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Das Hinspiel gewann Leverkusen durch Tore von Schürrle und Kißeling mit 2:0 © getty

Schalke palnt, die Werkself abzuangen und in Richtung Platz 3 vorzurücken. Keller will Bayer "ein schlechtes Gefühl" geben.

Gelsenkirchen - Plötzliche Gefahr gegen plötzliche Chance:

Das Verfolgerduell zwischen Schalke 04 und Bayer Leverkusen (ab 18.15 Uhr im LIVE-TICKER) ist völlig unverhofft zu einem "Endspiel" um die direkte Champions-League-Qualifikation und damit um viele Millionen geworden.

Eine Entwicklung, die man in beiden Lagern kaum noch für möglich gehalten hätte: Vor sechs Spieltagen hatte Bayer noch elf Zähler Vorsprung. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Inzwischen ist der Abstand auf vier Zähler geschrumpft.

Trend spricht für S04

Bayer ist noch in der besseren Position, aber der Trend spricht klar für die Gelsenkirchener.

Entsprechend klingen die Kommentare vor dem Gastspiel des Dritten beim Vierten.

"Jetzt stehen wir richtig unter Druck, das hätte nicht sein müssen", sagte Leverkusens Stürmer Stefan Kießling.

Schalkes Innenverteidiger Joel Matip erklärte derweil kämpferisch: "Das ist ein Schlüsselspiel. Wenn man Dritter werden will, muss man jetzt gewinnen."

Trainer im Fokus

Die Geschichte dieses Duells ist auch die Geschichte der Trainer.

Leverkusens Duo Sascha Lewandowski und Sami Hyypiä wurde im Winter noch vielerorts als ideale Doppelspitze gefeiert, nach Unstimmigkeiten wird Lewandowski im Sommer wohl in den Jugendbereich zurückkehren.

Auf diesem Weg sahen viele den Schalker Jens Keller schon vor seinem ersten Bundesliga-Spiel.

Dem mancherorts belächelten und als chancenlos eingestuften Coach hatten die Klub-Bosse "nur" Rang vier als Vorgabe gegeben, nun ist nach fünf Siegen aus den letzten sechs Spielen sogar noch mehr drin - inklusive der Weiterbeschäftigung

Thon: Keller macht einen guten Job

"Jens Keller hat immer Rückgrat bewiesen und seinen Weg gefunden", sagt Schalke-Idol Olaf Thon bei SPORT1: "Jetzt ist die Mannschaft drauf und dran, Platz drei noch erreichen."

Horst Heldt habe Keller nicht umsonst von vorneherein als Plan B für die Dauerbesetzung des Trainerpostens genannt: "Er macht einen guten Job."

Keller will Bayer im Nacken sitzen

"Mit einem Sieg am Samstag gegen Leverkusen würden wir ihnen im Nacken sitzen. Bayer hätte dann auf der Heimfahrt bestimmt kein gutes Gefühl", sagte Keller der "Bild" und ergänzte zur teilweise persönlichen Kritik:

"Wer so viel Prügel einstecken muss, bekommt eine Hornhaut. Trotzdem gehe ich jetzt nicht los und lasse mir ein Dauerlächeln ins Gesicht eintätowieren."

Hyypiä: Wie ein Endspiel

In Leverkusen, wo sie 2010 schon einmal 16 Punkte Vorsprung auf Werder Bremen und damit das Champions-League-Ticket verspielten, wird Hyypiä ab Sommer auch offiziell der starke Mann sein.

"Es ist ein wichtiges Spiel, das wir wie ein Endspiel angehen", sagte der Finne: "Aber wir haben nur noch Endspiele."

Bei beiden Klubs präsent ist noch Bayers 2:0-Erfolg im Hinspiel. Für Schalke, vor dem Spiel noch Zweiter, war es der Beginn der Krise und der Anfang vom Ende für Trainer Huub Stevens, für Leverkusen der Beginn einer starken Serie.

Leverkusen schaut nicht mehr nach oben

"Es wäre ein Fehler, zu sehr darauf zu schauen", betonte aber Hyypiä: "Die Schalker sind jetzt in einer besseren Form."

Dies bestätigte Benedikt Höwedes: "Wir sind in einer ganz anderen Verfassung", sagte Schalkes Kapitän und versicherte, damals habe es "mehr Probleme" gegeben.

Die hat urplötzlich Bayer, das lange Kurs darauf gehalten hatte, wieder zu "Vizekusen" zu werden. Platz zwei haben sie im Rheinland inzwischen abgehakt.

Völler: Schalke ist Haupt-Konkurrent

"Wir schauen nicht mehr nach oben", versicherte Nationalspieler Lars Bender. Rudi Völler fordert aber ohne Wenn und Aber die Verteidigung von Platz drei.

"Es wird ein wichtiges Spiel, weil Schalke unser Haupt-Konkurrent ist", sagte der Sportchef: "Aber wir sind immer noch vier Punkte vorne, haben es in der eigenen Hand und werden uns das nicht mehr nehmen lassen."

Draxler gewinnt an der Konsole

Die Nationalspieler Andre Schürrle und Julian Draxler spielten die Partie übrigens bereits in der "virtuellen Bundesliga" auf der Spielkonsole aus.

Draxler (und damit Schalke) gewann 2:0.

"Nie was in der Schule gelernt, immer nur PlayStation gespielt. Aber im echten Spiel wird das anders laufen", sagte Schürrle nachher schmunzelnd.

Den Humor haben sie in Leverkusen noch nicht verloren.

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