vergrößernverkleinern
Ralf Rangnick übernahm Hoffenheim im Sommer 2006 in der Regionalliga © getty

Nach seiner Medien-Kritik wirft Hoffenheims Rangnick nun seinen Spieler fehlende Bodenhaftung vor - und will Konsequenzen ziehen.

Von Martin Hoffmann

München - Nur ein Sieg aus den ersten drei Rückrundenspielen, Verlust der Tabellenführung, Test-Schlappe gegen Zweitligist Wehen Wiesbaden.

Es läuft nicht direkt rund bei Herbstmeister Hoffenheim (zur Vereinsseite) - und Trainer Ralf Rangnick ist es anzumerken.

Erst feuerte er gegen die Medien (Rangnick: Medien mitschuldig an der Krise), nun entlädt er seinen Ärger darüber, dass ein Teil seiner Spieler den Boden unter den Füßen verloren habe.

"Da haben doch einige gedacht, sie sind so gut und stehen auf einer Stufe mit Ribery", mosert er nun in der "Bild"-Zeitung.

"Von jedem gehört, sie wären die Besten"

Rangnick nimmt seine Spieler aber auch ein Stück weit in Schutz, hält fest, dass sie "keine Allüren" hätten.

Aber: Wenn "monatelang ein Hype um einen gemacht" werde, gehe das nicht spurlos an den Spielern vorüber: "Sie haben doch von jedem gehört, sie wären die Besten."

Sein Unmut darüber hätte er nach dem 1:4 gegen Leverkusen "klar angesprochen".

Noch nicht die Tugenden der Vorrunde

Spätestens dieses Spiel belegte Rangnicks bittere Erkenntnis: "Wir haben nach der Winterpause noch nicht wieder die Tugenden der Vorrunde."

Da sei es noch "extrem unangenehm" gewesen, gegen Hoffenheim zu spielen: "Wir haben den Gegner schon in dessen Hälfte unter Druck gesetzt."

Dass dieser Druck gegen Leverkusen fehlte, belegen einige Zahlen aus der Begegnung. Etwa, dass die Hoffenheimer sechs Kilometer weniger gelaufen sind als die Gäste - oder auch dass Leverkusen 30 Fouls begangen hat, Hoffenheim nur 16.

Rangnick: "Daran sieht man doch, wer giftiger gespielt hat."

Kahn: "Kein nachhaltiger Konkurrent"

Kein Wunder, dass sich nun die Einschätzungen häufen, dass Hoffenheim (VEREINSSEITE: Alles zu Hoffenheim) im Titelrennen doch keine Rolle spielen wird.

Ex-Bayern-Keeper Oliver Kahn etwa, der schon in der Hinrunde Zweifel geäußert hat, ob Hoffenheim in der Rückrunde ohne den Nimbus so aufspielen kann wie zuvor, sieht den Herbstmeister aktuell nicht als Titelfavoriten.

"Das kann ich mir beim besten Willen noch nicht vorstellen", erklärt er in einem "tz"-Interview: "Das soll nicht respektlos klingen, aber das ist noch kein nachhaltiger Konkurrent für Bayern."

Ob der Emporkömmling mit dem Rekordmeister mehr als phasenweise mithalten könne, "das müssen sie erst noch beweisen".

Konsequenzen angekündigt

Rangnick kündigt derweil auch eine erste Konsequenz aus dem von ihm ausgemachten Bodenhaftungs-Verlust seiner Kicker ein.

Künftig werde er gemeinsam mit Manager Jan Schindelmeiser all ihre Termine außerhalb des Platzes kontrollieren.

"Wir machen nicht mehr jeden Blödsinn mit", stellt er klar.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel