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Lucien Favre ist seit 2011 Trainer von Borussia Mönchengladbach © imago

Gladbachs Coach will nach der Pleite in Stuttgart von einer Europapokal-Teilnahme nichts mehr wissen. Die Gegentore ärgern ihn.

Stuttgart - Lucien Favre hatte genug.

Genug von den unnötigen Gegentoren seiner Mannschaft, genug auch vom Gerede über einen Europacup-Platz.

"Wir haben nicht schlecht gespielt, kriegen aber Tore, die eine Menge kaputt machen", sagte der verärgerte Trainer von Borussia Mönchengladbach nach dem 0:2 (0:2) seines Teams beim zuvor so heimschwachen VfB Stuttgart (Bericht).

Einmal in Fahrt legte der Schweizer nach und wollte von einer erneuten Teilnahme am internationalen Geschäft nichts wissen: "Wir müssen das vergessen und an der Seite lassen. Wir dürfen nicht die letzte Saison mit dieser vergleichen, das ist unmöglich."

Die Realität lautet: Tabellenplatz sieben. Für die großen Ambitionen bei der Borussia fast zu wenig. Für die Europapokal-Qualifikation definitiv nicht genug (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

"Haben die Stuttgarter eingeladen"

"Wir haben die Stuttgarter eingeladen, die Tore zu schießen. Und wenn du dann hier 0:2 zurückliegst, dann wird es schwierig", stellte Gladbachs Verteidiger Tony Jantschke ernüchtert fest.

Und Torhüter Marc-Andre ter Stegen, der gemeinsam mit Jantschke den zweiten Treffer des VfB zu verantworten hatte, ergänzte:

"Den ersten Gegentreffer müssen wir ganz sicher nochmal in Ruhe analysieren. So ein Ding nach einem Freistoß ist zu verhindern, da müssen wir konzentrierter agieren. Das zweite Tor ist kaum in Worte zu fassen - einfach total ärgerlich."

Brouwers richtet Blick nach vorne

Auch Borussias Kapitän Roel Brouwers trauerte der verpassten Chance, in der Tabelle auf Rang sechs vorzurücken nach: "Es ist schade. Hätten wir gepunktet, wäre das ein großer Schritt gewesen. Leider haben wir es wieder nicht geschafft."

Zugleich richtete Brouwers den Blick aber schon wieder nach vorne: "Wir müssen jetzt im kommenden Heimspiel gegen Augsburg die Punkte holen. Insgesamt haben wir hier nicht so schlecht gespielt, der letzte und entscheidende Pass fehlte nur zu oft. Vielleicht hätten wir ansonsten mehr Chancen herausgespielt."

Stuttgarter tanken Selbstvertrauen

Dem VfB dagegen gelang mit seinem ersten Heimsieg seit dem 8. Dezember eine perfekte Generalprobe für das Halbfinale im DFB-Pokal gegen den SC Freiburg am Mittwoch.

Entsprechend zufrieden zeigte sich Stuttgarts Trainer Bruno Labbadia: "Das Spiel tut uns gut. Es ist das erste von drei Heimspielen in dieser Woche, es wäre schön, wenn es so weitergeht. Das Spiel trägt dazu bei, dass die Stimmung gut ist."

Stuttgarts Mittelfeldspieler Ibrahima Traore fügte bei LIGA total! hinzu: ""Wir sind sehr glücklich, wir haben uns den Sieg auf jeden Fall verdient, weil wir sehr viel investiert haben und unsere Chancen genutzt haben."

Schützenhilfe vom VfB?

Die Borussia muss im Kampf um einen Platz in der Europa League nun auch ein wenig auf Schützenhilfe des VfB hoffen: Stuttgart hat am kommenden Sonntag den Gladbacher Mitkonkurrenten SC Freiburg in der Bundesliga zu Gast.

Beide Mannschaften treffen außerdem schon am kommenden Mittwoch aufeinander, auch dabei geht es um die Europa League.

Sollte am Dienstag Rekordtitelträger Bayern München sein Halbfinale gegen den VfL Wolfsburg gewinnen, wäre der Pokalfinalist automatisch international spielberechtigt.

Dominguez trifft ins eigene Netz

Gladbach hatte bereits ab der elften Minute ohne Harvard Nordveidt auskommen müssen, der mit blutender Nase vom Feld gegangen war (702249DIASHOW: Der 29. Spieltag).

17 Minuten später hatte Alvaro Dominguez die Niederlage durch einen Treffer ins eigene Netz eingeleitet, Stuttgarts Christian Gentner kurz darauf ein Missverständnis zwischen Keeper ter Stegen und Außenverteidiger Jantschke zur Vorentscheidung genutzt (33.).

Gladbach war in der Offensive zu schwach, um den Rückstand aufzuholen. Stuttgart blieb nach der Pause besser, vergab aber weitere gute Chancen.

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