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Peter Peters ist seit 1993 Geschäftsführer des FC Schalke 04
Bis 2023 wollen die Schalker mit Finanzvorstand Peter Peters schuldenfrei sein © getty

Die Schalker fahren im Geschäftsjahr 2012 ein Minus von fast neun Millionen Euro ein, können ihre Verbindlichkeiten aber senken.

Gelsenkirchen - Trotz eines Minus von 8,9 Millionen Euro hat Bundesligist Schalke 04 im Geschäftsjahr 2012 seine Schulden weiter abgebaut.

Die Königsblauen verbuchten mit 190,8 Millionen Euro den zweithöchsten Konzernumsatz ihrer Vereinsgeschichte und senkten ihre Finanzverbindlichkeiten von 184,8 auf 173,1 Millionen Euro.

"Unser ehrgeiziges Ziel ist es, 2022 oder 2023 schuldenfrei zu sein", sagte Finanzvorstand Peter Peters, als er am Montag die Zahlen bekanntgab.

Gegenüber dem Rekordjahr 2011 (224,2) sank der Umsatz deutlich, weil Transfereinnahmen wie aus dem Verkauf von Nationaltorwart Manuel Neuer zu Bayern München oder zusätzliche Millionen durch den DFB-Pokalsieg fehlten.

Als wesentlichen Grund für den Jahresfehlbetrag 2012 nannte Peters die Kosten für die Reparatur des Arena-Daches, die sich auf 6,6 Millionen Euro beliefen.

Im Vorjahr hatte der Konzern noch ein Plus von 4,9 Millionen Euro erwirtschaftet.

Fast 200 Millionen Euro Umsatz

"Wir haben jetzt stabil eine Umsatzgröße von 200 Millionen Euro erreicht", sagte Peters, "wir haben die Abhängigkeit vom sportlichen Erfolg aufgrund dieser hohen Ertragskraft weiter reduziert und unsere Handlungsfähigkeit durch die fortschreitende Konsolidierung erhöht. Ziel ist es, zukünftig wieder Gewinne zu erzielen."

Dabei würde vor allem die Teilnahme an der Champions League helfen.

"System ist scharf gestellt"

Schalke reichte seine Zahlen am Montag bei der Deutschen Fußball Liga (DFL) ein, damit sie im Rahmen des Financial Fair Play von der Europäischen Fußball-Union (UEFA) geprüft werden.

"Das System ist jetzt scharf gestellt", erklärte Peters, "mit dem Geschäftsjahr 2012 werden die Vereine erstmals bewertet."

In den vergangenen Jahren hatten die Königsblauen zusammen mit Bayern München, Borussia Dortmund und Bayer Leverkusen sowie 33 anderen europäischen Klubs ihre Jahresberichte auf freiwilliger Basis vorgelegt. "Wir haben da schon alle Vorgaben eingehalten", sagte Peters.

Kosten für Arena werden nicht berücksichtigt

Den Schalkern kommt zugute, dass Infrastrukturausgaben bei der UEFA-Prüfung nicht berücksichtigt werden - also auch nicht die Kosten für die Arena, die noch bis 2018 abbezahlt werden muss.

Beim Schuldenabbau hat der Klub noch einen weiten Weg vor sich, allerdings liegt er bereits deutlich unter seinem Höchstwert von 252 Millionen Euro.

Höchster Ausgabenposten sind die Personalkosten. Von 98 Millionen Euro entfallen 86 auf den Lizenzspielerkader.

"Wir sind uns einig, dass wir den Kader weiter reduzieren müssen", sagte Peters mit Blick auf mehrere Spieler aus der Ära von Felix Magath, die nach Ausleihgeschäften im Sommer zurückkehren werden.

Schalker wollen sich in Europa etablieren

Die nächste Saison ist ohne Einnahmen aus internationalem Wettbewerb mit den aktuellen Personalkosten "durchfinanziert", so der Finanzvorstand, "wenn wir mehr Einnahmen haben, können wir auch mehr investieren."

Es gebe verschiedene Szenarien für die Champions League und die Europa League.

"Wir wollen den Verein entschulden, aber auch erfolgreich Fußball spielen", sagte Peters.

Dabei gelte es, sich in der Bundesliga unter den ersten Vier und in Europa als 15. der UEFA-Rangliste zu behaupten.

Zusatzeinnahmen durch TV-Vertrag

Zusätzliche Einnahmen gibt es in der kommenden Spielzeit aus dem neuen Fernsehvertrag, die Peters auf "mindestens sechs, sieben Millionen, im besten Fall doppelt so viel" bezifferte.

Noch in diesem Jahr soll damit begonnen werden, das Vereinsgelände weiter auszubauen.

Weitere Trainingsplätze und der Umbau des Parkstadions für die Regionalliga-Mannschaft stehen dabei im Vordergrund.

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