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Jörg Schmadtke (r.) leitet die sportlichen Geschicke bei Hannover 96 seit 2009 © getty

In Freiburg geht es für Hannover um Europa. Die Diskussionen um den abwesenden Sportdirektor überlagern aber das Sportliche.

München - Ist es nur eine unglückliche Terminkollision oder doch eine willkommene Ausrede?

Wenn Hannover 96 am Freitag (ab 20 Uhr im LIVE-TICKER) beim SC Freiburg um seine wohl letzte Europa-League-Chance kämpft, wird Jörg Schmadtke nicht im Breisgau zittern, sondern im Rheinland feiern.

Der 96-Sportdirektor ist Geburtstagsgast bei seinem Mentor Werner Faßbender (80), dem langjährigen Vize-Präsidenten von Fortuna Düsseldorf.

Schmadtke blockt ab

Dass diese persönliche Entscheidung die Diskussionen über das angespannte Verhältnis zu Trainer Mirko Slomka und einen vorzeitigen Abschied aus Hannover befeuern dürfte, nimmt der 49-Jährige nach außen gelassen hin.

"Mir wird viel zu viel über Einzelpersonen gesprochen. Es geht einzig und allein um Hannover 96 - und um nichts anderes", sagte der ehemalige Bundesligatorhüter dem "NDR".

Maue Ausbeute von 96

Blickt man bei den Niedersachsen auf die Resultate der vergangenen Wochen, muss man indes argwöhnen, dass die Dauerrivalität zwischen Schmadtke und Slomka am Kader der Norddeutschen nicht spurlos vorbeigegangen ist.

Nach nur fünf Punkten aus den letzten fünf Spielen sind die "Roten" bis auf den neunten Platz zurückgefallen - mit vier Zählern Rückstand auf Wunschposition sechs. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Kind übernimmt und vermittelt

Und so versucht Präsident Martin Kind, seit Monaten ein vielbeschäftigter Vermittler zwischen seinen beiden leitenden Angestellten, vor dem wichtigen Gastspiel beim fünftplatzierten Konkurrenten aus Freiburg die Wogen zu glätten:

"Ich bin ja auch vor Ort und werde die Aufgaben von Herrn Schmadtke übernehmen."

Und auch Slomka erklärte, er sei über das Fehlen des Sportdirektors rechtzeitig informiert worden.

Cherundolo: Keine Ausrede

Aber bei der Mannschaft kommt der Dauerzwist in der Führungsetage gar nicht gut an. "Wir kriegen das ein bisschen mit, und es ist nicht schön", räumte 96-Kapitän Steven Cherundolo ein.

Als Ausrede sollen die Querelen aber nicht dienen: "Es ist auf keinen Fall ein Grund, weshalb wir nicht Top-Leistungen zeigen könnten."

Freiburg fokussiert

Angesichts von nur vier Zählern Vorsprung auf Hannover hilft auch den Platzherren im Kampf um das internationale Geschäft in der Liga nur ein Dreier weiter, auch wenn im DFB-Pokal in der kommenden Woche mit einem Sieg beim VfB Stuttgart das Endspiel erreicht wäre.

"Ich habe nicht das Gefühl, dass die Mannschaft nicht an Hannover denkt", zerstreut Trainer Christian Streich Sorgen um die Konzentration seines Teams.

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Freiburg: Baumann - Mujdza, Ginter, Diagne, Sorg - Makiadi, Schuster, Schmid, Caligiuri - Rosenthal, Kruse

Hannover: Zieler - Cherundolo, Djourou, Schulz, Pocognoli - da Silva Pinto, Hoffmann - Sakai, Rausch - Diouf, Ya Konan

Schiedsrichter: Deniz Aytekin (Oberasbach)

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