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Im Hinspiel verlor 96-Spieler Mame Diouf (l.) gegen Daniel Caligiuris Freiburg mit 1:2 © getty

Wechselgerüchte überlagern Freiburgs Freude über den Höhenflug. 96-Boss dementiert derweil eine Ablösung von Manager Schmadtke.

Von Paul Willmann, Denis de Haasund Sven Görn

München - Der SC Freiburg steht vor seiner ersten Europapokal-Teilnahme seit zwölf Jahren: Mit einem Erfolg im Freitagsspiel gegen Hannover 96 (ab 20 Uhr im LIVE-TICKER) könnte die Mannschaft vorrübergend sogar einen Champions League-Platz einnehmen.

Ein Erfolg mit drei Punkten Unterschied wäre dafür die Vorraussetzung. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Doch die Freude über den sportlichen Höhenflug wird von Wechselgerüchten überlagert: Der Mannschaft droht der Ausverkauf.

Caligiuri und Flum im Fokus

Nachdem Jan Rosenthal Ende März seinen Wechsel zu Eintracht Frankfurt bekannt gegeben hatte, unterschrieb nun Max Kruse einen Vierjahres-Vertrag bei Borussia Mönchengladbach.

Weitere Leistungsträger wie Daniel Caligiuri und Johannes Flum haben das Interesse zahlungskräftiger Klubs geweckt.

SC-Trainer Christian Streich kommentierte die Wechselgerüchte nicht. Er verweis stattdessen auf die Stärke des Gegners.

Streich hat hohen Respekt

"Das ist eine Mannschaft, die in den letzten Monaten viel geleistet hat und vor der ich hohen Respekt habe. Ich erwarte ein umkämpftes und enges Spiel", sagte Freiburgs Coach zu Hannover.

Die Niedersachsen haben zuletzt im Kampf um die Europa League-Plätze ein wenig den Anschluss verloren: Vier Punkte hat Hannover momentan Rückstand auf Rang sechs. Eine Niederlage in Freiburg wäre fast schon das Ende aller europäischen Träume.

Für Klubchef Martin Kind ist die Entwicklung nicht verwunderlich. "Mir war immer klar, dass wir das hohe Leistungsniveau der letzten Jahre nicht aufrecht halten können. Die Leistungsbereitschaft und Motivation reichen zur Zeit einfach nicht", sagte der 68-Jährige im Gespräch mit SPORT1.

Kind hofft auf die Wende

Kind hofft aber noch auf die Wende: "Vielleicht gelingt ja noch der Turnaround."

Für Unruhe sorgt bei den Niedersachsen vor allem das angespannte Verhältnis zwischen Trainer Mirko Slomka und Manager Jörg Schmadtke. Gerüchten zufolge soll sich die Vereinsführung bereits nach einem Nachfolger für den Manager umgesehen haben.

Martin Kind schiebt diesen Spekulationen einen Riegel vor: "Völliger Quatsch. Ich habe kein Problem mit Schmadtke oder Slomka. Ich weiß, dass beide gute Arbeit leisten und mein Bemühen ist es, diese Basis der erfolgreichen Arbeit sicherzustellen."

Schmadtke feiert im Rheinland

Dabei liefern die Protagonisten selbst immer wieder weiteren Zündstoff für Gerüchte. So zieht Schmadtke eine Geburtstagsfeier im Rheinland dem Spiel gegen Freiburg vor und wird das Team nicht mit ins Breisgau begleiten.

Und wieder springt der Präsident als Problemlöser in die Bresche: "Ich bin ja auch in Freiburg und kann Jörgs Aufgaben übernehmen."

Die ungeklärte Situation in Hannover bietet in jedem Fall kein optimales Arbeitsumfeld für die 96-Profis.

"Es scheint so zu sein, dass sich das indirekt oder unterbewusst auswirkt. Das muss man einfach unterstellen", sagte Kind in Bezug zu den schleppend verlaufenden Vertragsverhandlungen.

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Freiburg: Baumann - Mujdza, Ginter, Diagne, Sorg - Makiadi, Schuster, Schmid, Caligiuri - Rosenthal, Kruse

Hannover: Zieler - Cherundolo, Djourou, Schulz, Pocognoli - da Silva Pinto, Hoffmann - Sakai, Rausch - Diouf, Ya Konan

Schiedsrichter: Deniz Aytekin (Oberasbach)

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