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Marcell Jansen spielt seit 2008 für den Hamburger SV © getty

Marcell Jansen attackiert junge Mitspieler und die Einkaufspolitik. Acht HSV-Profis blamieren sich in der Regionalliga.

Hamburg - Eine öffentliche Brandrede eines Spielers und ein blamabler Aushilfs-Auftritt im Regionalliga-Team.

Beim kriselnden Hamburger SV wird die Stimmung immer explosiver.

Nationalspieler Marcell Jansen kritisierte nach der Pleite gegen den SC Freiburg (0:1) die Einkaufspolitik seines Vereins.

"Führungsspieler kann man sich nicht schnitzen, sondern die müssen vom Naturell so sein. Damit muss man sich auseinandersetzen, ob man danach auch verpflichtet hat über Jahre", sagte der 27-Jährige im "NDR".

"Wir sind im letzten Jahr mit Ach und Krach vor dem ganz Schlimmen bewahrt worden, spätestens das hätte uns wachrütteln sollen", führte er weiter aus.

Jansen kritisiert Jungprofis

Auch in diesem Jahr droht der Klub den europäischen Wettbewerb zu verpassen. Die Niederlage gegen Freiburg bedeutete einen weiteren Rückschlag.

Sechs Spieltage vor dem Saisonende liegt der HSV als Elftplatzierter vier Punkte hinter Rang sechs. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Jansen nahm sich explizit die jüngeren Mitspieler zur Brust. Bei vielen Jungprofis vermisst er die richtige Arbeitsauffassung.

"Die Grundeinstellung vieler junger Spieler stimmt nicht. Zudem fehlt die Selbstverantwortung", sagte Jansen der "Bild", "Schuld sind Elternhaus und Berater. Und der Leidtragende ist der HSV."

[kaltura id="0_9e6lpx9k" class="full_size" title="HSV Boss Jarchow frustriert"]

Fehlende Konstanz

Aber auch die Führungsebene bekam von Jansen ihr Fett weg.

Bei den Hanseaten herrsche nicht die nötige Konstanz. "Ich glaube, es gibt noch zwei Spieler, mit denen ich vor fünf Jahren beim HSV angefangen habe. Ich weiß nicht, wie viele Trainer, Sportdirektoren und andere Verantwortliche den Verein mittlerweile durchlaufen haben", sagte der frühere Mönchengladbacher. (697885DIASHOW: Der 28. Spieltag)

Den drohenden Abstieg der Regionalliga-Mannschaft des HSV sieht der Verteidiger als "dramatisch" an, "weil wir gute, talentierte, junge Spieler zur nächsten Saison bekommen. Wenn die in der Oberliga spielen müssen statt eine Liga höher, ist das sehr problematisch", sagte Jansen.

Bruma und Co. blamieren sich

Am Sonntag hätten acht Profis für die Kehrtwende beim U-23-Team sorgen sollen.

Doch die Nachwuchsmannschaft verlor mit 1:4 beim BSV Rehden.

Die eingesetzten Spieler aus Thorsten Finks Kader blamierten sich bis auf die Knochen, Abwehrspieler Jeffrey Bruma unterlief gar ein Eigentor.

Fink, der die Begegnung in Niedersachsen zusammen mit Sportdirektor Frank Arnesen verfolgt hatte, zeigte sich entsetzt: "Ich bin sehr enttäuscht, von unseren Profis hat sich niemand angeboten", sagte der 45-Jährige dem "Hamburger Abendblatt".

Neben Bruma waren die Nationalspieler Petr Jiracek, Slobodan Rajkovic und Gojko Kacar aufgelaufen.

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