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Martin Bader ist seit 2004 Sportdirektor des 1. FC Nürnberg © getty

Martin Bader spricht bei SPORT1 über das Franken-Derby und erklärt, wie Hiroshi Kiyotake Nürnbergs Schwächen kaschiert.

Von Mathias Frohnapfel

München - 14 Kilometer liegen zwischen den Stadien des 1. FC Nürnberg und der SpVgg Greuther Fürth. Sind die Vereine sich geographisch so nah, trennen sie in der Tabelle Welten. Um genau zu sein: 23 Punkte.

Während Nürnberg noch von der Europa League träumen darf, haben in Fürth schon längst die Planungen für die Zweite Liga begonnen.(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Doch Club-Manager Martin Bader ist bewusst, dass eine Niederlage im Derby (ab 17.15 Uhr im LIVE-TICKER) die gute Rückrundenbilanz abwerten würde.

Vor dem Heimspiel spricht der 45-Jährige im Interview mit SPORT1 zudem über Trainer Michael Wiesinger und Freistoß-Spezialist Hiroshi Kiyotake.

SPORT1: Herr Bader, gegen die Bayern setzte es eine 0:4-Niederlage. Zudem erlitt Timm Klose eine schwere Gehirnerschütterung. Inwieweit hat das Einfluss auf das Derby gegen Fürth?

Martin Bader: Wenn er im Derby ausfallen würde, wäre das natürlich schon ein Schlag in die Magengrube, weil er eine klasse Saison spielt und für uns wichtig ist. Wir hatten uns gegen die Bayern viel vorgenommen. Das ist uns in der ersten Halbzeit nicht gelungen. Wir werden daraus unsere Schlüsse ziehen. Wir hatten eine Woche Zeit, um uns zu berappeln und wollen das Heimspiel gegen Fürth gewinnen.

SPORT1: Nürnberg ist eines der besten Rückrundenteams. Wie erklären Sie sich, dass es so gut läuft?

Bader: Wir sind ein bisschen dadurch geprägt, dass wir vor jeder Saison einen kleinen Umbruch haben. Es dauert dann eine Weile, bis sich die neuen Spieler finden und integriert sind. Dann brauchst du Ergebnisse, damit das gut zusammenwächst. Ich hoffe, dass wir nächste Saison, in der wir keinen so großen Umbruch planen, nicht mit diesen Anfangsschwierigkeiten zu rechnen haben. Möglicherweise können wir dann sogar mal eine Vorrunde spielen, so wie wir die letzten Rückrunden gespielt haben.

SPORT1: Kiyotake ist ein absoluter Spezialist für Standards. Gehört er in dieser Kategorie zu den Top Fünf der Bundesliga?

Bader: Bei den Vorlagen ist er unter den Top Fünf, er hat elf Tore vorbereitet, durch Standards oder durch Pässe. Das ist schon eine außergewöhnliche Qualität. Wir wussten, dass er ein hervorragender Fußballer ist, haben ihm seine Zeit einfach auch geben müssen. Ich glaube, dass er noch viel, viel besser spielen kann. Er war mit Japan bei den Olympischen Spielen und hatte keine Vorbereitung. Ich hoffe, dass er in der nächsten Saison noch einen Ticken drauf packen kann. Dann werden wir noch viel Spaß an Kio haben.

SPORT1: Es spricht ja auch für die Reife des Teams, wenn es in engen Spielen per Standards das Tor macht.

Bader: Es ist klar, dass wir aufgrund der personellen Situation nie wirklich in der Lage sein werden, Spiele zu dominieren. Insofern ist es natürlich ein Stilmittel und eine Waffe, wenn man über Standards Spiele entscheiden kann.

SPORT1: Michael Wiesinger wird sein erstes Franken-Derby als Club-Trainer erleben. Welchen Stellenwert hat das für ihn?

Bader: Er kennt die Derbys aus seiner Zeit als Spieler, insofern weiß er natürlich, dass die Volksseele und vor allem die Fanseele darauf hinfiebert, dieses Derby zu gewinnen. Wir sind im Mittelfeld der Liga, nach oben und nach unten ist es relativ schwierig, noch etwas zu erreichen. Dann musst du Highlights setzen, um die gute Saison, die wir bisher spielen, auch zu krönen. Da gehört ein Sieg im Derby natürlich einfach dazu. Wir wollen das Spiel gewinnen, um über die 40 Punkte zu kommen.

SPORT1: Die Fürther gehen dem Abstieg entgegen, haben das aber auch schon realisiert und akzeptiert. Was erwarten sie von diesem Spiel?

Bader: Sie werden alles dafür tun, ihre Erstligasaison für ihre Fans in ein ordentliches Licht zu rücken. Das würde ein Derbysieg natürlich tun, darauf müssen wir vorbereitet sein. Sie werden in dieses Spiel alles reinhauen, was sie haben. Sie werden versuchen, uns unsere Saison zu vermiesen. Das würde die ihre vielleicht erträglicher machen. Wir wissen, was auf dem Spiel steht.

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