Schalkes künfiger Coach steht fest. Ob es Keller ist, ließ der S04-Boss im Volkswagen Doppelpass auf SPORT1 offen.

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Vom FC Schalke berichtet Thorsten Langenbahn

Gelsenkirchen/München - Julian Draxler konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen.

Die Frage, ob die Aufholjagd beim 2:2 (0:1) gegen Leverkusen ein Argument für eine Vertragsverlängerung von Trainer Jens Keller sei, amüsierte den Nationalspieler.

"Ja, wie jede Woche, wenn wir gewinnen?, antwortete Draxler schmunzelnd. "Und wenn wir verlieren, ist es genau anders herum." (702249DIASHOW: Der 29. Spieltag)

Trainerfrage im Fokus

Die Trainerfrage grüßt in Gelsenkirchen so regelmäßig wie das Murmeltier in Punxsutawney. Dort prophezeit der Nager namens Phil jedes Jahr am 2. Februar, wie lange der Winter noch dauert.

Auf Schalke heißt Phil Horst und soll regelmäßig voraussagen, wie lange es noch dauert, bis Jens Keller nicht mehr auf der Bank sitzt.

Doch seit der Nachfolger von Huub Stevens mit seiner Mannschaft fleißig punktet, lautet die Frage an Horst Heldt immer öfter: Wird Jens Keller auch nächste Saison noch Trainer auf Schalke sein?

Heldt bestätigt "klare Tendenz"

"Es gibt eine klare Tendenz. Was diese beinhaltet, werde ich aber nicht verraten", sagte Heldt nach dem Leverkusen-Spiel und lachte sich ins Fäustchen.

So viel ließ der Sportdirektor wissen: "Wie in so vielen Dingen, bin ich auch in dieser Sache mit Clemens Tönnies einer Meinung."

Der Schalke-Boss hatte erst kürzlich erklärt, Keller habe "gute Chancen, über das Saisonende hinaus Trainer bei uns zu bleiben."

Tönnies mauert konsequent

Im Volkswagen Doppelpass auf SPORT1 vermied der Aufsichtsratsvorsitzende eine Aussage zu Kellers Zukunft, sondern bewerte nur den Status quo.

"Wir sind hochzufrieden mit Jens und seiner Arbeit. Er zeigt, dass er sein Handwerk versteht. Das ist ein klares Bekenntnis zu seiner Arbeit", betonte Tönnies.

Auf die Frage, ob Schalke schon einen anderen Trainer habe, schwieg Tönnies vielsagend. Auf erneute Nachfrage meinte er nur: "Ich habe die Frage nicht verstanden."

Keller weiter in Rennen

Eines gab der Schalker Boss dann aber doch klar zu verstehen: "Intern wissen wir schon, mit wem wir ab Sommer zusammenarbeiten." Extern spannt man die Beobachter hingegen konsequent auf die Folter.

Keller selbst hatte nach dem Remis gesagt: "Wir haben Platz vier gefestigt mit dem Punkt. Als ich hier angefangen habe, hat es geheißen, der vierte Platz ist unser Ziel."

Vier Punkte liegen die Schalker hinter dem dritten Rang, der zur direkten Champions-League-Teilnahme berechtigt. Tönnies meinte: "Der Abstand ist nicht kleiner geworden, aber wir werden neu angreifen." (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Bender rechtfertigt sich

Meistdiskutierte Szene direkt nach dem Spiel war die Situation vor dem 1:0. Ciprian Marcia hatte elf Sekunden lang verletzt am eigenen Fünfer gelegen, die Leverkusener spielten dennoch weiter.

"Beim nächsten Mal hau? ich den Ball ins Aus und geh? in die Kabine, dann hören wir auf zu spielen", sagte Bayers Lars Bender, der sich von den Schalkern mangelnde Fairness vorwerfen lassen musste.

"Man sieht, dass ich auf den Ball schaue, der nach außen geklärt wird. Deshalb sehe ich überhaupt nicht, dass einer am Boden liegt", rechtfertigte sich der Flankengeber zur Führung.

"Was Bender gemacht hat, war genau richtig. In England hätte man ihn entlassen, wenn er nicht geflankt hätte", sagte Leverkusens Sportdirektor Rudi Völler.

Draxler zeigt Verständnis

Von einer Unsportlichkeit wollte auch Torschütze Simon Rolfes nichts wissen.

"Wenn das Usus wird, dass man, wenn man den Ball schlecht abwehrt und der Gegner noch eine brandgefährliche Situation hat, sich immer auf den Boden schmeißt, dann haben wir alle viel Spaß", fand der Bayer-Kapitän deutliche Worte.

"Ich als Schalker sage: es war ein Foul. Tatsache ist, dass Ciprian Marica am Kopf getroffen wurde und am Fünfer lag und deswegen hätte der Schiedsrichter pfeifen müssen", meinte Tönnies im Doppelpass.

Schalke-Kapitän Benedikt Höwedes gab sich zurückhaltender: "Ich weiß auch nicht, ob ich den Ball in so einer Situation ins Aus geschossen hätte."

Rolfes: Den Punch verpasst

Viel mehr als über den Vorwurf des mangelnden Fair Plays ärgerten sich die Leverkusener nach der dominanten ersten Halbzeit über den verschenkten Dreier.

"Da hätten wir es entscheiden und den Punch setzen müssen, weil Schalke verunsichert war", sagte Rolfes zu SPORT1.

Bender ergänzte bei Liga total!: "So schnell verdauen wir das nicht. Es ist uns letzte Woche schon widerfahren, dass wir eine Führung aus der Hand geben und am Ende nur mit einem Punkt dastehen. Es darf einmal passieren, aber nicht zweimal in Folge."

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