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Per Seitfallzieher markierte Kevin Kuranyi das 1:0 für Schalke (20.) © imago

Nach Kuranyis Traumtor sehen die Schalker wie sichere Sieger aus. Doch Schalke legt nicht nach. Kurz vor Schluss rächt sich das.

Gelsenkirchen - Ein Traumtor von Kevin Kuranyi hat Schalke 04 nicht zum ersehnten Sieg im Revier-Derby der Frustrierten gegen Borussia Dortmund gereicht.

Der Ägypter Mohamed Zidan verpasste den Königsblauen mit seinem Ausgleichstreffer zum 1:1 (1:0)-Endstand neun Minuten vor dem Ende eine kalte Dusche und verschärfte damit die Schalker Krise weiter.

So muss nach dem Unentschieden im 133. Derby gegen die Remis-Könige aus Dortmund auch der umstrittene Schalker Manager Andreas Müller weiter um seinen Job bangen.

Dortmund bleibt Spitze im Pott

Denn mit dem elften Remis der laufenden Saison behaupteten sich die Dortmunder in der Tabelle vor dem Erzrivalen Schalke.

Allerdings wartet das Team von Trainer Jürgen Klopp weiter auf den ersten Dreier in der Rückrunde.

Rutten: "Wir mussten das zweite Tor machen"

Schalkes Trainer Fred Rutten sagte nach der Partie: "Meine Enttäuschung ist sehr groß, dass man so ein Spiel noch abgibt. Wir hatten die Partie taktisch und körperlich gut im Griff, aber wir mussten das zweite Tor machen. Denn dann ist das Spiel entschieden."

Ob die Königsblauen damit einen Schritt nach vorne gemacht haben, wisse er nicht. "Aber was da war", erklärte Rutten "das war Kampfgeist und Leidenschaft."

Indes war BVB-Coach Jürgen Klopp zufrieden mit dem errungenen Punkt: "Nach dem Spielverlauf müssen wir uns freuen, keine Frage. Schalke war körperlich robuster als wir und hat völlig verdient 1:0 geführt. In der zweiten Halbzeit mussten wir ans Eingemachte gehen, wir haben dann viel intelligenter gespielt."

Hitziges Derby

In einem hitzigen Derby, das zunächst von vielen Fouls geprägt war, war Kuranyis achter Saisontreffer schon das Eintrittsgeld wert.

Nach einer Flanke von Halil Altintop ließ der 26-Jährige BVB-Torhüter Roman Weidenfeller mit einer artistischen Direktabnahme aus zwölf Metern keine Chance (20.).

Vorbereiter Altintop war erst zehn Minuten zuvor eingewechselt worden, weil Abwehrspieler Mladen Krstajic nach einem rüden Foul von Kevin-Prince Boateng verletzt vom Platz musste.

Der Neu-Dortmunder hatte Glück, dass er für das unfaiere Einsteigen am Mittelkreis von Schiedsrichter Wolfgang Stark (Ergolding) nur die Gelbe Karte sah (5.).

Kuranyi hat Entscheidung auf dem Fuß

Der zuletzt ebenfalls umstrittene Kuranyi hätte die Nerven der Gastgeber noch weiter beruhigen können, denn er vergab gleich mehrmals die Chance zum 2:0.

So verfehlte er mit einem Kopfball nach Flanke des starken Lewan Kobiaschwili nur knapp das Tor (14.), dann setzte er den Ball nach einem Fehler des Dortmunder Verteidigers Marcel Schmelzer knapp über das Tor (34.).

Schließlich ließ er nach einem katastrophalen Patzer von Neven Subotic die größte Chance aus:

Nachdem der Dortmunder nach einer langen Flanke über den Ball geschlagen hatte, verfehlte Kuranyi völlig unbedrängt vor BVB-Keeper Weidenfeller knapp das Tor (60.).

Frei ohne Impulse

Auch ohne Kapitän Marcelo Bordon, der wegen seines Mittelhandbruchs doch nicht spielen konnte, bemühten sich die Gastgeber darum, die Vorgabe ihres Managers zu erfüllen.

Der BVB dagegen, der gleich auf fünf Stammkräfte verzichten musste, begann extrem vorsichtig.

Alexander Frei als einziger Sturmspitze fehlte die Unterstützung aus dem Mittelfeld.

Zwei Stürmer nach der Pause

Erst nach dem Seitenwechsel korrigierte Trainer Jürgen Klopp seine defensive Aufstellung und brachte in Mohamed Zidan einen zweiten Stürmer.

Die Schalker zogen sich mit der knappen Führung im Rücken zurück und setzten fast nur noch auf Konter.

Einen davon hätte Jefferson Farfan beinahe zum 2:0 genutzt, der Peruaner scheiterte nach schöner Einzelleistung aber an BVB-Schlussmann Weidenfeller (72.).

Die Gäste, die mit Nelson Valdez für Frei in der letzten halben Stunde einen neuen Stürmer brachten, erhöhten zwar den Druck, klare Torchancen spielten sie gegen die beste Abwehr der Bundesliga aber kaum heraus.

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