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Mark van Bommel (r.) bestritt unter Klinsmann in dieser Saison bislang 16 Einsätze © getty

Der Niederländer widerspricht der Behauptung seines Trainers, dass er trotz des Timoschtschuk-Deals bei Bayern bleiben würde.

Über den FC Bayern berichtet Martin Hoffmann

München - Mark van Bommel stand die Verwunderung ins Gesicht geschrieben, als er mit Jürgen Klinsmanns neuester Einschätzung zu seiner Zukunft konfrontiert wurde.

Dass der Bayern-Trainer davon ausgehen würde, dass sein Kapitän noch ein Jahr bleiben würde - trotz der Verpflichtung von Anatolij Timoschtschuk.

Van Bommel (DATENCENTER: Spielerporträt) dachte nach, wägte sichtbar seine Worte ab, um dann aber doch eine klare Ansage zu machen: "Ich weiß nicht, wieso er da so überzeugt ist."

Er hätte jedenfalls nicht gesagt, dass er bleiben würde. Er sei "für alles offen".

Nicht die erste Bloßstellung

Eine Bloßstellung des Bayern-Trainers - und nicht die erste in diesen Tagen.

Erst die öffentlich ausgetragene Diskussion um die Weiterverpflichtung von Landon Donovan (Porträt), die sich Klinsmann offen halten will - die dann aber von Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge kategorisch ausgeschlossen wurde (Rummenigge: Donovan muss gehen).

Und die damit verbundene Debatte um Donovans Sturmkonkurrent Lukas Podolski, in der Rummenigge und auch Uli Hoeneß recht deutlich nahelegten, ihm vor seinem Abgang nach Köln mehr Einsatzzeit zu gewähren - zum Beispiel im Duell gegen besagte Kölner am Samstag (ab 15 Uhr LIVE).

Donovans Chancen sinken

Das alles zusammen wirft Fragen auf: Hakt es beim Rekordmeister in der Außendarstellung? Oder schwindet gar Klinsmanns Autorität?

In der Causa Donovan scheint Klinsmann dabei zu sein, sich mit Rummenigges Linie abzufinden.

"Der Klub müsste für Landon viel Geld ausgeben", erklärte er nun in einem Interview: "Da Ivica Olic schon unterschrieben hat und angesichts der Finanzkrise, ist es legitim, dass der Klub überlegt, wie viel Geld er für einen weiteren Stürmer ausgibt."

Donovans Chancen für eine Weiterbeschäftigung sinken also - während sich die Personalie van Bommel weiter hinzieht.

Fristverlängerung für van Bommel

Der FC Bayern hat die Frist für van Bommel, über sein Vertragsangebot zu entscheiden, soeben verlängert - auf Wunsch van Bommels, wie Rummenigge im DSF erklärte.

Dem widerspricht van Bommel aber genauso: "Ich habe nicht drum gebeten."

Bis wann er sich nun entscheiden würde, wollte er nicht preisgeben: "Ich überlege, bis ich eine Entscheidung getroffen habe" - notfalls auch bis Juni.

Rutten angeblich interessiert

Ausschließen wollte er nichts, auch nicht die Option Schalke.

Fred Rutten - in Eindhoven einst van Bommels Co-Trainer - will van Bommel nach "kicker"-Informationen verpflichten. Denselben Wunsch hat auch schon HSV-Coach Martin Jol geäußert.

Sport1.de hakte bei van Bommel nach, ob es denn für ihn den Reiz erhöhen würde, unter einem Landsmann zu trainieren.

"Das ist kein Muss", erklärte er, um die beiden Interessenten dann aber in höchsten Tönen zu loben.

Viel Lob für die Interessenten

Rutten und Jol hätten beide "eine gute Idee vom Fußball". Speziell bei Schalke würde es mit der Umsetzung zwar nicht immer klappen.

"Aber da ist eine klare Linie zu entdecken - und bei Hamburg das gleiche. Sie spielen gut und haben die Idee, wie sie Gegner unter Druck setzen. Da muss man sagen: Chapeau!"

Eine Abneigung gegen einen Klubwechsel hört sich anders an.

Keine Angst vor Timoschtschuk

Van Bommel beteuerte auch, dass sich seine weitere Zukunft bei Bayern unabhängig von der Timoschtschuk-Verpflichtung entscheiden würde: "Das hängt nicht davon ab, ob einer kommt oder nicht."

Der Niederländer versucht demonstrativ den Eindruck zu vermitteln, dass ihm vor einen Konkurrenzkampf mit dem Ukrainer nicht bang wäre.

So demonstrativ, dass ein Reporter scherzhaft fragte, ob er sich denn für eine Klasse besser als Timoschtschuk halte.

Van Bommel grinste und antwortete: "Vielleicht sogar zwei!"

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