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Die Fortuna wartet mittlerweile schon seit fast zwei Monaten auf einen Heimsieg © getty

Sowohl in Düsseldorf als auch in Bremen ist man nach dem Remis im Kellerduell unzufrieden. Die Luft wird allmählich dünner.

Düsseldorf - Die alten Freunde umarmten sich zum Abschied noch einmal herzlich, aber Thomas Schaaf und Norbert Meier trugen Sorgenfalten im Gesicht.

Neun Jahre lang haben die zwei Urgesteine der Bundesliga Seite an Seite gespielt, gemeinsam wurden sie 1988 mit Werder Bremen Deutscher Meister - und nun stecken beide als Trainer tief in der Krise.

Alleine der Schwäche der Konkurrenten ist zuzuschreiben, dass sich die Lage im Abstiegskampf sowohl für Bremen als auch für Fortuna Düsseldorf (noch) nicht dramatisch zuspitzt.

"Wir gehen nicht aus Angst in den Keller", sagte Meier einigermaßen genervt nach dem leistungsgerechten 2:2 (1:1) im turbulenten "Krisengipfel" (Bericht).

Im Keller ist die Fortuna aber schon: Eine schwache Rückrunde hat den einst komfortablen Vorsprung von elf Punkten auf die Abstiegsränge immer weiter schmelzen lassen (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Durststrecken halten an

Das späte Tor des VfL Wolfsburg zum 2:2 gegen 1899 Hoffenheim (sechs Punkte zurück) wurde daher in beiden Lagern bejubelt.

Mit seinem früheren Mitspieler Schaaf einte Meier auch noch anderes: Beide haben lange keinen Sieg mehr verbucht, die Fortuna seit sieben Spielen, Werder sogar seit acht.

Und beide haben in den kommenden Tagen noch eine knifflige Aufgabe zu knacken - das Rätsel des "Torfluchs".

Junuzovic flucht: "Pervers!"

Werder erwischt es regelmäßig kurz nach dem Anpfiff, so auch am Samstag gleich zweimal.

Stefan Reisinger traf nach 83 Sekunden und drei Minuten nach dem Wiederanpfiff (702249DIASHOW: Der 29. Spieltag).

"Unglaublich" findet das Zlatko Junuzovic, "das ist frustrierend, pervers! Das kann nicht sein."

Ratloser Werder-Coach

Vor zwei Wochen, beim FSV Mainz 05 (1:1), hatten die Bremer bereits nach 12,5 Sekunden zurückgelegen.

Auch Schaaf, der mit dem Punkt für seine Not-Mannschaft (elf Spieler fehlten) "ganz zufrieden" war, lässt die Schlafmützigkeit ratlos zurück.

"Wüsste ich, woran es liegt, würde ich es abstellen", brummelte er nur.

Eigentor bringt Fortuna um den Lohn

Glück für Werder, dass es im wahrsten Sinne des Wortes "mit Fortuna im Bunde" war, wie Sportdirektor Thomas Eichin sagte.

Denn noch schlimmer traf es die Düsseldorfer.

Martin Latka unterlief ein Eigentor (70.) - wie Andreas Lambertz in der Vorwoche in Hoffenheim (0:3).

Dem ersten Werder-Ausgleich durch Junuzovic (16.) ging wieder ein Fortuna-Freistoß aus bester Position voraus: wie in der Vorwoche in Hoffenheim.

Frust bei Fortuna-Boss Frymuth

"Uns passieren immer wieder beeindruckende Fehler", sagte Präsident Peter Frymuth sarkastisch, "diese blöden Gegentore haben einen Schockzustand ausgelöst. Das ärgert mich maßlos."

Die Punkte, die der Klub zum Klassenerhalt benötige, "die lassen wir liegen".

In der Tat. Die Fortuna, in der Hinrunde von einer Welle der Euphorie getragen, hat aus zwölf Rückrundenspielen nur neun Punkte geholt.

Neben den altbekannten Problemen beim Spielaufbau müssen sich die Verantwortlichen fragen lassen, ob die Qualität der Mannschaft für den Abstiegskampf ausreicht.

Werder hofft auf Ende der Verletztenmisere

Bei Werder ist eher der springende Punkt, ob die vielen Verletzten zurückkehren, bevor es richtig eng wird.

Denn das allerbeste Nervenkostüm ist den Bremern auch nicht zu eigen.

Insgesamt konnte Werder, das zwei Punkte mehr als die Düsseldorfer hat, angesichts seiner Personalmisere etwas besser gelaunt nach Hause fahren.

Meier wünschte Thomas Schaaf jedenfalls eine "gute Heimreise" - 23,5 Jahre nach ihrem letzten gemeinsamen Bundesliga-Spiel für Werder trennten sich dann die Wege der beiden dienstältesten Trainer der Liga.

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