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Seit 2010 arbeiten Jörg Schmadtke (l.) und Mirko Slomka (r.) gemeinsam in Hannover © getty

Nach einer schwachen Vorstellung drehen sich bei 96 erneut die Diskussionen um das Verhältnis von Manager und Trainer.

Hannover - Die Stimmung war mies. Doch das lag nur bedingt an der trostlosen Nullnummer gegen den VfB Stuttgart (Bericht). Bei Hannover 96 sorgt mal wieder der Dauerzwist zwischen Sportdirektor Jörg Schmadtke und Trainer Mirko Slomka für Schlagzeilen.

Die andauernden Querelen des Führungsduos gefährden die dritte Europa-League-Qualifikation in Folge. Die Spieler scheinen im Saison-Endspurt wie gelähmt, in den letzten fünf Partien gab es lediglich einen Sieg (697885DIASHOW: Der 28. Spieltag).

Blutleere Vorstellung

"Das war zu wenig für Europa. Wir haben nicht unseren besten Tag erwischt - gerade im Kombinationsspiel", sagte Steven Cherundolo nach dem zweiten torlosen Heimspiel in Serie. Sechs Spieltage vor Saisonende beträgt der Rückstand auf Platz sechs weiter vier Punkte.

Den markigen Worten ihres Trainers, der vor dem Spiel den Schlussspurt um die Europacup-Plätze ausgerufen hatte, ließ 96 eine blutleere Vorstellung folgen.

Hannovers Kapitän beteuerte aber, dass die schwache Leistung gegen den VfB nichts mit der neuerlichen Unruhe im Klub zu tun habe.

"Das belastet uns gar nicht. Wir konzentrieren uns auf unseren Job", sagte Cherundolo.

Schmadtke schließt Rücktritt aus

Doch Fakt ist, dass in der niedersächsischen Landeshauptstadt zurzeit mal wieder heftig über einen Abschied von Schmadtke im Sommer spekuliert.

Als Grund wird das zerrüttete Verhältnis des Managers zu Slomka angeführt - trotz eines vermeintlichen Friedensgipfels bei Klubchef Martin Kind Anfang März, und trotz des unbefristeten Arbeitsvertrages Schmadtkes.

"Das würden einige gerne sehen, dass ich gehe", sagte der 49-Jährige am Rande des Spiels im Hinblick auf entsprechende Medienberichte. Einen Rücktritt schloss er aber aus: "Ich bin voll in der Planung für die neue Saison."

Slomka entschärft Gerüchte

Auch Slomka gab sich nach dem Spiel alle Mühe, die neuerlichen Gerüchte zu entschärfen.

"Wir arbeiten sehr zielstrebig zusammen wie immer. Was in den Medien steht, entspricht nicht der Wirklichkeit und der Wahrheit", sagte Slomka: "Wir müssen für die kommende Saison eine Mannschaft zusammenstellen - das machen wir sehr konzentriert."

Sergio da Silva Pinto, dessen Vertrag bei den Roten im Sommer ausläuft, ließ bei seiner Analyse des Sonntagsspiels Raum für Interpretationen. "Wir erreichen unsere Ziele nur alle zusammen. Das scheint momentan nicht der Fall zu sein", sagte der Mittelfeldspieler. Auch Trainer und Sportdirektor dürften sich von seinem Appell angesprochen fühlen.

Stuttgart mit Remis zufrieden

Der VfB war mit dem Punktgewinn, dem erst achten Zähler nach der Winterpause, dagegen zufrieden (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

"Es wären sogar drei Punkte möglich gewesen. Wir hatten die Offensive von 96 gut im Griff, aber vorne hätten wir klarer sein müssen", sagte Trainer Bruno Labbadia: "Es fehlt uns zurzeit einfach das letzte Quäntchen, das begleitet uns schon über die gesamte Saison."

Zumindest mit dem Abstieg dürften die Schwaben angesichts von neun Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz nichts mehr zu tun.

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