeit gemacht. Wir wollen aus einer super Saison noch eine Super-Super-Saison machen.

Frage: Ist es typisch, dass Bastian Schweinsteiger das Tor zur Meisterschaft gelingt?

Hoeneß: Er steht seit Wochen in der Kritik, ist aber seit Wochen überragend und ein richtiger Leader geworden. Wir haben insgesamt souverän gewirkt. Ich hatte immer das Gefühl, dass unsere Mannschaft immer noch zulegen kann.

Frage: Was fühlen Sie nach zwei Jahren Dortmunder Vorherrschaft persönlich?

Hoeneß:Normalerweise ärgert man uns ja nur einmal. Dortmund hat uns zwei Jahre wirklich richtig geärgert, dafür gebührt ihnen auch Respekt. Wir haben jetzt geantwortet mit einem Titel sechs Spieltage vor Schluss mit 20 Punkten Vorsprung. Das ist eine wunderbare Antwort, auf das, was Dortmund uns abgefordert hat.

Frage: Und was bedeutet am 1. Juni möglicherweise ein Finale im DFB-Pokal?

Hoeneß: Wir dürfen nicht den Fehler machen, diese Meisterschaft klein zu reden. Wir haben vor der Saison gesagt, das große Ziel ist die deutsche Meisterschaft und das haben wir jetzt erreicht. Der DFB-Pokal ist dann noch eine wunderbare Sache, vor allem für die Fans: Das ist ein riesiges Fest in Berlin. Aber eines ist klar: Die Champions League ist das Größte. Da wollen wir so weit wie möglich kommen.

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