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Andreas Müller (r.) beerbte Rudi Assauer 2006 als Schalke-Manager © getty

Der Manager redet sich aus der Schalke-Krise und attackiert Assauer persönlich. Dabei erhält er aber auch Rückendeckung vom BVB.

Von Dustin Werk

München - Der beim FC Schalke arg in die Bedrängnis geratene Andreas Müller versucht, sich wieder ins rechte Licht zu rücken.

Und dafür greift er nun auch auf persönlicher Ebene an. In der "Welt" polterte der Manager nun gegen seinen Förderer Rudi Assauer los: "Mein Gott. Machos sind doch mega out. Ich will nicht so sein wie Assauer. Es hat doch nichts mit Härte zu tun, proletenhaft in der Presse herum zu schreien."

Harte Worte gegen den früheren Ziehvater: Assauer selbst musste diesen Angriff seines Nachfolgers erst mal sacken lassen und wollte auf Sport1.de-Nachfrage kein weiteres Statement abgeben zu den Anwürfen: "Ich will das erst einmal alles genau nachlesen, bevor ich mich äußere."

Müller schwer in der Kritik

In der "Bild" gab der 64-Jährige, vor Müller bei den Königsblauen insgesamt immerhin 18 Jahre im Amt, inziwschen kurz zu Protokoll: "Ich denke, dass Müller nur von den eigenen Fehlern ablenken will. Und dass er deshalb mit mir eine neue Baustelle aufgemacht hat. Enttäuschend."

Zuvor hatte Müller versucht, die Wellen der Kritik abzudämpfen, die ihm seit Monaten entgegenschlagen. Er kündigte ein Krisen-Konzept gegen die weltweiten Wirtschaftsprobleme an, das ihm zumindest mehr Zeit verschaffen wird (Krisen-Konzept bringt Müller Galgenfrist).

Um sich weiter aus der massiven Bedrängnis zu befreien, verteidigte Müller im "Express" seine Arbeit - und gab Vorgänger Assauer einen weiteren Seitenhieb:

"Bevor ich hier Manager wurde, hatte Schalke über Jahre keine Transfereinnahmen. Unter meiner Regie hat Schalke Ablösesummen von mehr als 30 Millionen Euro eingenommen. Trotzdem haben wir International gespielt. Das hat es auf Schalke Jahrzehnte nicht gegeben." Und er könne ja auch nichts dafür, dass die Spieler aus drei Metern das Tor nicht treffen.

Sieg ist Pflicht

Unabhängig von der Leistung in der Schalker Führungsebene wollen vor allem aber die Fans beim Derby gegen Borussia Dortmund am Freitag (20 Uhr LIVE) eine Mannschaft sehen, die die Leistungen aus den letzten Spielen vergessen macht. Besonders für Müller wird es eine wegweisende Partie.

Klar ist: Ein Sieg bringt erst mal Ruhe. Eine Niederlage gegen den großen Rivalen ist für die Fans von Natur aus eine Katastrophe - aber in der gegenwärtigen Situation dürften die Proteste der 04-Anhänger gegen Müller, den ebenfalls heftig kritisierten Trainer Fred Rutten (Porträt) sowie die Mannschaft gewaltige Ausmaße annehmen.

Schlechte Nachrichten gibt es auch von Fan-Initiative "Dem Ball ist egal, wer ihn tritt": Das Projekt hat einen Insolvenzantrag gestellt, nachdem als Grund für die Pleite Misswirtschaft im Tagesgeschäft angegeben worden ist.

Rückendeckung vom Konkurrenten

Immerhin erhält Müller Rückendeckung vom kommenden Kontrahenten. BVB-Sportdirektor Michael Zorc meinte in "Der Westen": "Im Fußball werden Probleme gerne an einer Person festgemacht. Dabei sind die Gründe für ausbleibenden Erfolg meistens vielfältiger."

Ungeachtet der Probleme plant Müller die Zukunft: "Wir werden stärker auf Talente aus der eigenen Jugend setzen, wie jetzt schon Manuel Neuer oder Benedikt Höwedes. Das sind Jungs mit Identifikation und Siegermentalität", sagte er im "Express".

Zusätzlich hatte Schalke auch die Fühler nach dem tschechischen U21-Nationalspieler Jan Moravek ausgestreckt.

Ein Bayer im Gespräch

Auch den Kapitän von Bayern München Mark van Bommel sähe vor allem Trainer Rutten gerne zukünftig im königsblauen Trikot.

Laut "kicker" möchte Rutten gern wieder mit seinem niederländischen Landsmann zusammenarbeiten - und bezeichnete van Bommel als "Gewinnertypen" und "Spieler ganz nach meinem Herzen".

Zum Hintergund: Rutten hatte den Mittelfeldspieler einst als Co-Trainer bei PSV Eindhoven trainiert.

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