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Frankfurt hat in zwölf Rückrundenspielen erst zwölf Punkte gesammelt © getty

Es könnte kaum einfacher sein, sich für den Europacup zu qualifizieren. Die Anwärter jedoch sträuben sich, die Chance zu nutzen.

München - Armin Veh will über die Europa League gar nicht mehr reden, Lucien Favre das internationale Geschäft am liebsten ganz aus den Köpfen seiner Spieler verbannen: Nicht nur für die Trainer der Sonntags-Verlierer Eintracht Frankfurt und Borussia Mönchengladbach wird die mögliche Qualifikation für die Europa League immer mehr zur Belastung.

Das Schneckenrennen nach Europa wird auch an den abschließenden fünf Spieltagen der Fußball-Bundesliga weitergehen.

Bilanz eines Abstiegskandidaten

"Nach dieser Leistung brauchen wir nicht von Europa zu sprechen", sagte Veh nach dem blutleeren Auftritt der Hessen bei der 0:2-Niederlage bei Kellerkind FC Augsburg. Von den vergangenen neun Spielen gewann die Eintracht nur eine Begegnung.(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Die Bilanz liest sich wie die eines Abstiegskandidaten. Dass die Frankfurter immer noch auf Europa-League-Platz sechs stehen, verdanken sie der Schwäche der Konkurrenz.

Auch Platz Sieben kann noch reichen

Gladbach hat es auch nach 29. Spieltagen noch nicht geschafft, zwei Begegnungen in Folge zu gewinnen. "Wir müssen aufhören, über Europa zu sprechen. Wenn wir darüber nachdenken, vergessen wir, Fußball zu spielen", sagte Favre nach dem ernüchternden 0:2 beim VfB Stuttgart.(702249DIASHOW: Der 29. Spieltag)

Dadurch darf auch der Hamburger SV, der seine Talfahrt nach zuletzt drei Pleiten in Folge beim FSV Mainz 05 (2:1) stoppte, wieder hoffen. Der Bundesliga-Dino beschäftigt sich schon mit einem möglichen Hintertürchen.

Wenn Meister Bayern München (gegen Wolfsburg) und der SC Freiburg (in Stuttgart) am Dienstag und Mittwoch ins DFB-Pokalfinale einziehen und Freiburg unter den ersten Sechs in der Tabelle bleibt, würde auch der siebte Platz für die Europa League reichen.

Hoffen auf Fehler der Konkurrenz

"Es wäre schön, wenn es so wäre", meinte HSV-Trainer Thorsten Fink.

Die Aussage ist bezeichnend. Eigene Stärke? Fehlanzeige. Selbstvertrauen? Kaum vorhanden. "Man hat das Gefühl, dass uns am Ende die Luft ausgeht. Wir sind nicht die Überfliegermannschaft, die alle in uns sehen", erklärte auch der Mainzer Manager Christian Heidel nach vier Spielen ohne Sieg.

Hannover auswärts zu schwach

Hannover 96 steht die Schwäche auf fremden Plätzen einer erneuten Qualifikation für die Europa League im Weg.

Die Niedersachsen sammelten gerade einmal zehn Punkte in 15 Spielen. Schlechter sind auswärts nur die Abstiegskandidaten Fortuna Düsseldorf (9 Punkte) und 1899 Hoffenheim (8).

"Das war insgesamt auswärts einfach zu wenig", klagte 96-Sportdirektor Jörg Schmadtke nach der jüngsten 1:3-Niederlage beim SC Freiburg, der derzeit als Fünfter die besten Karten für die Europa-League-Qualifikation in Händen hält.

"Ich habe höchsten Respekt vor diesen Spielern", sagte Coach Christian Streich. Viele seiner Trainerkollegen können das derzeit nicht behaupten.

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