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Jannik Vestergaard (M.) kam 2010 aus der Jugend von Bröndby IF zu 1899 Hoffenheim © imago

Bei der TSG geht der Blick wieder nach vorne. Vor dem Wolfsburg-Spiel lobt der Abwehrspieler seinen Trainer für dessen Pläne.

Von Reinhard Franke

München - Es scheint wieder ein wenig bergauf zu gehen bei 1899 Hoffenheim. In den letzten Monaten wurden die Kraichgauer in einen Sog der Enttäuschung gezogen, aus dem sich der Klub fast nicht zu befreien wusste.

Mit dem neuen Chefcoach Markus Gisdol und dem neuen Manager Alexander Rosen lebt zumindest die Hoffnung auf Besserung wieder. Vieles soll nun besser werden. Das Vorhaben war gleich in Gisdols erstem Spiel gegen Fortuna Düsseldorf von Erfolg gekrönt. 3:0 gewannen die Hoffenheimer und überzeugten auch noch. (697885DIASHOW: Der 28. Spieltag)

Diese Kombination gab es in dieser Saison recht selten, abgesehen vom 3:0-Sieg beim VfB Stuttgart, damals noch unter Ex-Trainer Markus Babbel oder vom 3:0-Auswärtserfolg bei Greuther Fürth unter Kurz. Drei überzeugende 3:0-Siege - jetzt ist mit Gisdol als drittem Trainer in dieser Saison also wieder mal alles neu und den Spielern gefällt es offenbar. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Zuversicht ist wieder zurück

Vor dem Spiel am Samstag beim VfL Wolfsburg (ab 15 Uhr im LIVE-TICKER) ist die Zuversicht wieder zurück im Kraichgau, ist man doch nur einen Punkt von Platz 16 entfernt, den der FC Augsburg inne hat.

"Gisdol versucht seine Dinge durchzuziehen und seine Philosophie rüberzubringen und im letzten Spiel hat vieles davon auf Anhieb gut geklappt", sagt Hoffenheims Abwehrspieler Jannik Vestergaard im Gespräch mit SPORT1. "Es gibt natürlich immer Verbesserungsmöglichkeiten, aber für den Anfang war das schon sehr gut."

Man habe die Philosophie gut angenommen, so Vestergaard, gegen Düsseldorf bester Hoffenheimer.

Vestergaard erklärt Trainer-Philosophie

"Der Trainer will, dass wir den Gegner früh unter Druck setzen und schon in der gegnerischen Hälfte Balleroberungen schaffen, so dass der Weg zum Tor kurz ist und wir damit gleich dem Gegner wehtun können. Das hat gleich zu Beginn gegen Düsseldorf schon gut geklappt."

Doch Gisdol denkt perspektivisch, nicht nur im Hier und Jetzt.

Der neue Coach spricht im "kicker" davon, dass das Ziel Klassenerhalt nicht im Mittelpunkt seiner Überlegungen stehe. "Es wäre natürlich schön, wenn wir drinbleiben könnten. Wenn nicht - auch nicht schlimm."

Gisdol denkt "mittel- und langfristig"

Gisdol will offenbar keinen schnellen Erfolg, er denkt lieber "mittel- und langfristig". Und der 43-jährige frühere Assistent von Huub Stevens und Ralf Rangnick begründet das auch: "Es gibt für mich kein Denken nur bis morgen. Es geht darum eine Mannschaft zu entwickeln."

Dafür will man nun zurück zu den Wurzeln gehen. Nach der Saison werde man "einen Strich machen und festlegen, welche Spieler zu uns passen und welche nicht."

Mit Torwart Tim Wiese plant Gisdol nicht mehr, wie er dem Ex-Bremer mitteilte. Vestergaard dagegen passt zu Gisdol und soll eine feste Größe im neuen Hoffenheim werden - unabhängig der Liga-Zugehörigkeit.

Vestergaard: "Ich war noch etwas naiv"

"In der U 23 vor drei Jahren habe ich Gisdol erstmals kennengelernt, als ich neu nach Hoffenheim kam aus der dänischen Jugend", erinnert sich Vestergaard und fügt hinzu:

"Ich war noch etwas naiv und habe mir in manchen Spielsituationen zu viel zugetraut. Ich dachte, vieles auch mal mit einem Dribbling lösen zu können. Der Trainer hat mich da sehr geprägt bei meinem Werdegang zum erwachsenen Spieler im Männer-Fußball. Ich habe ihm viel zu verdanken, dafür dass ich jetzt hier bin und in der Bundesliga spiele."

Glaube zu 100 Prozent da

Und das soll auch im nächsten Jahr so sein. Zu 100 Prozent glaube Vestergaard an das Erreichen des Relegationsplatzes und will momentan nur eines: "Natürlich würden wir uns alle wünschen, dass es etwas ruhiger wird, so dass wir uns mehr auf den Fußball konzentrieren können. In der letzten Zeit war es schon hektisch um die Mannschaft."

Der Dreier gegen Düsseldorf mache Mut, weiß der 20-jährige Däne: "Durch den Sieg haben wir jetzt gesehen, dass wir auf einem guten Weg sind. Jetzt müssen wir einfach weitermachen und uns verbessern, dann können wir mit sportlichem Erfolg dafür sorgen, dass es dauerhaft wieder ruhiger wird im Verein."

Lob für den Trainer

Vestergaard ist absolut überzeugt von Gisdol: "Ich mag, wie er Fußball spielen lassen will. Ich denke auch für die Fans ist das offensive Spiel sehr sehenswert. Er will viele Tore sehen und wir sollen aggressiv auf den Ball gehen. Er lebt Fußball."

Vestergaard geht den Weg des Trainers daher voll und ganz mit: "In so einer Situation, wie wir sie gerade haben, muss man über die Zukunft nachdenken und ich bin froh, dass man mit mir plant und auch auf junge Spieler setzen will. Ich fühle mich hier wohl und es freut mich, wenn ich gebraucht werde, auch über die Saison hinaus. Das gibt mir Selbstvertrauen. Es ist eine Bestätigung dafür, dass das, was man gerade macht, positiv und gut ist."

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