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Mirko Slomka ist seit Januar 2010 Trainer bei Hannover 96 © imago

Hannover bietet beim 0:0 gegen Stuttgart Magerkost. Slomka rückt von Europa ab und stärkt Schmadtke. Labbadia nennt ein Manko.

Hannover - Nach der trostlosen Nullnummer im Endspurt um Europa waren Trainer Mirko Slomka und die Spieler von Hannover 96 restlos bedient. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Slomka schüttelte nach einer ganz schwachen Vorstellung immer wieder fassungslos den Kopf, Torjäger Mame Diouf saß nach dem 0:0 gegen den VfB Stuttgart niedergeschlagen auf dem Rasen.

Sechs Spieltage vor Saisonende beträgt der Rückstand auf Platz sechs vier Punkte - der Traum von Europa droht zu platzen.(697885DIASHOW: Der 28. Spieltag)

"Wir brauchen aktuell keine Ansprüche mehr auf Europa anzumelden", stellte 96-Trainer Mirko Slomka bei LIGA total! klar.

Sergio da Silva Pinto nahm nach dem zweiten Heimspiel in Folge ohne Torerfolg kein Blatt vor den Mund.

"Das war kein gutes Spiel. Wir erreichen unsere Ziele nur alle zusammen. Das scheint momentan nicht der Fall zu sein", sagte der Mittelfeldspieler.

Slomka stärkt Schmadtke

Und auch neben dem Rasen läuft bei 96 nicht unbedingt alles rund.

Ein weiteres heiß diskutiertes Thema der 46.000 Zuschauer in der nahezu ausverkauften WM-Arena in Hannover war mal wieder die Zukunft von Sportdirektor Jörg Schmadtke.

Auf die anhaltenden Gerüchte zum angespannten Verhältnis zu Slomka reagierte der Manager am Sonntagabend mit einer Medienkritik.

"Da würden einige gerne sehen, dass ich gehe", sagte Schmadtke bei "Sky" in Bezug auf Meldungen, die von einem "zerütteten Verhältnis" zwischen Sportdirektor und Trainer berichtet hatten.

Einen Rücktritt schloss der 49-Jährige aus: "Ich bin voll in der Planung für die neue Saison." Auch Slomka ging davon aus, "dass wir nächste Saison zusammenarbeiten".

Keine Großchancen

Die Niedersachsen hatten zuvor in 90 Minuten keine einzige klare Torchance herausgespielt. Anspruch und Wirklichkeit klaffen derzeit weit auseinander. "Wir wollen wieder in die Europa League, aber das wird jetzt schwer", sagte Diouf.

Stuttgart war in der niveauarmen Partie noch die etwas bessere von zwei ganz schwachen Mannschaften. Die ersatzgeschwächten Schwaben bleiben trotz des Punktgewinns auf Platz 13.

Schwache Rückserie

Seit der Winterpause hat die Mannschaft von Trainer Bruno Labbadia gerade einmal acht Punkte geholt. "Eigentlich freut man sich über ein Remis bei einer heimstarken Mannschaft, aber heute hätte es mehr sein können", sagte VfB-Torhüter Sven Ulreich.

Slomka hatte vor dem Duell gegen den VfB den Schlussspurt um die Europa-League-Plätze ausgerufen.

"Wir können vielleicht im Windschatten vorbeihuschen, wenn die anderen Federn lassen", sagte der 45-Jährige. Den Worten ihres Trainers ließen die 96-Spieler allerdings keine Taten folgen.

Ohne Ideen

Nachdem die direkten Konkurrenten Hamburg, Frankfurt und Mainz zuvor ihre Spiele verloren hatten, boten die Niedersachsen über weite Strecken eine enttäuschende Leistung und fanden kein Mittel gegen die gut sortierte Stuttgarter Defensive.

Der 96-Angriff mit Diouf und Didier Ya Konan sah gegen die Stuttgarter Verteidigung um Kapitän Serdar Tasci keinen Stich.

Okazaki vergibt

Wenn es in einer ganz schwachen ersten Hälfte überhaupt mal gefährlich wurde, dann vor Nationalkeeper Ron-Robert Zieler. Doch VfB-Angreifer Shinji Okazaki vergab zwei Mal aus aussichtreicher Position (20. und 29.).

Auch in der zweiten Hälfte bot sich das gleiche Bild. Während Stuttgart zunächst mehr vom Spiel hatte, verlegten sich die Gastgeber auf Konter.

Richtig gute Chancen blieben aber Mangelware. Christian Gentner verpasste für die Gäste (56.), da Silva Pinto verzog auf der anderen Seite aus spitzem Winkel (59.).

Labbadia muss umbauen

Labbadia musste gleich mehrere Stammspieler ersetzen. Zwar kehrte der von einer Grippe genesene Tasci ins Team zurück, doch Georg Niedermeier (Gelb-Rote Karte) und Martin Harnik (5. Gelbe Karte) fielen aus. Auch Felipe (Adduktorenprobleme) und William Kvist (Fußverletzung) saßen zunächst nur auf der Bank.

"Das Manko ist, wir haben zu wenig Torschützen. In der ersten Halbzeit hätten wir ruhiger am Ball sein müssen. Wir wollten den tödlichen Pass immer zu schnell spielen", erkannte Bruno Labbadia die Schwächen im Spiel der Schwaben.

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