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Schmadtke (l.) und Slomka (r.) arbeiten seit 2010 zusammen bei Hannover 96 © getty

Der 96-Boss ist von den Scharmützeln seiner sportlichen Leitung zunehmend genervt. Ein Gespräch soll nun Klarheit bringen.

Von Tom Vaagt

München/Hannover - Manchmal ist Martin Kind etwas ratlos.

Etwa alle zwei Woche trifft sich der Klubchef von Hannover 96 mit seiner sportlichen Leitung zur Lagebesprechung: Ein Tisch, drei Männer. Kind, Manager Jörg Schmadtke und Trainer Mirko Slomka.

Nach Angaben von Kind ist die Stimmung meist harmonisch. "Von Dissonanzen ist da nichts zu spüren", sagt der 68-Jährige im Gespräch mit SPORT1. Auf den Beobachter wirkt das seltsam. Heißt es doch im 96-Umfeld: Schmadtke und Slomka - das sei wie Hund und Katze.

Schmadtke-Rücktritt nah?

Derzeit haben die vermeintlichen Meinungsverschiedenheiten offenbar mal wieder einen Höhepunkt erreicht. Schmadtke, so hört man, werde wohl demnächst seinen unbefristeten Vertrag kündigen und zurücktreten.

Auf eine klare Absage an solche Gerüchte verzichtete der Sportdirektor am Montag: "Für mich ist das nicht der richtige Zeitpunkt, solche Dinge sollten zunächst hausintern besprochen werden."

Am Mittwoch oder Donnerstag werden sich Kind und Schmadtke nun austauschen - und klären, ob das turbulente Innenverhältnis bei den Niedersachsen wieder beruhigt werden kann. Der Klubchef hat die Hoffnung auf eine Versöhnung zwischen Manager und Trainer noch nicht aufgegeben.

Kind hofft auf Frieden

"Ich will, dass die Beiden weiter zusammenarbeiten. Das haben sie in den vergangenen drei Jahren getan und ich weiß nicht, warum das in Zukunft anders sein sollte", meinte Kind. Gleichzeitig wirkt das Klubboss von den ständigen Scharmützelen seiner leitenden Angestellten inzwischen genervt.

"Natürlich ist es lästig, so etwas zum wiederholten Mal kommentieren zu müssen", sagte Kind, dessen Geduldsfaden angespannt wirkt.

Das Heft des Handelns will er aber noch nicht in die Hand nehmen. Eine Entlassung eines der beiden Protagonisten scheint momentan ausgeschlossen.

Wann zieht Kind Konsequenzen?

"Irgendwann gibt es zwar so einen Punkt. Momentan ist der jedoch noch weit weg", meinte Kind: "Aber: Meine Verantwortung ist der Verein. Meine Verantwortung ist Hannover 96." Also versucht er sich als Friedenstifter.

Schließlich führte das charakterliche so unterschiedliche Duo Schmadtke/Slomka die einstige graue Maus 96 zuletzt zwei Jahre nacheinander in die Europa League.

Auch in der laufenden Saison ist der internationale Wettbewerb für den Klub noch nicht außer Reichweite - trotz wechselhafter Leistungen. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Am kommenden Samstag kommt der FC Bayern nach Hannover. Ein Festtag für die Niedersachsen - und vielleicht stimmt ein Sieg gegen den künftigen deutschen Meister den einen oder anderen auch versöhnlich.

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