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Mario Gomez (v.) kam 2009 vom VfB Stuttgart nach München © getty

Beim klaren Sieg über Nürnberg stört dien Meister nur das Gomez-Theater. Rummenigge spricht aber lieber über Dortmunds Coach.

Von Jan Reinold und Mathias Frohnapfel

München - Mario Gomez ließ sich lieber gar nicht erst in der Mixed Zone der Münchner Arena blicken, dafür sprachen Karl-Heinz Rummenigge und Matthias Sammer.

Allerdings nicht über die unklare Zukunft des Stürmers beim FC Bayern, nein, es ging: um das Hinterteil von Dortmunds Trainer Jürgen Klopp.

"Ich glaube, da hat er ein Stück zu viel verwettet. Wenn er seine Haare verwettet hätte, da hätte er ja noch ein paar transplantieren können. Aber ich befürchte, sein Arsch wird irgendwann bei uns im Museum landen", sagte Rummenigge zu SPORT1.

Damit spielte der Vereinsboss auf Klopps Aussage an, er verwette seinen "Arsch", der FC Bayern werde vor dem Champions-League-Halbfinale gegen den FC Barcelona Rat bei Pep Guardiola einholen.

Auch Sammer konnte sich einen Konter nicht verkneifen. "Ich wäre vorsichtig mit dem Allerwertesten", empfahl er: "Denn der könnte nicht unwichtig sein im Leben."

Berater deutet Gomez-Abschied an

Ob die Münchner diese Bedeutung auch der Person Mario Gomez zumessen, ist nicht ganz klar.

Vor dem 4:0-Sieg der Münchner B-Elf gegen den 1. FC Nürnberg (Bayern setzt Rekordjagd mit B-Team fort) hatte Gomez' Berater deshalb versucht, Druck auf den Rekordmeister auszuüben.

"Natürlich ist Mario nicht glücklich über die Situation. Und es ist auch klar, dass das kein Dauerzustand sein kann" erklärte Uli Ferber in der "Bild-Zeitung":

"Mario verhält sich absolut sauber, ist loyal und immer bereit. Er hätte es verdient, wenn der Trainer auf ihn setzt."

Das aber tut Jupp Heynckes eher selten. Gomez kam in dieser Bundesliga-Saison nur 16-mal zum Einsatz.

Das Spiel gegen Nürnberg, in dem er neben Jerome Boateng (5.), Rafinha (23.) und Xherdan Shaqiri (56.) traf (17.), war erst sein drittes über 90 Minuten.(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Gomez vs. Pizarro

Ob er im Hinspiel gegen Barcelona den gesperrten Mario Mandzukic vertreten darf, oder ob Claudio Pizarro eine Chance erhält, weiß wohl nur Heynckes.

Ein Hinweis könnte das Pokal-Halbfinale am Dienstag gegen Wolfsburg liefern.

Die größere Frage aber ist, wie es mit Gomez im Sommer weitergeht, wenn Guardiola das Kommando übernimmt.

Viele glauben, dass der technisch limitierte Gomez im Kurzpass-System des neuen Trainers keinen Platz hat.

Rummenigge vermeidet Bekenntnis

Grund genug also, könnte man meinen, dass Rummenigge die Aussagen des Gomez-Beraters am Samstag zu einem klaren Bekenntnis genutzt hätte.

Er hätte sagen können, wie wichtig der "Torero" für den Klub sei, er hätte sagen können, dass man den 30-Millionen-Mann natürlich unbedingt halten wolle.

Er hätte Gomez einfach loben können. Aber Rummenigge sagte lediglich, dass er nichts sage.

"Ich weiß nicht, was er (Gomez, d. Red.) vorhat. Warten wir mal ab. Ich kann das nicht bewerten, weil ich weder mit seinem Berater noch mit ihm gesprochen habe", ließ der Vorstandsboss lapidar wissen.

Hojbjerg jüngster Bayern-Debütant

Das lästige Theater um den Nationalspieler passt so gar nicht in die derzeit so heile Welt des neuen Champions, und daher beschäftigte man sich am Samstag auch viel lieber mit den kommenden Aufgaben.

Und natürlich mit dem lockeren Spaziergang im bayrisch-fränkischen Derby gegen Nürnberg.

Nach dem Champions-League-Match in Turin hatte Heynckes sein Team auf gleich neun Positionen geändert. In Emre Can und Pierre Emil Hojbjerg feierten zwei Youngster ihr Debüt.

Hojbjerg ("Ich habe mir bisschen in die Hose geschissen") ist mit 17 Jahren und 251 Tagen sogar der jüngste Spieler, den die Bayern in ihrer Bundesliga-Geschichte jemals einsetzten.(702249DIASHOW: Der 29. Spieltag)

Ribery spendiert Weißwurst-Frühstück

Und Heynckes leistete sich den Luxus, Kapitän Philipp Lahm und Stellvertreter Bastian Schweinsteiger gar nicht erst in den Kader zu berufen.

Die Kapitänsbinde trug stattdessen erstmals Franck Ribery, der ankündigte, auf seinen Einstand ein Weißwurst-Frühstück zu spendieren.

Er freue sich natürlich über das Vertrauen des Trainers, Bayern sei "wie ein Sohn" für ihn, schwärmte der Franzose, der an diesem Tag vieles, wenn nicht alles gut bis sehr gut fand.

"Die Mannschaft spielt gut, aber auch in der Kabine ist es sehr gut, da ist gute Stimmung, wir haben alle ein gutes Gefühl", meinte der 30-Jährige.

Fraglich, ob das auch für Mario Gomez gilt.

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