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Andre Schürrle (l.) wechselte 2011 vom FSV Mainz 05 zu Bayer Leverkusen © getty

Das Tauziehen um den Nationalspieler ist eröffnet. Völler war in London, Holzhäuser lässt bei SPORT1 die Muskeln spielen

Von Mike Lukanz

München/Leverkusen - Ein Transfer von Leverkusens Nationalspieler Andre Schürrle zur kommenden Saison könnte den FC Chelsea teuer zu stehen kommen.

Zwar sind die Verhandlungen zwischen dem Premier-League-Klub und den Rheinländern inzwischen bestätigt, doch hat Bayer nun den Poker auch offiziell eröffnet.

"Ich will klarstellen: Dass Rudi Völler in London war, ist zwar richtig. Aber wir liegen in einigen wichtigen Details noch weit auseinander", sagte Holzhäuser im Gespräch mit SPORT1.

Schürrle habe in diesem Jahr keine Ausstiegsklausel, "wir haben die Karten in der Hand", sagte Holzhäuser weiter.

(Alle Infos zum Schürrle-Poker ab 18.30 Uhr bei Bundesliga Aktuell im TV auf SPORT1)

Völler zu Verhandlungen in London

Und der 63-Jährige verriet noch mehr: Demnach habe Schürrle eine Ausstiegsklausel für 2014 und 2015 im Vertrag, doch selbst diese lasse Holzhäuser "ruhig schlafen". Der Vertrag des Offensivallrounders beim aktuellen Tabellendritten der Bundesliga läuft noch drei Jahre.

Leverkusens Sportchef Rudi Völler weilte diese Tage zuerst in London und danach in Brüssel, um sowohl wegen Schürrle als auch wegen de Bruyne zu verhandeln.

Dies hatte Bayer am Freitagmorgen auf Anfrage des Sport-Informations-Dienstes bestätigt.

Zweiter Anlauf von Chelsea

Bereits vor der Saison hatten die Blues versucht, Schürrle an die Stamford Bridge zu lotsen. Seinerzeit hatte Leverkusen ein Transfergebot in Höhe von 25 Millionen Euro noch abgelehnt.

"Wir haben im vergangenen Jahr sehr spät die Anfrage erhalten", sagte Holzhäuser: "Da muss man nicht immer nur den Preis, sondern auch die sportliche Alternative sehen, die hatten wir im Sommer nicht. Dieses Jahr haben wir mehr Zeit."

Den Schritt ins Ausland hätte Schürrle wohl schon da gewagt. Dem "kicker" verriet Schürrle damals: "Es wäre sehr interessant gewesen. So eine Chance bekommt man wahrscheinlich nicht so oft im Leben."

Auch de Bruyne spielt eine Rolle

Die Ausgangslage ist demnach klar: Alle Beteiligten streben einen Transfer im Sommer an, einzig der Preis für den begehrten und talentierten Nationalspieler ist Bayer offenbar noch zu niedrig.

Komplex macht die Angelegenheit vielleicht noch die Personalie Kevin de Bruyne. Der Belgier, zurzeit von Chelsea an Werder Bremen ausgeliehen, soll Teil des Schürrle-Transfer-Pakets werden und in der kommenden Saison in Leverkusen spielen.

Doch auch Borussia Dortmund soll zuletzt die Fühler nach dem talentierten Offensivspieler ausgestreckt haben.

Für Schürrle wäre der Wechsel in die Premier League nicht nur sportliche reizvoll. Denn laut Medienberichten soll er bei Chelsea 4,8 Millionen Euro plus Prämien verdienen und einen Fünf-Jahres-Vertrag erhalten. Zudem träfe er dort nach aktuellem Stand auf Marko Marin, der im Sommer von Bremen in den Londoner Westen gewechselt war.

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