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Bayerns Ballermänner um (v.l.) Mandzukic und Müller jagen die 100-Tore-Marke © getty

Vorm Spiel in Hannover fehlen dem FCB 17 Tore zur magischen Marke. Van Buyten schielt bei SPORT1 auf die Bestenliste.

Vom FC Bayern berichtet Mathias Frohnapfel

München - Die Zahl ist magisch und stammt aus einer Zeit, als Fernsehen meist noch schwarz-weiß war und Fußball-Fans Schlachtenbummler hießen.

101 Tore hatte der FC Bayern in der Saison 1971/1972 erzielt, eine bisher in der Bundesliga ungebrochene Bestmarke. Doch 41 Jahre später schicken sich die Bayern an, jenen Rekord ins Wanken zu bringen und die dreistellige Schallmauer zu durchbrechen.

83 Tore hat der neue deutsche Meister bereits zu Wege gebracht und noch fünf ausstehende Spiele vor sich - das nächste am Samstag in Hannover (ab 15 Uhr im LIVE-TICKER)

SPORT1 hat sich im Team umgehört, ob die 100er-Marke überhaupt erreichbar ist.

(Matthias Sammer zu Gast im Volkswagen Doppelpass: So., 11 Uhr im TV auf SPORT1)

Selbst Boateng trifft plötzlich

"Das wird man sehen", sagt Jerome Boateng vorsichtig.

Aus seiner Sicht ist es für die Mannschaft entscheidend, trotz der gesicherten Meisterschaft in der Bundesliga nicht nachzulassen.

Diese Konzentration helfe schließlich auch für die Hammeraufgabe im Champions-League-Halbfinale gegen Barcelona (Di., ab 20.15 Uhr im LIVE-TICKER).

Boateng entdeckt Torriecher

Boateng beteiligt sich munter an der Rekordjagd: Beim 4:0 über Nürnberg traf der Verteidiger per Seitfallzieher, legte zudem ein Tor auf.

Selbst er hat urplötzlich einen Torhunger entwickelt wie ein Vegetarier, der nicht mehr ohne Schweinsbraten leben kann.

Nach 129 Bundesliga-Spielen ohne Tor traf der Verteidiger beim 3:2-Sieg gegen Düsseldorf zum ersten Mal, jetzt folgte schon sein zweiter Streich.

[kaltura id="0_gkbqxz7r" class="full_size" title="Heynckes setzt auf Gomez"]

Van Buyten träumt von Eintrag in Bestenliste

Für Boatengs Abwehrkollege Daniel van Buyten ist die 100-Tore-Marke alles andere als nettes Beiwerk, wie er im Gespräch mit SPORT1 zugibt.

"Das sind Statistiken, die mehrere Jahre bleiben", meint der Belgier. "Im Fußball ist alles möglich, wir werden versuchen, alles zu erreichen, was machbar ist."

Für den Routinier gibt es kein Nachlassen: "Wir sind dabei, eine super Saison hinzulegen, warum sollten wir nicht so bis zum Ende spielen? Es wäre schlecht, schon jetzt abzuschließen und zu sagen, die Bundesliga-Saison ist schon zu Ende."

Vier-Tore-Schnitt wäre nötig

Ein Schnitt von drei Treffern in den ausstehenden fünf Partien würde den FCB schon auf 98 Treffer bringen.

Bei vier Treffern pro Match käme man auf 103 Tore. (DATENCENTER: Bundesliga)

Bisher trafen die Münchner durchschnittlich 2,86-mal pro Spiel.

"Das wird ein bisschen eng"

Welche Torwucht der FCB entfalten kann, mussten zuletzt die Wolfsburger bei der 1:6-Klatsche im DFB-Pokal-Halbfinale erfahren.

Karl-Heinz Rummenigge mag trotzdem nicht daran glauben, dass die aktuelle Truppe den mehr als vier Jahrzehnte alten Rekord ausradiert.

"Das wird ein bisschen eng, zumal wir noch drei Auswärtsspiele haben", kommentierte der Vorstandsboss. Auswärts muss sein Team noch in Hannover, Dortmund und Gladbach an, zuhause geht es gegen Freiburg und Augsburg.

Heynckes will von Rekordjagd nichts wissen

Jupp Heynckes lächelt die 100-Tore-Schallmauer sowieso am liebsten weg. "Ihr müsst euch immer wieder was einfallen lassen", entgegnet der Bayern-Coach den Reportern. Und fügt an: "Da denken wir überhaupt nicht dran."

Der frühere Weltklasse-Stürmer hat aktuell mit der Vorbereitung des Barcelona-Spiels genug zu tun und sowieso ein etwas schlechtes Gewissen, wenn er an Mario Mandukic denkt.

Mandzukic "Torjägerkanone geklaut"

"Ich habe ihm die Torjägerkanone geklaut", gesteht Heynckes, um kurz darauf zu erklären, dass die vielen Wechsel in der Sturmspitze aber letztlich auch dem Kroaten nutzen würden.

Die Champions-League-Träume ließen sich so mit größeren Kraftreserven ansteuern.

Beim höchsten Saisonsieg der Bayern, dem 9:2 über Hamburg, musste Mandzukic beispielsweise dem vierfachen Torschützen Claudio Pizarro zuschauen.

Erinnerung an Gerd Müller

15 Tore hat Mandzukic in dieser Bundesliga-Saison erzielt, Thomas Müller folgt mit zwölf Treffern als zweitbester FCB-Schütze.

Nur zum Vergleich: 1971/1972 stellte Gerd Müller mit 40 Buden seine historische Bestmarke auf.

Sollten die Bayern den Rekord sprengen, es wäre also eine echte Teamleistung.

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