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Marcell Jansen (2.v.l.) gelingt in Düsseldorf sein erster Bundesliga-Doppelpack © getty

Der HSV stürmt dank des Doppelpacks von Jansen an die Tabellenspitze. Helmes 16. Tor kann die Niederlage nicht verhindern.

Düsseldorf - Nach dem ersten Bundesliga-Doppelpack seiner Karriere spuckte Marcell Jansen große Töne.

Erst spielte der Matchwinner des Hamburger SV nach dem Sprung an die Tabellenspitze mit dem Megafon den Einpeitscher für die Fans, dann formulierte er forsch die neuen Ansprüche.

"Wir haben eine gute Entwicklung genommen. Wenn wir die bestätigen können, haben wir eine gute Chance, bis zum Ende oben dabei zu bleiben", sagte der Nationalspieler nach dem 2:1 (1:1)-Sieg des HSV bei Bayer Leverkusen.

Der 23-Jährige, der in 103 Bundesligaspielen zuvor lediglich fünfmal getroffen hatte, war beim vierten Auswärtssieg der Hanseaten überraschend der Hauptdarsteller. Zunächst erzielte er mit dem schwächeren rechten Fuß das 1:0 (18.), dann sorgte er mit seinem zweiten Treffer für die Entscheidung (67.).

"Es ist schön, dass ich auch mal getroffen habe", sagte Jansen: "Es wurde auch mal Zeit, ich habe im Training oft getroffen, aber im Spiel hat das nie so geklappt. Es ist eine schöne Momentaufnahme."

Bayer trauert Chancen nach

Während der HSV erstmals seit dem achten Spieltag wieder die Tabellenführung übernahm und Herbstmeister 1899 Hoffenheim von der Spitze stieß, trauerte Bayer nach der fünften Heimschlappe der Saison erneut einer verpassten Chance nach.

"Wir waren dem 2:1 näher als der HSV. Aber momentan haben wir nicht das Quäntchen Glück, solche Spiele zu gewinnen", meinte Torhüter Rene Adler.

Vor 40.000 Zuschauern in der Düsseldorfer Arena hatte Torjäger Patrick Helmes mit seinem 16. Saisontreffer für den zwischenzeitlichen Ausgleich gesorgt (29.). Doch der Nationalspieler blieb der einzige, der vier Tage nach dem Hamburger 3:0-Erfolg im UEFA-Cup bei NEC Nijmegen die starke HSV-Abwehr überwinden konnte.

Nicht abgezockt genug

"Die Cleverness hat gefehlt", gab Helmes zu: "Das war wieder eines der Spiele, die wir gewinnen mussten." Die Europacup-Hoffnungen der Leverkusener erhielten damit gut eine Woche nach dem 4:1-Triumph in Hoffenheim wieder einen Dämpfer.

Bayer ist zwar weiter Tabellenfünfter, der VfL Wolfsburg ist nach Punkten aber schon gleichgezogen. Der HSV verlor in der 86. Minute Jerome Boateng, der wegen wiederholten Foulspiels 26 Minuten nach seiner Einwechselung Gelb-Rot sah.

Auch ohne den weiterhin gesperrten Torjäger Mladen Petric zeigten die Hamburger über die beiden Spitzen Paolo Guerrero und Ivica Olic ein variables Offensivspiel. Dabei rochierten die beiden HSV-Angreifer ständig und stürzten die Gastgeber ein ums andere Mal in große Verlegenheit.

Zuschauerrekord für Bayer

Der starke Hamburger Kapitän David Jarolim hatte bereits in der 24. Minute völlig freistehend aus 16 Metern das 2:0 auf dem Fuß, doch er verzog. Die Gastgeber, die einen Bundesliga-Besucher-Heimrekord aufstellten, hatten gegen die robusten Norddeutschen Probleme, ihren Spielrhythmus zu finden.

Der HSV gewann viele Zweikämpfe und sorgte mit überfallartigen Angriffen immer wieder für Gefahr. Auf Seiten der Leverkusener entstand vor allem dann Gefahr, wenn das brasilianische Mittelfeld-Ass Renato Augusto die Zügel in die Hand nahm und einige gefährliche Angriffe seiner Mannschaft einleitete.

Überragend auch sein Solo in der 42. Minute, doch aus 14 Metern verfehlte er knapp das Tor. Der Ausfall des dänischen Innenverteidigers Michael Gravgaard, der in der 45. Minute wegen eines ausgekugelten Fingers ausgewechselt werden musste, brachte die Hamburger nur zu Beginn der zweiten Halbzeit ein wenig in Bedrängnis.

Bayer nur noch bei Standards gefährlich

Der Brasilianer Alex Silva musste dafür in die Abwehr. Ein Helmes-Freistoß (59.) und ein Renato-Augusto-Freistoß (64.) waren die nennenswertesten Möglichkeiten für die Hausherren.

Mitte der zweiten Halbzeit übernahmen die Hanseaten das Kommando. Wenige Sekunden vor Jansens 2:1 musste Manuel Friedrich nach einem Olic-Schuss bereits auf der Linie klären.

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