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Lukas Podolski steht vor seinem zwölften Bundesliga-Einsatz in dieser Saison © imago

Keine Personalie ist heißer: Vor dem Spiel gegen Köln spricht Noch-Bayern-Stürmer Lukas Podolski im Interview über seine Gefühle.

Über den FC Bayern berichtetDaniel Rathjen

München - Vor dem Spiel des FC Bayern gegen den 1. FC Köln (Sa., ab 15 Uhr LIVE) gibt es nur ein Thema: Lukas Podolski (Spielerporträt).

Seine Nichtnominierung für das Spiel gegen Hertha, obwohl er fit war, sorgte für Wirbel, genauso wie die Rufe des Vorstands nach seinem Comeback (Bayern wünscht sich Podolski zurück). Bislang zog Trainer Jürgen Klinsmann ihm die Leihgabe aus den Staaten vor, Landon Donovan.

Zwar räumt der Bayern-Coach (Porträt) nun Podolski gute Chancen ein auf einen ersten Einsatz für die Münchner seit dem 1. November, doch noch ist nichts klar.

Gleichzeitig setzt ihn Bundestrainer Joachim Löw allerdings unter Druck. (Löw setzt Podolski unter Druck)

Der Prinz bricht sein Schweigen

Lange hielt sich "Prinz Poldi" zurück und ließ nur sporadisch von sich hören. Sport1.de saß im Leistungszentrum des Rekordmeisters an der Säbener Straße mit am Tisch, als der 23-Jährige zu allen brennenden Themen Stellung nahm.

Frage: Herr Podolski, spielen Sie am Samstag von Beginn an, werden Sie eingewechselt, sind Sie gar nicht im Kader, oder schießen Sie gar ein Eigentor?

Lukas Podolski: Das werden wir am Samstag sehen. Ich habe ein gutes Gefühl, überhaupt dabei zu sein. Aber am Ende entscheidet der Trainer, welche Leute im Kader sind. Ich habe jetzt noch ein paar Tage, mich anzubieten im Training - und ich gebe Gas.

Frage: Würden Sie jubeln, wenn Sie treffen?

Podolski: Ich würde jetzt nicht so ausgelassen jubeln wie, als wenn ich gegen andere treffen würde. So wie gegen Leverkusen oder Gladbach zum Beispiel (Erzfeinde des 1. FC Köln, Anm. d. Red.).

Frage: Wie sehr haben Sie in den vergangenen Wochen gelitten und speziell, als Sie erfuhren, dass Sie gegen Berlin nicht im Kader sind?

Podolski: Wie gesagt, ich war ja nicht überrascht. Ich habe ordentlich trainiert und auf meine Chance gewartet. Jetzt kommt sie vielleicht am Wochenende. Es wird natürlich nicht einfach, weil ich mehr als drei Monate nicht gespielt habe, aber ich bin bereit!

Frage: Wie hat Ihnen Jürgen Klinsmann erklärt, dass Sie nicht mit nach Berlin reisen?

Podolski: Darüber haben wir nicht gesprochen. Er hat mir nur gesagt, dass ich in München bleibe. Ich muss die Entscheidung akzeptieren, für mich geht es trotzdem weiter.

Frage: Was halten Sie von Landon Donovan?

Podolski: Ich beurteile keine anderen Spieler, da soll sich jeder selbst ein Bild machen.

Frage: Fühlen Sie sich wieder als Stürmer Nummer drei?

Podolski: Ich sehe mich als einer von vier Stürmern, die da sind. Und der Trainer setzt von den Vieren die ein, die er möchte.

Frage: Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß haben Ihr Comeback gefordert. Hat Ihnen das gefallen?

Podolski: Ich habe das mitbekommen, das war ein schönes Zeichen und eine Unterstützung.

Frage: Wann haben Sie das letzte Mal mit Jürgen Klinsmann gesprochen?

Podolski: Wir sehen uns jeden Tag. Aber intensiv haben wir eigentlich nicht gesprochen.

Frage: Wäre es besonders bitter, gegen Köln nicht dabei zu sein?

Podolski: Nein, das wäre kein Weltuntergang. Wenn ich nicht auf dem Platz bin, bin ich im Stadion und schaue mir das Spiel an. Aber ich bin sowieso ein Typ, der immer dabei sein will, vollkommen unabhängig vom Gegner.

12095(DIASHOW: Einmal München und zurück)

Frage: Wie würden Sie das Verhältnis zu Klinsmann beschreiben?

Podolski: Neutral. Ein ganz normales Spieler-Trainer-Verhältnis.

Frage: Es gab aber auch mal Zeiten, da war das Verhältnis enger...

Podolski: Schon, aber ich bin jemand, der gerne Fußball spielt. Wenn ich nicht spiele, bin ich unzufrieden. Das war bei Hitzfeld so, das war bei Magath so, und das ist jetzt auch so. Aber man darf das auch nicht alles auf die Trainer schieben.

Frage: Inwiefern?

Podolski: Ich bin bestimmt auch selbst schuld. Ich hätte in einigen Spielen sicher besser sein können. Andererseits habe ich auch nie die Chance bekommen, mich über einen längeren Zeitraum zu beweisen.

Frage: Es heißt, Sie hätten sich auch im Training hängen lassen...

Podolski: Nein, ich habe mich immer reingehängt. Ich lasse mir nicht sagen, dass ich nicht gut trainiert habe. Ich habe mir bei meinen Kurzeinsätzen auch selbst viel Druck gemacht, weil ich wusste, dass ich nur diese Chance hatte.

Frage: Was heißt das konkret?

Podolski: Letztlich war das vielleicht zu viel Druck. Ich habe gedacht, ich muss alles zeigen, überragend spielen und ein Tor machen, damit ich drin bleibe. Das war vielleicht ein Fehler von mir. Auf Dauer hat es mir nicht gut getan, dass ich nicht regelmäßig gespielt habe - und das über einen längeren Zeitraum.

Frage: Wie gehen Sie die nächsten Monate an?

Podolski: Wenn ich spiele, gebe ich Vollgas. Wenn ich nicht spiele, gebe ich eben im Training Gas.

Frage: Und wenn Sie gar nicht mehr für Bayern spielen?

Podolski: Es ist natürlich nicht einfach. Aber ich habe weiter Spaß. Und ich habe im Hinterkopf, dass der Wechsel nach Köln fix ist. Dadurch bin ich befreiter.

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